Jugendarbeitsschutz: Nacht- und Schichtarbeit in der Ausbildung

So sind die Arbeitszeiten für Jugendliche geregelt

Gesetzestexte sind oft staubtrocken. Aber wenn es um das Wohl Ihres Kindes geht, sind sie durchaus hilfreich. Das Jugendarbeitsschutzgesetz beantwortet z.B. Fragen, wann oder wie lange Jugendliche arbeiten dürfen, und bietet so den nötigen Schutz.

Ein aufgeschlagenes Gesetzuch
Der Blick in das Jugendarbeitsschutzgesetz lohnt sich, denn schließlich geht es um das Wohl Ihres Kindes.

In einigen Branchen ist Arbeit am Wochenende oder Schichtarbeit unumgänglich. Junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren sollen durch das "Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend" beispielsweise während ihrer Ausbildung besonders geschützt werden. Die Auszubildenden sollen schließlich nicht ausgenutzt werden.

Wie lang ist die tägliche Arbeitszeit?

Grundsätzlich dürfen Jugendliche nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Hierbei sind die Ruhepausen nicht mitgerechnet. In der Landwirtschaft sieht es etwas anders aus. Hier können die über 16-Jährigen während der Erntezeit nicht mehr als neun Stunden täglich und nicht mehr als 85 Stunden in der Doppelwoche arbeiten.

Sonderregelungen in bestimmten Bereichen

Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau- und Montagestellen darf beispielsweise die sogenannte Schichtzeit 11 Stunden nicht überschreiten. Schichtzeit ist die Zeit, die man täglich arbeitet und dabei die Ruhezeiten miteinbezieht. Üblich sind in den meisten anderen Bereichen 10 Stunden.

Uhr und Symbol einer U-Bahn-Haltestelle
Bei der Nacht- und Schichtarbeit müssen bestimmte Zeiten eingehalten werden.

Ist Arbeiten am Wochenende erlaubt?

Generell dürfen Jugendliche an Samstagen nicht beschäftigt werden. Arbeiten sie allerdings in Krankenhäusern, Pflege- oder Kinderheimen, in der Landwirtschaft, im Gaststätten- oder Schaustellergewerbe, im ärztlichen Notdienst oder auf kulturellen Veranstaltungen, ist Samstagsarbeit erlaubt. Das gilt auch für Bäckereien oder Konditoreien, im Friseurhandwerk oder in Autoreparaturwerkstätten. Dabei ist unbedingt zu beachten
-    dass zwei Samstage im Monat frei sind und
-    dass Jugendliche nur an insgesamt fünf Tagen in der Woche arbeiten.
Diese Regelung lässt sich auf die Arbeit an Sonntagen übertragen. Allerdings sind hier einige Berufsgruppen, wie z.B. minderjährige Friseure oder Friseurinnen, ausgenommen.

Fünf-Tage-Woche sicherstellen

Als Ausgleich für die Arbeit an einem Samstag oder Sonntag erhält der/die Jugendliche in der Regel einen anderen Tag in der Woche frei, an dem er/sie keine Berufsschule hat. Damit ist die vorgeschriebene Fünf-Tage-Woche gewährleistet.

Nachts hellwach sein

In manchen Branchen müssen junge Auszubildende abhängig von ihrem Alter auch außerhalb der sonst üblichen Zeit von 6 bis 20 Uhr ihren Job erfüllen. Über 16-Jährige können beispielsweise beauftragt werden, im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr, in der Landwirtschaft bis 21 Uhr und in Bäckereien ab 5 Uhr zu arbeiten. Noch früher aufstehen müssen Jugendliche über 17 Jahren. Sie dürfen in Bäckereien ab morgens 4 Uhr frische Brötchen und Brot backen.
Weitere Besonderheiten können in Tarifverträgen oder Ausnahmeregelungen festgelegt sein.