Interview: Das ist wichtig, wenn du einen Streit schlichtest

Konflikte friedlich lösen

Madlen und Helena sind seit einem Jahr Streitschlichterinnen an der Realschule Hilpoltstein. Im Interview erzählen sie, wie sie gemeinsam ihren Mitschülerinnen und Mitschülern bei der Konfliktlösung helfen.

Zwei Jugendliche streiten miteinander.
Streitschlichter/innen sind dazu da, Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern friedlich zu lösen.
Porträt von Helena
Privat
Als Streitschlichterin hat Helena immer ein offenes Ohr für ihre Mitschüler/innen.

planet-beruf.de: Was sind eure Aufgaben als Streitschlichterinnen?

Helena: Wir helfen, wenn Schüler/innen über längere Zeit einen Konflikt miteinander haben. Entweder können Lehrkräfte auf uns zukommen oder die betroffenen Jugendlichen. Dann unterstützen wir sie durch gemeinsame Gespräche bei der Streitschlichtung.

Madlen: Dafür haben wir letztes Jahr eine feste Sprechstunde eingeführt: jeden Mittwoch in der ersten Pause. Sie findet in einem geschützten Raum, dem SMV-Zimmer (Streitschlichterzimmer), statt.

planet-beruf.de: Worauf achtet ihr bei der Streitschlichtung?

Helena: Im Team haben wir Regeln für die Streitschlichtungsgespräche ausgearbeitet. Dazu gehört z.B. die Verschwiegenheitspflicht: Was wir besprechen, geben wir nicht an Außenstehende weiter. Wichtig sind auch ein respektvoller Umgang und Gleichberechtigung. Wir lassen jeden aussprechen und hören einander zu. Außerdem werden keine Beschimpfungen und Beleidigungen verwendet. Dadurch verhindern wir, dass während des Gesprächs der Streit eskaliert.

Porträt von Madlen
Privat
Bisher haben Madlen und die anderen Streitschlichter/innen ihrer AG jeden Konflikt gelöst.

planet-beruf.de: Wie läuft so ein Streitschlichtungsgespräch ab?

Helena: Die Beteiligten erzählen nacheinander, wie es zum Streit gekommen ist. Dadurch sollen sie über die Situation nachdenken und sich in ihr Gegenüber hineinversetzen und es verstehen. Zu jeder Sichtweise machen wir uns Notizen. Wir bewerten dabei nicht, sondern sind neutral. Wir greifen nur dann ein, wenn keiner Einsicht zeigt oder wir merken, dass sie im Gespräch nicht vorankommen. Dann versuchen wir ihnen Denkanstöße zu geben.

Madlen: Zum Schluss überlegen sich die Betroffenen eine Lösung. Die wird in einem Vertrag festgehalten, den alle unterschreiben. Dort steht z.B. drin, wie sie ihr Verhalten ändern wollen. Nach einem Monat gibt es ein Nachgespräch. Dann wird besprochen, ob sich alle an die Vereinbarungen gehalten haben und ob sich dadurch die Situation verbessert hat. Sollte das nicht der Fall sein, suchen wir nach einer neuen Lösung. Bisher hat es aber immer geklappt!

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.0 von 5. 6 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 12.12.2018
Berufe Entdecker
BWT

Abstimmung

Ist eine schulische Ausbildung etwas für dich?