Interview: Das bringt Ihr Kind weiter

Eine Weiterbildung - viele Möglichkeiten

Karina Eberle legte nach ihrer Ausbildung zur Gärtnerin der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau die Prüfung zur Gärtnermeisterin ab. planet-beruf.de hat mit ihr u.a. über die Voraussetzungen und Karrieremöglichkeiten gesprochen.

Vier Männer sind im Freien und besprechen einen Pflanzplan.
Wer beruflich mehr Verantwortung übernehmen möchte, sollte sich über eine Weiterbildung informieren.

planet-beruf.de: Frau Eberle, was waren Ihre Beweggründe, die Prüfung zur Gärtnermeisterin der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau abzulegen?

Karina Eberle: Nachdem ich einige Jahre in meinem Ausbildungsberuf gearbeitet hatte, wollte ich mehr über die Planungs- und Organisationsabläufe eines Betriebs erfahren. Das reine Annehmen und Ausführen von Aufträgen genügte mir nicht mehr.

planet-beruf.de: Welche formalen und persönlichen Voraussetzungen sollten für die Weiterbildung mitgebracht werden?

Karina Eberle: Man muss mindestens zwei Jahre Berufserfahrung als Gärtner/in im Anschluss an die Ausbildung nachweisen können, eine feste Altersgrenze gibt es dabei nicht. Ausschlaggebend sind auch die persönliche Reife sowie die Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten und Lernen. Auch Erfahrungen in der Betriebsführung, z.B. in einem Familienunternehmen, können hilfreich sein.

planet-beruf.de: Wie läuft die Vorbereitung auf die Meisterprüfung beispielsweise ab?

Karina Eberle: Es gibt verschiedene Formen von Lehrgängen. Ich besuchte zwei Jahre jeweils von November bis März die Meisterschule. Im Sommer absolvierte ich den Praxisteil, hier werden u.a. Betriebsbesichtigungen durchgeführt. Die Meisterarbeit wurde ebenfalls in dem Zeitraum geschrieben und abgegeben. Im zweiten Winter fand dann die Meisterprüfung statt. Im Rahmen der Externenprüfung können Bewerber/innen auch ohne Besuch der Meisterschule zur Prüfung zugelassen werden. Allerdings ist das Erreichen des Abschlusses deutlich einfacher, wenn man den Unterricht besucht.

Ein Mann und eine Frau stehen im Freien und besprechen einen Pflanzplan.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung ist individuell geregelt.

planet-beruf.de: Was muss hinsichtlich der Anmeldefristen für die Lehrgänge beachtet werden?

Karina Eberle: Man sollte sich auf jeden Fall rechtzeitig informieren. Die Anmeldefristen können von Schule zu Schule unterschiedlich sein. Oft gibt es auch Wartelisten oder eine Bewerberauswahl nach Abschlussnoten.

planet-beruf.de: Wie ist die Weiterbildung mit dem Beruf zu vereinbaren?

Karina Eberle: Auch das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Einige Betriebe genehmigen unbezahlten Urlaub, bei anderen kann man die Arbeitszeit mit Wochenendarbeit ausgleichen, wieder andere stellen den/die Meisterschüler/in sogar bezahlt frei.

planet-beruf.de: Gibt es nach der bestandenen Meisterprüfung weitere Karrieremöglichkeiten?

Karina Eberle:
Da gibt es einige. Nach der Weiterbildung ist noch lange nicht Schluss. Mit dem Erwerb des Meisterzeugnisses erhält man, ohne weitere Prüfungen zu absolvieren, den Ausbilderschein und den Abschluss der Wirtschafterin/des Wirtschafters im Bereich Gartenbau. Außerdem kann man mit bestandener Meisterprüfung ein Studium an einer Hochschule beginnen. Prinzipiell kann man sagen, dass Absolventinnen und Absolventen Führungspositionen verschiedenster Art besetzen können, z.B. als Baustellenleiter/in oder Projektkoordinator/in. Wer noch weiter lernen möchte, kann Praktika im Ausland absolvieren.

planet-beruf.de: Welche finanziellen Fördermittel können beantragt werden?

Karina Eberle: Das Aufstiegs-BAföG ist eine von vielen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Die entscheidenden Faktoren zur Vergabe und die Leistungen sind etwas unterschiedlich. Daneben kann man sich auch bei der Stiftung für Begabtenförderung der Deutschen Landwirtschaft bewerben oder einen Bildungskredit beantragen. Auch eine Förderung durch den Arbeitgeber, z.B. in Form der Nutzung eines Firmenfahrzeugs oder die bezahlte Freistellung, kann Meisterschüler/innen entlasten.

planet-beruf.de: Für wen ist die Weiterbildung Ihrer Meinung nach geeignet?

Karina Eberle:
Das kommt immer ganz auf die persönlichen Ansprüche an. Wer weiterkommen möchte und ein gewisses finanzielles Polster (für Lehrbücher, Exkursionen etc.) hat, sollte über eine Weiterbildung nachdenken. Eine gute Planung ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche Weiterbildung.

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Stand: 16.11.2018