Starthilfe in die Ausbildung

Wenn es mit einer Ausbildung nicht auf Anhieb klappt ...

… musst du nicht den Kopf hängen lassen. Es gibt Angebote, die dich auf eine Ausbildung vorbereiten. Sie heißen z.B. BVJ, BGJ, EQ, BvB oder AsA. Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Wir knacken den Code und zeigen dir, welche Türen dir offen stehen.

Der Ausbilder schaut, ob der Auszubildende es richtig macht.
Verena Müller
Eine "Assistierte Ausbildung" (AsA) zu machen, bedeutet eine zusätzliche Unterstützung bei der betrieblichen Berufsausbildung zu bekommen.

Hinter diesen Abkürzungen verbergen sich Starthilfen in die Ausbildung. Manche dieser Angebote, z.B. BVJ oder BGJ, heißen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Auch die Inhalte können manchmal etwas anders sein. Meist sind die Unterschiede aber nicht sehr groß. Es ist möglich, dass es in deiner Nähe kein BVJ gibt, dafür aber z.B. die BEK (Berufseinstiegsklasse). EQ, BvB oder AsA dagegen sind bundesweite Angebote. Am besten sprichst du mit deiner/deinem Berufsberater/in ab, was für dich infrage kommt.

Unterstützung bei der Berufsorientierung BvB bedeutet Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. Hier bist du richtig, wenn du deine Schulpflicht erfüllt, aber keine Ausbildungsstelle gefunden hast. In einer BvB hast du nicht nur Unterricht, sondern machst auch mehrere Betriebspraktika. Dadurch kannst du verschiedene Berufe kennenlernen und in die Arbeitswelt hineinschnuppern. Die BvB dauert in der Regel bis zu zehn Monate. Und: Du kannst deinen Schulabschluss nachholen. Ob eine BvB für dich sinnvoll ist, entscheidet die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bzw. dein/e persönliche/r Ansprechpartner/in im Jobcenter.

Vier Mädchen arbeiten an Werkbänken.
Verena Müller
Im Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) lernst du Dinge, die du in einer anschließenden Berufsausbildung gut anwenden kannst.

Schulische Hilfen BVJ steht für Berufsvorbereitungsjahr. Gerade, wenn du keinen oder einen schlechten Hauptschulabschluss hast, ist das etwas für dich. Den kannst du hier nämlich nachholen oder verbessern. Außerdem bekommst du theoretischen und praktischen Unterricht in bis zu drei Berufsfeldern, die du dir aussuchen kannst. Ein BVJ dauert ein Jahr und findet an einer Berufsschule oder Berufsfachschule statt.

Beim BGJ (Berufsgrundbildungsjahr bzw. Berufsgrundschuljahr) solltest du schon einen Hauptschulabschluss haben. Im Unterricht wird dir die Theorie und Praxis eines Berufsfeldes beigebracht. Wenn es gut läuft, kann dir dieses Jahr dann als erstes Ausbildungsjahr anerkannt werden und du kannst die Ausbildung, die du danach startest, verkürzen. Das BGJ dauert ein Jahr und wird an Berufsschulen oder Berufsfachschulen durchgeführt.

Jetzt wird es praktisch
Wenn du gleich den Arbeitsalltag in einem Betrieb mitbekommen willst, dann solltest du über eine EQ (Einstiegsqualifizierung) nachdenken. Dabei handelt es sich um ein Langzeitpraktikum, das 6 bis 12 Monate dauern kann. Dir werden die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres des jeweiligen Berufes beigebracht. Zum Abschluss erhältst du eine Bescheinigung und kannst damit schon viel praktisches Können in einem Ausbildungsberuf nachweisen.

Wenn deine Bewerbungen bisher nicht erfolgreich waren oder deine Ausbilderin bzw. dein Ausbilder zweifelt, ob du eine Ausbildung schaffst, dann kann für dich eine Assistierte Ausbildung (AsA) infrage kommen. Die Berufsberatung deiner Agentur für Arbeit oder deines Jobcenters kann dich dafür vorschlagen. Das bedeutet, dass du während der betrieblichen Berufsausbildung zusätzlich eine Unterstützung erhältst. Das kann z.B. Deutschunterricht sein oder Nachhilfe für Fächer, die du an der Berufsschule hast.

Ein Ausbilder unterstützt einen Auszubildenden mit Behinderung bei der Arbeit.
Petra Simon
Für Jugendliche mit Behinderungen gibt es spezielle Unterstützungsangebote in der Berufsausbildung.

Berufsausbildungen für Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen sollen genauso wie Menschen ohne Behinderungen grundsätzlich eine Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen machen können. Wenn eine reguläre Ausbildung wegen der Art und Schwere der Behinderung nicht in Betracht kommt, können spezielle Regelungen die Durchführung der Ausbildung ermöglichen. Daher gibt es bestimmte Ausbildungen für Menschen mit Behinderungen. Dies könnte z.B. eine Ausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker sein. In diesen Ausbildungen ist der Unterricht in der Berufsschule einfacher.

Es ist möglich, im Anschluss an eine Ausbildung für Menschen mit Behinderungen eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu machen. Ansprechpartner/innen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sind bei allen Fragen die Beraterinnen und Berater des Reha-Teams der Agenturen für Arbeit. Weitere Informationen findest du unter

Bundesagentur für Arbeit: Menschen mit Behinderungen

Eine Übersicht über die Berufe findest du hier:

Übersicht der Ausbildungsberufe für Menschen mit Behinderung

Hilfe beim Ausbildungsabschluss

Du willst deine Ausbildung erfolgreich abschließen, aber schlechte Noten oder andere Hindernisse stehen dem im Weg? Dann frag deine Berufsberatung oder dein Jobcenter nach den sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Wenn man sie in Anspruch nimmt, erhält man mindestens drei Stunden in der Woche z.B. Nachhilfe in Fachtheorie oder wird bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen unterstützt. Auch bei persönlichen Problemen mit deinem Ausbildungsbetrieb kann dir geholfen werden. Für dich und den Ausbildungsbetrieb entstehen dabei keine Kosten.

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Stand: 07.03.2018
Berufe Entdecker
BWT

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Wenn es mit einer Ausbildung nicht auf Anhieb klappt