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Bericht: Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Ab ins Trainingslager

Geschafft! Ihr Kind hat eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Nach der Freude darüber kommen erste Zweifel: Ihr Kind macht sich Sorgen, dass es sein Gegenüber im Gespräch nicht überzeugen kann? Dann ist Ihre Unterstützung bei der Vorbereitung gefragt.

Ein junger Mann tütet seine Bewerbung ein.
Nach dem Erstellen der Bewerbungsunterlagen ist das Vorstellungsgespräch der nächste große Meilenstein im Bewerbungsprozess.

Recherche

Zuerst sollte Ihre Tochter oder Ihr Sohn versuchen, alles Mögliche über das Unternehmen, bei dem das Vorstellungsgespräch stattfindet, herauszufinden. Gegebenenfalls können Sie die Recherche anleiten (begleiten). Die wichtigsten Informationen finden sich i.d.R. auf der Homepage eines Unternehmens. Also z.B.: Welche Geschichte hat das Unternehmen? Was produziert es oder welche Dienstleistungen bietet es an? Dieses Vorwissen ins Gespräch mitzunehmen ist wichtig, da Personaler häufig sehen möchten, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat.

Sie können dazu auch das folgende Arbeitsblatt mit Ihrem Kind bearbeiten:

Infos über den Betrieb sammeln

Typische Fragen

Es gibt bestimmte Fragen, die immer wieder in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Gehen Sie diese vorab mit Ihrem Kind durch. Überlegen Sie gemeinsam, wie man darauf antworten könnte. Die Fragen und die Antworten, auf die Sie sich geeinigt haben, können Sie zur Vorbereitung auf das Gespräch z.B. auf Karteikarten schreiben. Typische Fragen sind u.a.: Was wissen Sie über das Unternehmen? Warum wollen Sie die Ausbildung bei uns machen? Warum glauben Sie, dass Sie für die Ausbildung geeignet sind? Was sind Ihre Stärken bzw. Schwächen?

Mehr typische Fragen finden Sie hier: Typische Fragen und was sie bedeuten

Eigene Fragen

Personalverantwortliche möchten sehen, dass ein/e Bewerber/in interessiert und engagiert ist. Daher sollten Sie sich mit Ihrem Kind auch Fragen überlegen, die es im Vorstellungsgespräch stellen kann. Möglich sind hier z.B. Fragen zum Ablauf der Einarbeitung, Fragen zu Übernahmechancen und natürlich die Frage, bis wann man mit einer Rückmeldung zum Vorstellungsgespräch rechnen kann.

Einüben der Fragen

Eine Mutter erklärt ihrer Tochter etwas, das in einem Heft steht.
Beim Üben fürs Vorstellungsgespräch sind Geduld und Einfühlungsvermögen wichtig.

Sie können mithilfe der Karteikarten, die Sie angelegt haben, Ihr Kind nun abfragen. Hierfür ziehen Sie einfach per Zufallsprinzip die Fragen. Wenn die Antworten wie aus der Pistole geschossen kommen, können Sie zum nächsten Schritt übergehen.

Schlüpfen Sie in die Rolle eines/einer Personalverantwortlichen

Nachdem Sie die oberen Punkte geklärt und mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn geübt haben, können Sie das Vorstellungsgespräch im Rollenspiel einüben. Machen Sie auf jeden Fall mehrere Durchläufe. Sie mimen dabei einen Personaler. Spielen Sie das Gespräch komplett durch - von der Begrüßung bis hin zur Verabschiedung. Seien sie dabei ruhig fordernd.

Sie können die Rollen auch mal tauschen. Das lockert die Situation etwas auf, wenn nötig. Ihr Kind lernt so außerdem, die Perspektive eines/einer Personalverantwortlichen einzunehmen. Zusätzlich lernt es auch durch die Antworten, die Sie geben, dazu.

Angebote der Bundesagentur für Arbeit

Das BiZ veranstaltet Vorträge zum Thema Vorstellungsgespräch und Bewerberseminare. Diese können Sie mit Ihrem Kind besuchen. Schauen Sie hierfür einfach bei Ihrem BiZ im Veranstaltungskalender nach.

Online können Sie sich außerdem über planet-beruf.de >> Bewerbungstraining >> Vorstellungsgespräch informieren.

Was außerdem noch wichtig ist

Die Rollenspiele können Sie auch mit dem Handy filmen, so kann Ihr Kind feststellen, wie seine Körpersprache ist und wie es sich verhält, wenn es nervös ist und gegebenenfalls daran arbeiten.

Pünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch versteht sich von selbst. Damit ein Zuspätkommen ausgeschlossen wird, sollte Ihr Kind frühzeitig herausfinden, wie es zum Unternehmen kommt. Wenn es unsicher ist, sollte es den Weg vorher einmal gelaufen oder gefahren sein.

Sprechen Sie außerdem auch über das richtige Outfit. Je nach Unternehmen kann das natürlich unterschiedlich sein. Bei Banken oder Versicherungen ist eher ein Anzug oder Kostüm üblich. Bei handwerklichen Berufen kann das Outfit eventuell auch etwas legerer sein.

Vermitteln Sie, dass es den Personalverantwortlichen beim Vorstellungsgespräch nicht darum geht, jemanden zu verunsichern, sondern dass sie Ihr Kind kennenlernen und feststellen möchten, ob es ins Unternehmen passt.

Stand: 06.09.2017