Bericht : Ausbildung im Gesundheitswesen - Eine Chance für junge Geflüchtete

Helfende Hände

Eine Ausbildung im Gesundheitswesen bietet gute Perspektiven, denn es besteht bundesweit Bedarf an Pflegekräften. Im Folgenden stellen wir Berufe im Gesundheitswesen vor, die durch niedrigere Einstiegshürden auch für junge Geflüchtete geeignet sind.

Zwei Pflegekräfte besprechen sich.
Eine Auszubildende begleitet eine ältere Dame
Ausbildungen im Gesundheitswesen sind auch für junge Geflüchtete geeignet.

Schulische Ausbildung ist Regelfall

Berufe im Gesundheitswesen sind oftmals schulische Ausbildungen. Dies bedeutet, dass ein großer Teil der Ausbildung an einer Berufsfachschule absolviert wird. Die gelernten Inhalte werden in regelmäßigen Praktika angewendet und vertieft.

Für die Aufnahme an der Berufsfachschule ist in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss notwendig. In einigen Schulen wird aber ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Aufnahmebedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Außerdem kann ein ärztliches Attest zur Überprüfung der gesundheitlichen Eignung und/oder ein Führungszeugnis verlangt werden.

Auch die Dauer der Ausbildungen unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Altenpflegehelfer/innen und Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen benötigen zwischen 1 und 2 Jahren für die Ausbildung, während Fachkräfte für Pflegeassistenz und Sozialassistentinnen/Sozialassistenten mindestens 2 Jahre die Berufsfachschule besuchen.

Finanzielle Aspekte

Die Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege ist durch Gesetze der Länder geregelt. Teilweise wird eine Vergütung gezahlt. Die Höhe dieser Entlohnung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Als Auszubildende/r zur Fachkraft für Pflegeassistenz und zur Sozialassistentin bzw. zum Sozialassistenten hat man allerdings keinen Anspruch auf eine Vergütung.

Staatliche Berufsfachschulen sind in der Regel kostenfrei, während bei privaten Einrichtungen teilweise Schulgebühren anfallen können. Doch auch bei öffentlichen Schulen werden in manchen Fällen Aufnahme- und Prüfungsgebühren verlangt. Ggf. fallen außerdem Kosten für Lehr- und Lernmittel sowie Berufsbekleidung und Fahrtkosten an.

Eine finanzielle Förderung ist für Schüler/innen während einer berufsbildenden Ausbildung durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) geregelt. In welchen Fällen ein Anspruch besteht, muss individuell entschieden werden.

Junger Mann hilft älterem Mann beim Trinken.
Einfühlungsvermögen und Sorgfalt sind wichtige Anforderungen.

Anforderungen im Gesundheitssektor

Eine Eignung für die Berufsanforderungen beispielsweise von Pflegeberufen sollte unbedingt bestehen. So sind Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein unabdingbare Anforderungen, um in einem Beruf im Gesundheitswesen arbeiten zu können.

Außerdem müssen die Auszubildenden in der Lage sein, ggf. bettlägerige oder sonst eingeschränkte Personen mit eigener Kraft bewegen zu können. Aber nicht nur eine gute körperliche Konstitution, auch psychische Stabilität sollte bei den jungen Geflüchteten vorhanden sein. Ein Beruf mit kranken Menschen kann mitunter sehr belastend für die Psyche sein.

Natürlich wird auch das nötige Einfühlungsvermögen im Umgang mit kranken Patienten, Kindern und Jugendlichen und deren Angehörigen erwartet. Um problemlos mit Patienten, Heimbewohnern und Angehörigen zu kommunizieren, sollten die Auszubildenden die deutsche Sprache möglichst sicher beherrschen.
 

Weitere Möglichkeiten

Geeignete Bewerber/innen finden auch Wege in Ausbildungen, die einen höheren Bildungsabschluss verlangen und deren Ausbildungsdauer länger ist. Für die duale Ausbildung als Medizinische/r Fachangestellte/r ist beispielsweise gesetzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgegeben. In der Regel stellen die Ausbildungsbetriebe zwar Schüler/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein, doch die Kriterien legen die Praxen selbst fest. Somit besteht auch für junge Geflüchtete, die sich überzeugend präsentieren, die Möglichkeit eine Ausbildung in diesem oder anderen Berufen, wie Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/in, zu machen.


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Stand: 30.05.2018