Tipps: Mein Kind verlässt für die Ausbildung das Elternhaus

Raus von zu Haus

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz in der näheren Umgebung war erfolglos. Die passende Stelle für Ihr Kind gibt es z.B. nur in einem anderen Bundesland. Das bedeutet: Auszug aus dem Elternhaus. Was es dabei zu beachten gibt, lesen Sie hier.

Eine Unterkunft finden

Interviewpartner Dieter Barth
Dieter Barth, Leiter Unternehmenskommunikation der wbg Nürnberg GmbH

Im Wohnheim, allein oder mit anderen zusammen wohnen? Die Entscheidung hängt u.a. davon ab, wie viel Geld zur Verfügung steht, wie selbstständig Ihr Kind ist und ob es lieber für sich oder in einer Gemeinschaft leben möchte.

Bei der Suche nach einer eigenen Wohnung helfen z.B. Wohnungsbaugesellschaften. Die kommunal verbundenen Immobilienunternehmen haben viele öffentlich geförderte Wohnungen im Bestand, wie Dieter Barth, Leiter Unternehmenskommunikation bei der wbg Nürnberg GmbH, bestätigt. Auf diese haben oft auch Auszubildende Anspruch. "Um eine Berechtigung zum Bezug einer Sozialwohnung zu erhalten, müssen sie eine Vormerkung beim Sozialamt der Stadt Nürnberg  beantragen. Dort wird geprüft, ob sie die Voraussetzungen erfüllen", so Dieter Barth.

Möglicherweise kommt ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) infrage. Bei der Suche helfen Wohnungsbörsen im Internet und Anzeigen in der Zeitung. Wichtig ist, rechtzeitig mit der Suche zu beginnen. Je nach Stadt kann der Wohnungsmarkt sehr angespannt sein.

Eine Alternative sind Jugend- und Azubi-Wohnheime. Sie bieten z.B. jede Menge Kontakte zu Gleichaltrigen. Weitere Vorteile: Die Zimmer werden i.d.R. möbliert vermietet und die Mietverträge sind niet- und nagelfest. Hinsichtlich Ausstattung und Mietpreise gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Vergleichen lohnt sich also.

Tipp: Egal, für welche Wohnform Sie sich entscheiden, fangen Sie so früh wie möglich mit der Suche an und prüfen Sie die Konditionen des Mietvertrags genau.

Mutter und Tochter sitzen am Computer und suchen nach einer geeigneten Wohnung.
Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Wohnungssuche.

Das liebe Geld …

Wenn Sie das Budget Ihres Kindes kalkulieren, denken Sie an:

  • Miete (inkl. Nebenkosten)
  • Kaution
  • Strom (Anbieter z.B. über Vergleichsportale im Internet suchen)
  • Rundfunkbeitrag
  • Handy/Telefon/Internet (Kombipakete der Anbieter nutzen)
  • Fahrtkosten zur Arbeitsstelle und nach Hause
  • Versicherungen (v.a. Privathaftpflicht- und Hausratversicherung bei eigener Wohnung)
  • Weitere Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel, Kleidung etc.

Azubis, die während der Berufsausbildung nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist, können ggf. durch Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt werden.
Nähere Informationen dazu erhalten Sie im Internet oder bei Ihrer Agentur für Arbeit.

Umzug organisieren

Befindet sich die neue Wohnung relativ nah zum bisherigen Wohnort, genügen vielleicht schon ein paar Freunde, Sie als Eltern und weitere Familienangehörige, um den Umzug selbst durchzuführen.

Ein gesetzlicher Urlaubsanspruch für einen Azubi bei Umzug besteht grundsätzlich nicht. Trotzdem lohnt sich ein Blick in den Arbeitsvertrag und ein Gespräch mit dem Arbeitgeber oder dem Vorgesetzten. Gerade bei Azubis sind Arbeitgeber i.d.R. kulant.

Wer weiter wegzieht, kann ein Umzugsunternehmen beauftragen. Allerdings gibt es deutliche Preisunterschiede. Informieren sie sich über die unterschiedlichen Angebote.

Tipp: Nutzen Sie die Möglichkeit, den Umzug als Beiladung ausführen zu lassen. Diese Dienstleistung wird von vielen Umzugsunternehmen angeboten. Hier reisen die Möbel - zusammen mit anderen Ladungen - besonders günstig.

Nicht vergessen
Geht es für die Ausbildung in eine andere Stadt, muss sich Ihr Kind beim dortigen Einwohnermeldeamt offiziell anmelden.

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Stand: 24.08.2016