Tipps: Präsentieren im Alltag üben

Vorträge halten kann man lernen

Längst wird das Präsentieren im schulischen und beruflichen Alltag als eine Schlüsselkompetenz verstanden. Hier lesen Sie, wie Sie im Alltag dazu beitragen können, diese Fähigkeit Ihres Kindes zu entwickeln und zu stärken.

Eine Familie schaut gemeinsam in ein Smartphone.
Bei der Vorbereitung auf die Präsentation können Sie Ihr Kind unterstützen.

Kommunikationsfähigkeit trainieren

Als Eltern können Sie helfen, die kommunikativen Kompetenzen Ihres Kindes zu verbessern. Binden Sie Übungen in den Alltag ein, die es zum freien Sprechen animieren. Die Themen sollten sich am Lebensumfeld Ihrer Tochter bzw. Ihres Sohnes orientieren. Dies können zum Beispiel Berichte aus dem Schulalltag, die Vorstellung des Lieblingsbuchs oder der Lieblingsserie, Erzählungen über Hobbys oder Interessen sein. Hören Sie dabei gut zu und geben Sie Ihrem Kind zwischendurch Rückmeldung zu seinen Ausführungen.

Gute Vorbereitung ist alles

Mutter und Sohn schauen gemeinsam auf ein Smartphone.
Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie gemeinsam das Video eines Probevortrags analysieren.

Es ist nicht jedermanns Sache, mutig und selbstbewusst über ein Thema vor einer Gruppe zu referieren oder sich bei Praktika, in Vorstellungsgesprächen oder auf Ausbildungsmessen vorzustellen. Eine sorgfältige Vorbereitung und regelmäßiges Üben helfen, das zu verbessern.

Dabei sollten die Jugendlichen unter anderem

  • einen Einstieg wählen, der überrascht und neugierig auf das Thema macht.
  • die äußeren Umstände beachten (Publikum, Zeit und Raum).
  • immer die Zuhörer*innen im Blick haben, die Interesse für das Thema oder die Person entwickeln sollen.
  • die Präsentation so gestalten, dass sie für die Zuhörer*innen nachvollziehbar ist (zum Beispiel durch eine verständliche Sprache und gute Struktur).
  • ihre Präsentation mehrmals laut üben, vorzugsweise im Stehen. Das erste Mal am besten vor einem Spiegel, das zweite Mal vor anderen Familienmitgliedern, um sich Feedback einzuholen.
  • den Probevortrag mithilfe eines Smartphones auf Video aufnehmen und anschließend analysieren, was gut läuft und was ausbaufähig ist.
  • die wichtigsten Stichpunkte auf Vortragskarten notieren.

Tipps zur Präsentation

Hand eines Schülers mit Kugelschreiber, der sich in der Schule meldet.
Auch das gehört zu einer guten Präsentation: Die Zuhörer*innen Fragen stellen zu lassen.

Halten Sie Ihr Kind an,

  • entspannt und aufrecht zu stehen, die Füße leicht auseinander und weder Arme noch Beine zu verschränken. Das wirkt offen und selbstbewusst, ermöglicht ruhiges Atmen und hilft dabei, laut und deutlich zu sprechen.
  • langsam zu sprechen, damit die Zuhörer*innen alle Informationen aufnehmen können.
  • Augenkontakt zum Publikum herzustellen. Das bedeutet nicht, einzelne Menschen im Raum minutenlang anzuschauen; am besten soll es seinen Blick locker über die Reihen schweifen lassen.
  • die Zuhörer*innen Fragen stellen zu lassen und sorgfältig darauf einzugehen.
  • sich am Ende der Präsentation beim Publikum für dessen Aufmerksamkeit zu bedanken.
  • während der Präsentation ein Glas Wasser bereitzuhalten.

Was tun bei Nervosität und Angst vor dem Präsentieren?

Zitternde Hände, ein beklemmendes Gefühl in der Brust und ein roter Kopf? Viele Jugendliche sind nervös und ängstlich, wenn die Präsentation von Vorträgen und Referaten ansteht. Doch mit ein paar Grundsätzen kann Ihre Tochter oder Ihr Sohn effektiv dagegen vorgehen:

Ihr Kind sollte

  • mit beiden Beinen fest und sicher auf dem Boden stehen und sich bemühen, nicht herumzuzappeln. Dadurch wirkt es sicherer und fühlt sich ruhiger.
  • Blickkontakt zu jemandem im Publikum suchen, der ihm zulächelt oder zunickt. Im Zweifel ist das eine Freundin oder ein Freund, der es unterstützt.
  • bevor es zu sprechen beginnt, tief durchatmen. Ein Moment der Ruhe hilft auch den Zuhörerinnen und Zuhörern, ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Kind zu konzentrieren.
  • seine Gesichtsmuskeln entspannen und das Publikum anlächeln. So sichert es sich von Anfang an seine Sympathie.

Ansonsten gilt:

Ein paar Versprecher sind menschlich, sie wirken sogar glaubwürdig. Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn sollte trotz aller Vorbereitung natürlich wirken. Sollte es den roten Faden verlieren, heißt es Ruhe bewahren: Eine Pause von fünf Sekunden wird als Betonung oder Denkpause gewertet. Dauert sie länger, kann Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn einfach die bisherigen Ergebnisse zusammenfassen.