Herausforderungen meistern

Vom Praktikum zur Ausbildung

Praktika sind für Jugendliche meist der erste Kontakt mit der Arbeitswelt. Form und Umfang sind recht flexibel. Selbst ein kurzer Ausflug in einen Beruf gibt jungen Geflüchteten Selbstvertrauen und eine Perspektive für die Zukunft.

Junge Männer arbeiten in einer Werkstatt.
Kaeser Kompressoren SE
Eine Einstiegsqualifizierungen ist ein sechs- bis zwölfmonatiges betriebliches Praktikum, in dem Grundkenntnisse in einem anerkannten Ausbildungsberuf erworben werden.

Türöffner für die Berufswelt

Die Jugendlichen bekommen Einblick in Berufsanforderungen und erwerben erste praktische Fähigkeiten. Für den Betrieb besteht Gelegenheit, sich mit Bewerberinnen und Bewerbern vertraut zu machen und so eine eventuelle weitere Zusammenarbeit anzubahnen. Ein absolviertes Praktikum macht sich immer positiv im Lebenslauf als Nachweis für Eigeninitiative und Interesse.

Praktika: Rechtliche Voraussetzungen

Der rechtliche Status (Aufenthaltstitel) entscheidet, ob die Möglichkeit für ein Praktikum gegeben ist bzw. ob zuvor eine Zustimmung der Behörden (BAMF, BA) einzuholen ist. Dabei wird z.B. zwischen Orientierungs-, und Pflichtpraktika unterschieden. In jedem Fall empfiehlt es sich, auch bei Praktika die Rahmenbedingungen vertraglich zu fixieren. Aktuelle Informationen, wann welche Praktika zulässig sind, finden Sie auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

www.arbeitsagentur.de

www.bamf.de

Praktikumsstellen finden

Über die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit und über die Kammern kommt man am effektivsten zu Praktikumsplätzen. Nutzen Sie auch Ihre beruflichen
und privaten Netzwerke, um Praktikumsstellen ausfindig zu machen. Betriebe, die Ausbildungsplätze anbieten, sind dabei erste Wahl. Initiative Bewerbungen sowie persönliches Engagement sind aber unerlässlich. So kann auch ein höflicher Anruf bei einem Unternehmen, an dem Interesse besteht, zum Erfolg führen. Das Telefonieren vorher zu üben, gibt Sicherheit.

Verhalten im Praktikum

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Daher sollten Sie in der Vorbereitung auf ein Praktikum auch das Thema Verhalten und Höflichkeit ansprechen und gegebenenfalls gezielt einüben (z.B. in Rollenspielen). Einige sprachliche Höflichkeitsfloskeln und Verhaltensregeln vorab einzustudieren, hilft den Jugendlichen bei einem reibungslosen Einstieg in die erste Begegnung mit der Arbeitswelt. Grundlegende Tipps zu Kontaktaufnahme und korrektem

Verhalten finden Sie auf:

www.planet-beruf.de » EINSTEIGEN » BEWERBUNG kompakt

Einstiegsqualifizierung: Gut vorbereitet in die Ausbildung

Einige Betriebe bieten die Möglichkeit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) vor Abschluss eines Ausbildungsvertrags. Dieses sechs- bis zwölfmonatige betriebliche Praktikum, in dem Grundkenntnisse in einem anerkannten Ausbildungsberuf erworben werden, eignet sich auch für junge Geflüchtete. Die Teilnahme an einer Einstiegsqualifizierung wird in der Regel mit einem Zertifikat bescheinigt. Für die Teilnahme an einer EQ sollte zunächst mit einer Berufsberaterin bzw. einem Berufsberater Kontakt aufgenommen werden. Diese klären gemeinsam mit den Jugendlichen die Voraussetzungen für die Förderung und unterstützen bei der Suche nach Betrieben, die eine EQ anbieten.

Wael (19), Auszubildender zum Maschinen- und Anlagenführer

Porträt von Wael.
Kaeser Kompressoren SE
Wael fand durch die Einstiegsqualifizierung zu seinem Ausbildungsplatz.

"In der Berufsschule war ich zwei Jahre in einer Berufsintegrationsklasse. Über das Internet bin ich selber auf Praktikumsangebote bei Kaeser Kompressoren SE gestoßen. Erst habe ich gezögert, wegen meiner Deutschkenntnisse. Zum Glück habe ich mich getraut und meine Bewerbungsunterlagen geschickt. Im Praktikum wurde ich super aufgenommen und durfte vieles direkt ausprobieren. Über den Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen konnte ich auch gleich mein Deutsch verbessern.

Einen Ausbildungsplatz als Maschinen- und Anlagenführer wollte ich danach unbedingt haben, deshalb habe ich mich angestrengt, war höflich, interessiert und habe meine Bewerbungsunterlagen nochmal verbessert abgegeben. So hat es tatsächlich geklappt: Seit September 2016 bin ich in der Ausbildung.

Ich plane aber schon weiter. Wenn ich nach zwei Jahren meinen Abschluss habe, möchte ich in einem weiteren Jahr gerne noch eine einjährige Fortsetzungsausbildung als Industriemechaniker machen.

Ich kann nur jedem raten: Informiert euch, welche Betriebe Praktika anbieten. Dann fasst euch ein Herz und zeigt, dass ihr etwas erreichen wollt. Es gibt sicher eine Chance für euch."

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Stand: 25.01.2017
Berufe Entdecker
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