Welche Versicherungen braucht Ihr Kind

Diese Drei sollte man haben

Versicherungen gibt es viele. Glaubt man der Versicherungsbranche, dann müssten Auszubildende eine Vielzahl an Versicherungen abschließen. Tatsache ist: Junge Menschen in Ausbildung haben wenig Geld. Welche Versicherungen sind also wirklich nötig?

Nahaufnahme einer Hand mit Stift beim Ausfüllen von einem Versicherungsantrag
Hilfe im Versicherungsdschungel: Auszubildende brauchen weniger eigene Versicherungen als man denkt.
Ein Geldbeutel, Geldscheine und Münzen
Krankenkasse ist nicht gleich Krankenkasse: Vergleichen lohnt sich also auf jeden Fall.

Ohne Krankenversicherung geht gar nichts

Mit der ersten Ausbildungsvergütung ist man als Auszubildende/r i.d.R. in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Wer also bislang über die Eltern privat krankenversichert war, muss sich in der Ausbildungszeit umstellen und Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden. Ratsam ist, sich möglichst rasch für eine Krankenkasse zu entscheiden, sonst legt sie der Arbeitgeber fest.

Auszubildende können nicht in jede Krankenkasse eintreten. Manche Kassen z.B. sind nur für bestimmte Bundesländer zugelassen, manche Betriebskrankenkassen versichern ausschließlich Betriebsangehörige. Entscheidungshilfe bei der Krankenkassenwahl können beispielsweise die Beitragsunterschiede der verschiedenen Kassen sein. Es lohnt sich also, Krankenkassenbeiträge zu vergleichen und in eine günstige Krankenkasse einzutreten. Einige Kassen bieten zudem wertvolle Zusatzleistungen für junge Menschen, z.B. hohe Zuschüsse für Sehhilfen oder kostenlosen Auslandsreiseschutz. Aber auch durch Wahl- oder Bonus-Tarife lässt sich Geld einsparen.

Macht Ihr Kind eine schulische Berufsausbildung, kann es bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres die Familienversicherung in Anspruch nehmen. 

Eine Versicherungsberaterin berät eine Mutter.
Eine gute Beratung hilft Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Unbedingt zu empfehlen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Auszubildende ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig. Sie zahlt, wenn man während der Ausbildung schwer erkrankt oder einen Unfall erleidet und berufsunfähig wird. Ohne diese Versicherung hat man keinen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente. Deshalb sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abgeschlossen werden. Vorteil: Die Beiträge für junge (und gesunde) Menschen sind sehr niedrig.

Eine Haftpflichtversicherung sollte nicht fehlen

Wichtig ist außerdem die Privathaftpflichtversicherung. Sie schützt, wenn man Schäden bei anderen verursacht. Haben Sie als Eltern eine Police, brauchen Auszubildende keine eigene. Sie sind in ihrer Ausbildungszeit selbst als Volljährige bei den Eltern mitversichert. Nur bei Heirat muss ein eigener Vertrag abgeschlossen werden.

Thema Sozialabgaben

Nicht alle Auszubildenden müssen Sozialabgaben, d.h. die Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- sowie Rentenversicherung zahlen. Dies sind die geltenden Regelungen:

  • Verdient Ihr Kind monatlich 325 Euro brutto oder weniger, übernimmt der Arbeitgeber die Zahlung der Sozialabgaben.
  • Verdient Ihr Kind knapp über 325 Euro, sollte es mit dem Ausbildungsbetrieb sprechen. Wenn dieser einverstanden ist, kann schriftlich vereinbart werden, dass dem/der Auszubildenden jeden Monat maximal 325 Euro überwiesen werden. Zwar verzichtet man dadurch auf einen kleinen Anteil seines Gehalts, muss aber dafür keine Sozialabgaben leisten.
  • Verdient Ihr Kind monatlich mehr als 325 Euro brutto, muss es für die Hälfte der Sozialabgaben aufkommen. Die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber.


Gut zu wissen

Schulische Berufsausbildungen werden sozialversicherungsrechtlich wie Praktika gewertet. Es besteht also keine Sozialversicherungspflicht.

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Stand: 10.02.2016