Bericht: Das erwartet Ihr Kind in einem kleinen Ausbildungsbetrieb

Ausbildung im Kleinbetrieb - das sollten Sie wissen

Ob Arztpraxis, (Kunst-)Handwerksbetrieb oder Rechtsanwaltskanzlei: Was erwartet Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger, die sich für die Ausbildung in einem kleinen Betrieb entscheiden?

Zwei Männer sitzen am Laptop und besprechen etwas miteinander.
In einem kleinen Ausbildungsbetrieb herrscht meist eine familiäre Atmosphäre.
Eine Bäckerin hält eine Torte in den Händen.
Berufsanfänger/innen dürfen in Kleinbetrieben oft Aufgaben selbstständig übernehmen.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 3 Millionen Kleinbetriebe, 390 000 mittelständische und 7500 Großbetriebe. Während Großunternehmen ihren Sitz meist in Ballungszentren haben, bieten kleine Betriebe oft Ausbildungsplätze in der Nachbarschaft: im örtlichen Blumengeschäft, in der Bäckerei nebenan, beim Kosmetikinstitut, der Tischlerei oder dem Fitnesszentrum im Nachbarort. Grund genug, sich mit ihren Vor- und Nachteilen zu befassen.

Persönliche Atmosphäre im Kleinbetrieb

In kleineren Betrieben sind Auszubildende von Anfang an in das Betriebsgeschehen eingebunden. Sie arbeiten an konkreten Aufträgen, begleiten die Fachkräfte bei Kundenbesuchen und lernen die Produkte oder Leistungen des Ausbildungsbetriebs gründlich kennen. So können sie kleinere Aufgaben früh verantwortlich übernehmen und schnell praktische Erfahrungen erwerben. Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und eine starkes Teamgefühl sind weitere Vorteile; oft herrscht eine persönliche Atmosphäre.

Die Chancen auf eine spätere Übernahme sind meist gut, denn kleine Unternehmen bilden gerne für den Eigenbedarf aus. Das kann bedeuten, dass Ihr Kind der oder die einzige Auszubildende im Betrieb ist. Dafür erhält es aber eine individuelle Betreuung, oft durch die Inhaberin oder den Inhaber bzw. die Meisterin oder den Meister selbst.

Vielfalt im Mittelstand

Eine Frau erklärt einem jungen Azubi etwas in einer Gärtnerei.
Der Tätigkeitsbereich ist häufig abwechslungsreicher und man wird oftmals auch an Entscheidungsprozessen beteiligt.

Mittelständische Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind oft in kleinere Abteilungen aufgeteilt. Auszubildende durchlaufen diese nach und nach und lernen so das ganze Unternehmen kennen. Firmen mit über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten größere Aufgabenvielfalt als ein Kleinbetrieb. Die Abläufe sind aber überschaubar, das Teamgefühl oft noch vorhanden, die Hierarchiestufen begrenzt und klar. In der Regel werden mehrere Auszubildende pro Jahrgang angestellt.

Überraschungen vermeiden: den Ausbildungsbetrieb vorab prüfen

Ob Kleinbetrieb oder Mittelstand: In jedem Fall sollten Sie und Ihr Kind vor Ausbildungsbeginn den Ausbildungsbetrieb auf geregelte Abläufe im Ausbildungsverfahren und (inner-)betriebliche Weiterbildungsmöglichkeiten begutachten. Auch nach den Chancen für eine spätere Übernahme dürfen Sie sich erkundigen.

Wichtige Gesichtspunkte für die Wahl eines Ausbildungsplatzes können auch die späteren Aufstiegsmöglichkeiten sein. Diese sind in mittelständischen Betrieben durchaus vorhanden, je nach Betriebsgröße, in Kleinbetrieben jedoch eher gering. Ggf. unterstützt die Firma aber eine Aufstiegsweiterbildung beispielsweise zur Meisterin und zum Meister oder zur Fachwirtin bzw. zum Fachwirt. Auch darauf können Sie den Betrieb vorab ansprechen.

Ausbildung im Verbund

Ist ein kleiner Betrieb stark spezialisiert oder kann durch die Auftragslage nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken, schafft ein Ausbildungsverbund Abhilfe: die Auszubildenden erwerben das fehlende Wissen in Partnerunternehmen. Als zusätzlichen Bonus erhalten sie dabei Einblicke in die Abläufe anderer Ausbildungsbetriebe, können sich mit anderen Auszubildenden austauschen und ggf. Kontakte für eine spätere Beschäftigung knüpfen.

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Stand: 27.11.2019