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Tipps: Ausbildungsstart - So unterstützen Sie Ihr Kind

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Ihr Kind hat die Schule erfolgreich abgeschlossen? Dann startet es nun in einen neuen Lebensabschnitt. Ihr Kind taucht in die Berufswelt ein. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Kind gerade in der Anfangsphase einer Ausbildung unterstützen.

Eine Mutter und ihre Tochter lesen gemeinsam eine Probe durch.
Bieten Sie Ihrem Kind bei bevorstehenden Prüfungen Ihre Hilfe an, aber drängen Sie sich nicht auf.

Sie können damit beginnen, gemeinsam mit Ihrem Kind den Ausbildungsvertrag durchzugehen. Klären Sie, welche Bestimmungen Ihre Tochter/Ihr Sohn bezüglich Arbeitszeiten, Urlaub, Ausbildungsvergütung etc. beachten muss. Informieren Sie sich auch über das Berufsbildungsgesetz. So wissen Sie genau Bescheid, welche Rechte Ihr Kind als Azubi hat und wann ein Ausbildungsbetrieb gegen diese verstößt.

Kontrolle abgeben

Um sich in der Ausbildung zu integrieren und gute Arbeit zu leisten, ist es wichtig, dass Ihr Kind selbstständig wird und Verantwortung übernimmt. Ihre Tochter/Ihr Sohn muss sich also nach und nach von Ihnen lösen. Das geht jedoch nur, wenn Sie versuchen, nicht zu viel Kontrolle auszuüben. Fragen Sie Ihr Kind nicht ständig, ob es pünktlich zur Arbeit gekommen ist oder für bevorstehende Prüfungen gelernt hat. Das baut zusätzlichen Druck auf. Zeigen Sie aber auf jeden Fall Interesse, indem Sie hin und wieder konkrete Fragen stellen, wie z.B. "Welche Aufgaben hattest du heute?" oder "Was hat dir heute besonders viel Spaß gemacht?"

Ratgeber sein

Muss sich Ihr Kind auf eine Prüfung vorbereiten, bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an. Sie können z.B. einen Kalender kaufen und vorschlagen, dass Ihr Kind dort die Termine für die Prüfungen einträgt. Raten Sie Ihrem Kind, einen Lernplan zu erstellen, in dem es festlegt, was es wann lernt. Fragen Sie nach, bei welchen Themen Ihr Kind Schwierigkeiten hat und überlegen Sie gemeinsam, ob z.B. ein/e Klassenkamerad/in aus der Berufsschule weiterhelfen kann. Sie können Ihrem Kind auch anbieten, den Lernstoff am Ende abzufragen.    

Ein Vater bindet seinem Sohn die Krawatte.
Ihr Kind sollte auf einen für die Ausbildung angemessenen Kleidungsstil achten.

Mut zusprechen

Stellen Sie fest, dass Ihr Kind niedergeschlagen oder gestresst ist, fragen Sie vorsichtig nach, ob Sie ihm helfen können. Vermeiden Sie es jedoch, Probleme Ihres Kindes selbst zu regeln und beispielsweise einfach im Ausbildungsbetrieb anzurufen. Gerade zu Beginn einer Ausbildung ist es ganz normal, dass Ihr Kind auf der Arbeitsstelle auch mal Fehler macht. Das wissen auch die Ausbilder/innen. Vermitteln Sie Ihrem Kind also, dass Fehler Teil des Lernprozesses sind. Und wenn es eben mal nicht so gut läuft, ermutigen Sie Ihr Kind, dranzubleiben.

Problemmanagement

Handelt es sich um ein ernsthafteres Problem, ist es hilfreich, dieses mit Ihrem Kind sachlich zu analysieren. Ihre Tochter/Ihr Sohn soll überlegen, ob sie/er mit einer einzelnen Person nicht zurechtkommt oder ob sie/er sich allgemein in der Ausbildung unwohl fühlt. Dann gilt es zu klären, ob sich das Kind mit der Situation arrangieren kann oder ob etwas getan werden muss. Verhindern Sie durch ein ausführliches Gespräch, dass Ihr Kind kopflos reagiert und sofort an einen Ausbildungsabbruch denkt. Denn häufig interpretieren Auszubildende Konflikte schlimmer als ihre Ausbilder/innen. Bei größeren Problemen kann sich das Kind z.B. an Kollegen/innen oder den Betriebsrat wenden. Außerdem kann Ihr Kind unter bestimmten Voraussetzungen die Ausbildungsbegleitenden Hilfen der Bundesagentur für Arbeit beantragen (abH) oder sich bei der Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) Unterstützung holen. Verstößt der Ausbildungsbetrieb eindeutig gegen Rechte des Kindes, sind die Ausbildungsberater/innen der Handwerksammern oder der Industrie- und Handelskammern (IHK) gute Ansprechpartner. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie sich als Eltern mit einschalten.

Wenn sich die Probleme trotz aller Bemühungen nicht lösen lassen, sollten Sie Ihr Kind aber auch darauf hinweisen, dass es Möglichkeiten gibt, den Ausbildungsbetrieb zu wechseln ohne die Ausbildung abzubrechen. Das Entscheidende ist, dass Sie Ihrem Kind in jeder Situation den Rücken stärken, ohne es dabei zu sehr zu bevormunden.