Bericht: Gute Vorbilder bei der Berufsorientierung

Berufswahl frei von Rollenklischees fördern

Viele Jugendliche wissen nicht so genau, was sie beruflich machen wollen. Viel zu oft denken sie dann in längst überkommenen Klischees und wählen die für ihr Geschlecht typischen Berufe.

Eine Familie liest zusammen ein Buch.
Die Berufswahl der eigenen Kinder zu unterstützen bedeutet auch, sie über berufliche Rollenklischees hinaus zu informieren.

Dadurch verpassen sie vielleicht die Chance einen Beruf zu finden, der wirklich ihren Stärken entspricht. Viele Jungs entscheiden sich nach wie vor für eine Ausbildung im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), während z.B. im sozialen Bereich viel mehr Mädchen anzutreffen sind. In beiden Bereichen werden Fachkräfte dringend gesucht. Es macht also Sinn für junge Leute, sich unabhängig von Rollenklischees in diesen Bereichen umzuschauen und herauszufinden, ob eventuell hier ihre Stärken liegen. Daher ist es wichtig, dass Sie als Eltern mit einem guten Beispiel voran gehen und versuchen, die Berufswahl Ihres Kindes frei von Rollenklischees zu fördern.

Girls'Day und Boys'Day

Ein Pflegehelfer trifft Vorbereitungen eine Patientin zu waschen.
Initiativen wie der Girls' und Boys'Day sind da, um Jugendlichen "geschlechtsuntypische" Berufe näher zu bringen.

Um dem Trend entgegenzuwirken, dass Mädchen hauptsächlich typische "Mädchenberufe" wählen und Jungs eben hauptsächlich typische "Jungsberufe", wurden vielfältige Initiativen ins Leben gerufen. Eine davon ist der Girls' und Boys'Day, der für Schüler/innen ab der 5. Klasse ausgerichtet wird. Dieser findet dieses Jahr am 26. April statt und ermöglicht es Mädchen in Berufe wie z.B. Fachinformatikerin - Anwendungsentwicklung oder Industriemechanikerin zu schnuppern, während Jungs einen Einblick in Berufe wie Erzieher oder Krankenpfleger erhalten können. Ermutigen Sie Ihre Kinder daran teilzunehmen, denn wenn diese sich vorher noch keine Gedanken über ihre Berufswahl gemacht haben, erhalten sie hier vielleicht einen ersten Anstoß.

Der Girls' und Boys'Day findet an einem Schultag statt. Viele Schulen nehmen daran teil. Ist dies jedoch nicht der Fall, muss Ihr Kind mit der Schule klären, ob es trotzdem an den Angeboten, die es an diesem Tag gibt, teilnehmen darf.


Angebote zum Girls' bzw. Boys'Day in Ihrer Nähe finden Sie über den Girls'Day- bzw. Boys'Day-Radar.

Gemeinsamer Besuch bei der Berufsberatung

Es ist generell wichtig, dass Sie Ihr Kind bei der Berufsorientierung unterstützen, da Sie sein erster und wichtigster Ansprechpartner sind. Hierzu gehört auch ein gemeinsamer Besuch bei der Berufsberatung. Vor einem Beratungstermin empfiehlt es sich einen Stärkencheck zu machen und mit dem Ergebnis zur Berufsberatung zu gehen. Ermutigen Sie ihr Kind offen für seine "geschlechtsuntypischen" Stärken zu sein und alle Möglichkeiten, die ihm die Berufsberatung bietet, auszuloten.

Gespräche mit Verwandten oder Bekannten

Eine junge Frau arbeitet an einem offenen Computergehäuse.
Durch Gespräche mit Verwandten oder Bekannten kann Ihr Kind Einblick in diverse Berufe erhalten.

Vielleicht haben Sie ja z.B. einen Erzieher oder eine Fachinformatikerin in der Familie oder im Bekanntenkreis. Regen Sie an, dass Ihr Kind mit diesen Personen spricht und so von deren Erfahrungen profitieren kann. So  bekommt es eventuell Lust darauf, etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht ergibt sich ja auch die Möglichkeit einen Schnuppertag in der Arbeit des/der Verwandten oder Bekannten zu machen.

Tage der offenen Türen nutzen

Viele Unternehmen oder Einrichtungen bieten einen Tag der offenen Tür an. Diese Gelegenheiten können Sie wahrnehmen, um Ihrem Kind Berufe näherzubringen, an die es vorher vielleicht nicht gedacht hat. Gehen Sie mit Ihrem Sohn zum Tag der offenen Tür des Kindergartens in der Nachbarschaft oder schauen Sie sich einen Industriebetrieb mit Ihrer Tochter an.

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Stand: 21.03.2018