Statements: Nachtschicht im industriellen Betrieb

Rund um die Uhr im Einsatz

Phillip und Tobias haben vor Kurzem ihre Ausbildungen zum Maschinen- und Anlagenführer und Industriemechaniker erfolgreich abgeschlossen. Beide haben bei der Arbeit in der Produktion Erfahrung mit Nachtarbeit gesammelt.

Eine Jugendliche arbeitet mit einer Maschine.
Vor allem in Industrieberufen gibt es häufig Nachtschichten.

Phillip, seit Januar 2014 ausgelernter Maschinen- und Anlagenführer bei der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH in Fulda

Maschinen- und Anlagenführer Phillip
Privat
Für Phillip lohnt sich die Nachtschicht in jedem Fall.

"Durch einen Ferienjob in meiner jetzigen Firma habe ich meinen Beruf entdeckt. Ich wollte nach meiner ersten Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten lieber handwerklich arbeiten. Mir war von Anfang an klar, dass ich nach der Ausbildung im Schichtsystem tätig sein werde.

Zu Beginn der Schicht wird jede/r Facharbeiter/in einer Maschine zugeteilt. Ich bin gerade im Reifenbau und arbeite dort alleine an einer vollautomatischen Anlage, die spezielle Produkte wie RunOnFlat-Reifen produziert. Unser Schichtplan wird immer schon im Vorjahr für das ganze nächste Jahr erstellt. Es gibt vier verschiedene Schichten, die darin farblich markiert sind, Früh-, Spät-, Nacht- und Freischicht.

Ich arbeite gern in der Nachtschicht, man bekommt Zuschläge zum Lohn und es ist ruhiger als in den Tagesschichten. Ich mache das jetzt seit einem halben Jahr und habe einen guten Rhythmus gefunden. Aber man muss aufpassen, dass man genug Schlaf bekommt und nicht übermüdet und unkonzentriert an den Maschinen arbeitet. Manchmal kommt es auch vor, dass man einen ganzen Tag verschläft, wenn man von 22 bis 6 Uhr durchgearbeitet hat."

Tobias, fertiger Industriemechaniker (seit Januar 2013) bei der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH in Fulda

Industriemechaniker Tobias.
Privat
Tobias hat keine Probleme auch nachts zu arbeiten.

"Nachdem ich mich bei der Berufsberatung und im Berufsinformationszentrum (BiZ) informiert habe, kam für mich der Beruf Industriemechaniker infrage.

Vom Schichtdienst habe ich während der eigenen Bewerbungsphase noch nichts gewusst, es war mir aber auch wichtiger, erst einmal einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

In der Ausbildung wurden wir in Schulungen, z.B. zum Thema Ernährung während der Nachtschicht oder zum optimalen Schlafverhalten auf die Nachtarbeit vorbereitet. In der Nachtschicht selbst arbeitet man frühestens am Ende des 3. oder Anfang des 4. Lehrjahres und auch nur, wenn man schon älter als 18 ist.

Seit einigen Monaten arbeite ich nicht mehr in der Nachtschicht, sondern tagsüber in der flexiblen Maschinenvermessung. Manchmal springe ich in den Schichtbetrieb ein, wenn jemand krank ist oder Urlaub hat. Das macht mir als junger Mensch auch nichts aus. Ich denke aber, dass das Arbeiten im Schichtbetrieb nicht mehr so einfach ist, wenn man eine Familie hat."

Das Jugendarbeitsschutzgesetz

Dieses Gesetz regelt z.B., dass die Wochenarbeitszeit von Jugendlichen nicht höher als 40 Stunden sein darf. Ein Arbeitstag darf außerdem nicht länger als acht Stunden dauern und generell gilt die 5-Tage-Woche mit dem freien Wochenende. Der früheste Arbeitsbeginn ist um 6 Uhr, spätestens um 20 Uhr muss Feierabend sein. An jedem Arbeitstag hast du Anspruch auf geregelte Pausen. Bitte beachte aber, dass es für bestimmte Branchen Ausnahmen gibt! So dürfen z.B. Auszubildende in der Landwirtschaft, in Gaststätten oder Bäckereien auch früher, später oder länger arbeiten, solange sie diese Mehrarbeit an anderen Tagen ausgleichen können.

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Stand: 03.12.2014