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Bericht: Duale Ausbildung oder Berufsfachschule?

Viele Wege führen zum Ziel

Manche beruflichen Ziele kann Ihr Kind entweder über eine duale oder über eine schulische Ausbildung erreichen, z.B. wenn es Kosmetiker/in werden möchte. Wir erklären Ihnen, welche Unterschiede es zwischen dualer und schulischer Ausbildung gibt.

Erwachsene Schüler/innen sitzen an Bänken im Klassenzimmer.
Bei einer dualen Berufsausbildung wird die Theorie in der Berufsschule vermittelt, bei einer schulischen Berufsausbildung lernt man an der Berufsfachschule.
Auf der Baustelle erklärt ein Ausbilder einem Azubi einen Plan.
Wer eine duale Ausbildung im Baubereich macht, arbeitet bereits im ersten Ausbildungsjahr praktisch mit.

Duale Ausbildung: Theorie und Praxis

Die duale Ausbildung besteht aus den beiden Säulen Betrieb und Berufsschule. Im Ausbildungsbetrieb erwirbt Ihr Kind praktische Fertigkeiten, die Berufsschule vermittelt die Theorie.

Berufsschule und Ausbildungsbetriebe bilden gemeinsam Fachkräfte in den anerkannten Ausbildungsberufen aus. Ausbildungsinhalte, -dauer und -struktur sind bundesweit einheitlich durch die Ausbildungsordnung für den jeweiligen Beruf festgelegt.

Ausbildung an Berufsfachschulen

Für bestimmte Berufe erfolgt die Ausbildung an Berufsfachschulen, man spricht in diesem Fall von einer schulischen Ausbildung. Ihr Kind besucht in Vollzeit eine Berufsfachschule und absolviert Praktika oder Praxisphasen in Betrieben oder Einrichtungen. Manche Berufsfachschulausbildungen sind bundesweit einheitlich geregelt, viele sind jedoch landesrechtlich geregelt.

Vor allem soziale Berufe im Bereich Erziehung und Pflege werden an Berufsfachschulen ausgebildet, aber auch Berufe z.B. im Bereich Gestaltung oder technische bzw. kaufmännische Assistenz.

Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?

Für eine duale Berufsausbildung gibt es rechtlich keine Zugangsvoraussetzungen wie einen bestimmten Schulabschluss. Der Ausbildungsbetrieb kann selbst entscheiden, nach welchen Kriterien er Bewerber/innen auswählt.

Bei Berufsfachschulausbildungen ist der geforderte Schulabschluss in der Ausbildungsordnung festgelegt, häufig muss man den mittleren Bildungsabschluss mitbringen.

Wie kann sich mein Kind bewerben?

Wenn Ihr Kind einen dualen Ausbildungsberuf erlernen möchte, muss es sich direkt bei den ausbildenden Betrieben bewerben. Nach einem passenden Betrieb kann Ihr Kind in der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit suchen.

Bei einer Berufsfachschulausbildung bewirbt sich Ihr Kind bei der jeweiligen Schule. Die Angebote der Berufsfachschulen kann Ihr Kind in der Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.

Ausbildungsvergütung oder Schulgeld

Während einer dualen Berufsausbildung erhält Ihr Kind vom Ausbildungsbetrieb eine monatliche Ausbildungsvergütung, die im Ausbildungsvertrag festgelegt ist. Die Ausbildungsvergütung steigt jährlich. Finanziell gefördert werden kann Ihr Kind unter bestimmten Voraussetzungen durch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB).

Für eine Ausbildung an einer Berufsfachschule bekommt Ihr Kind meist kein Geld. Eine Ausnahme stellen die Pflegeberufe dar, bei denen Schule und Praxisphasen eng verzahnt sind und ein Ausbildungsentgelt gezahlt wird. Bei anderen Berufsfachschulausbildungen kann Ihr Kind ggf. eine Vergütung für Praktika erhalten. Eventuell kann Ihr Kind BAföG beantragen. Außerdem ist zu beachten, dass manche Berufsfachschulen Schulgeld verlangen.

Rechtliche Aspekte

Wenn Ihr Kind eine duale Ausbildung macht, muss es sich selbst bei einer Krankenkasse versichern. Außerdem werden vom Bruttogehalt Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Besucht Ihr Kind eine Berufsfachschule und erhält während der schulischen Ausbildung keine Ausbildungsvergütung, kann es bis zum 25. Geburtstag die Familienversicherung Ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen.

Stand: 12.07.2017