Bericht: Weiterbildung oder Selbstständigkeit?

Möglichkeiten mit einer handwerklichen Ausbildung

Anpassungsweiterbildung, Aufstiegsweiterbildung und Selbstständigkeit - wenn Ihr Kind sich nach der Ausbildung beruflich weiterentwickeln möchte, gibt es viele Optionen. Welche Karrierewege möglich sind, stellen wir Ihnen hier vor.

Ein Mann streicht eine Wand.
Durch eine Weiterbildung kann ihr Kind beruflich vorankommen.
Eine Frau bedient eine Maschine.
Für alle Bereiche gibt es entsprechende Weiterbildungen.

Für jeden die passende Weiterbildung

Generell wird im Weiterbildungsbereich zwischen einer Anpassungsweiterbildung sowie einer Aufstiegsweiterbildung unterschieden:

Anpassungsweiterbildungen halten das berufliche Wissen aktuell und helfen, sich an neue Entwicklungen anzupassen. Raumausstatter/innen können z.B. ihr Fachwissen in Bezug auf aktuelle Trends im Wohnbereich wie Feng Shui vertiefen.

Aufstiegsweiterbildungen bieten die Möglichkeit, beruflich voranzukommen und in Führungspositionen zu gelangen. Im Handwerk ist die Meisterweiterbildung die bekannteste Aufstiegsweiterbildung. Mit der Meisterprüfung im Handwerk, z.B. als Maler- und Lackierermeister/in, wird die Berechtigung erlangt, einen Handwerksbetrieb selbstständig zu führen und Fachkräfte auszubilden. Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung werden von Bildungszentren der Kammern, von Wirtschafts- und Berufsverbänden oder privatwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen angeboten.

Auch Technikerweiterbildungen bieten jungen Fachkräften die Chance, sich für Führungsaufgaben sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren. Maler/innen und Lackierer/innen können z.B. eine Weiterbildung als Techniker/in der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik absolvieren und damit u.a. in Unternehmen der Farben- und Lackindustrie arbeiten. Sie können sich aber auch mit einem Betrieb des Maler- und Lackiererhandwerks selbständig machen. Technikerweiterbildungen finden an staatlichen oder privaten Fachschulen statt.

Ein Mann lackiert eine Autotür.
Das Maler- und Lackiererhandwerk zählt zu den zulassungspflichtigen Handwerken.

Selbstständigkeit - mit und ohne Meisterpflicht

Was die Zugangsvoraussetzung zur Meisterprüfung im Handwerk angeht, so wird zwischen zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerksberufen unterschieden.

Bei den zulassungspflichtigen Handwerken ist für den Weg in die Selbständigkeit der Meisterbrief oder eine vergleichbare Qualifikation (z.B. Abschluss als Techniker/in) notwendig. Ein zulassungspflichtiges Handwerk ist u.a. Friseure/Friseurinnen. Hier kann man sich - nach einer bestandenen Meisterprüfung - in die sogenannte Handwerksrolle eintragen lassen. Damit hat man die Möglichkeit, sich durch die Gründung eines Friseursalons selbständig zu machen.

In den zulassungsfreien Handwerken können sich Gesellinnen und Gesellen ohne besondere Zulassungsvoraussetzungen und direkt nach der Ausbildung selbstständig machen. Maßschneider/innen beispielsweise können eine eigene Maßschneiderei gründen oder eine bestehende Schneiderwerkstatt bzw. Schneideratelier übernehmen. Berufserfahrung oder eine Weiterbildung, z.B. als Maßschneidermeister/in, ist hierfür keine Bedingung.

Aber auch wenn wie in diesem Fall die Qualifizierung als Meisterin und Meister nicht gefordert wird, kann sie beim Start in die Selbstständigkeit hilfreich sein. Während dieser Weiterbildung erwirbt man z.B. rechtliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Die Personalführung, die Kostenrechnung und auch das Marketing nehmen bei einer Selbstständigkeit einen ebenso hohen Wert ein wie das handwerkliche Geschick.

Bereichswechsel - mit Handwerksausbildung in die Industrie

Wenn man vom Handwerk in die Industrie wechseln möchte, ist dies auch durch eine Weiterbildung möglich. Neben der abgeschlossenen Ausbildung benötigt man häufig einschlägige Berufserfahrung. Als Bäcker/in gibt es z.B. die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Lebensmittel zu machen.