Bericht: Die Vielfalt der Handwerksberufe

Berufliche Zukunft im Handwerk

Jugendliche, die sich fürs Handwerk interessieren, haben vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten. Die Bandbreite an Handwerksberufen und die dafür erforderlichen Stärken stellt Ihnen planet-beruf.de im folgenden Bericht vor.

Eine Frau bedient eine Sägemaschine in einer Werkhalle.
Als Tischler/in ist der Umgang mit Maschinen Teil der Tagesordnung.

Zahlen und Beispiele

Ein Mann föhnt einer Frau die Haare.
Als Friseur/in ist auch der Umgang mit Kundinnen und Kunden zentral.

Im Handwerk gibt es laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 146 Ausbildungsberufe. Diese Fülle an Möglichkeiten tut sich Jugendlichen auf, wenn sie handwerklich interessiert und begabt sind. Dabei beläuft sich die Vielfalt nicht nur auf die prototypischen Berufe wie zum Beispiel Tischler/in, Bäcker/in, Fleischer/in und Klempner/in. Die Bandbreite erstreckt sich über viele Branchen: vom Holzgewerbe über die Lebensmittelindustrie bis zum Fahrzeugbau. Auch die Ausbildungsberufe Fotomedienfachmann/-frau, Friseur/in und Systemelektroniker/in zählen zum Handwerk. Diese abwechslungsreichen und vielfältigen Möglichkeiten bietet den Jugendlichen eine große Auswahl. Gerade deswegen ist eine Beratung in der Berufsorientierung so wichtig. Durch die richtige Beratung können die passenden Berufe herausgefiltert werden.

Zugang und Stärken

Es gibt einige Handwerksberufe, die einen niedrig- bis mittelschwelligen Zugang bieten. Rechtlich ist zum Beispiel in allen oben genannten Berufen keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Meistens werden für diese Ausbildungen überwiegend Azubis mit Hauptschulabschluss eingestellt.

Neben einem Schulabschluss sollten Jugendliche im Handwerk auch handwerkliches Geschick mitbringen. Auch Rechenfertigkeiten sind wichtig, um beispielsweise Maße, Rezeptmengen, Gewichtsangaben oder Rohrlängen berechnen zu können.

Viele unbesetzte Ausbildungsplätze

Eine Frau nutzt einen Stift und ein Lineal, um eine Skizze anzufertigen.
Zu handwerklichem Geschick zählen auch Sorgfalt und Genauigkeit.

Vor allem in den Berufen Bäcker/in und Klempner/in gibt es viele freie Ausbildungsplätze. Insofern haben handwerklich begabte beziehungsweise interessierte Jugendliche gute Zukunftsperspektiven. Es ist wichtig, junge Menschen zu motivieren, sich auch für handwerkliche Ausbildungen zu bewerben.

 

Interesse wecken durch Vielfalt

Das Interesse am Handwerk kann dadurch geweckt werden, dass mehr Augenmerk auf die Vielfalt der Berufe gelenkt wird. Die individuellen Interessen und Fähigkeiten werden somit breit eingefangen. Jugendliche, die sich für Maschinen interessieren tendieren zu anderen Berufen als Jugendliche mit Interessen im Bereich der Essenszubereitung. Check-U - das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit - kann in der Orientierungsphase dabei helfen, die eigenen Stärken und Interessen zu entdecken.

 

Gegen Vorurteile und Klischees vorgehen

Gerade die Betonung der Vielfalt kann dabei helfen, mit Vorurteilen und Klischees bezüglich des Handwerks aufzuräumen. Es stimmt zum Beispiel nicht unbedingt, dass man sich im Handwerk den Rücken kaputt macht. Zwar gibt es einige Handwerksberufe, die mit körperlicher Anstrengung verbunden sind, aber nicht jeder Beruf im Handwerk ist gleich. Außerdem vereinfacht der technische Fortschritt viele anstrengende Dinge. In der Berufsorientierung ist es für die Jugendlichen wichtig, sich nicht von Vorurteilen abschrecken zu lassen. Weisen Sie am besten darauf hin, dass diese Klischees meistens nicht zutreffen.