Job inside: Pharmazeutisch-technischer Assistent

Die Mischung macht's

"Ich bin schon ein bisschen stolz, diese Arbeit auszuüben", sagt Vladi über seinen zukünftigen Beruf. Er macht gerade den praktischen Teil seiner Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten und trägt bereits viel Verantwortung.

Porträt von Vladi.
Privat
Vladi hilft gerne anderen Menschen.

"Wir sind die rechte Hand des Apothekers bzw. der Apothekerin", beschreibt Vladi die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten und Assistentinnen (PTA). Er erklärt die Einzelheiten: "Der Kunde bringt ein Rezept mit, auf dem z.B. eine Salbe verordnet ist, und wir stellen dann das Arzneimittel her. Zunächst prüfenwir die Rezeptur auf Plausibilität. Das heißt, in Abstimmung mit dem Apotheker kontrollieren wir, ob sich alle Wirkstoffe der Rezeptur miteinander vertragen und ob die Mengenangaben stimmig sind." Anschließend wiegt Vladi sorgfältig alle Bestandteile ab und mischt sie zusammen. "Schon eine kleine Abweichung kann kritisch sein. Man hat eine sehr große Verantwortung, denn es geht um die Gesundheit der Menschen."

Direkt am Kunden

Besonders schätzt Vladi den Kundenkontakt bei seiner Arbeit: Er berät beim Kauf von Medikamenten und erklärt deren Anwendung. Auch auf mögliche Nebenwirkungen weist er hin. Hilfsprogramme an der Computerkasse unterstützen ihn dabei mit Informationen. Außerdem gibt er Gesundheitstipps oder macht Blutdruckmessungen. "Es macht Spaß, den Kunden im Dschungel der Arzneimittel und Krankenkassenbestimmungen Orientierung zu geben. Besonders freue ich mich, wenn sich Kunden für eine gute Empfehlung bedanken", sagt er. Damit während der Öffnungszeiten der Apotheke immer Ansprechpartner für die Kunden zur Verfügung stehen, arbeitet Vladi zeitweise auch in den Abendstunden oder an Samstagen.

Vladi trägt bei seiner Tätigkeit Schutzkleidung.
Privat
Spezielle Arzneimittel für Krebspatienten stellt Vladi unter sterilen Bedingungen her.

So funktioniert die Ausbildung

Vor Vladis sechsmonatigem Berufspraktikum in der Apotheke hat er zwei Jahre lang das Berufskolleg der Kerschensteinerschule in Stuttgart besucht. Hier konnte er im theoretischen Unterricht alles über Krankheiten und deren Behandlung mit Arzneimitteln lernen. Im Labor hat er regelmäßig selbst die Herstellung von Arzneimitteln wie Kapseln oder Lösungen geübt. Schulgeld musste er in dieser Zeit nicht bezahlen. Für sein Praktikum bei der Westend Apotheke in Stuttgart erhält er eine Vergütung.

In seiner Klasse im Berufskolleg war Vladi der einzige Junge. "Ich habe mich sehr wohl gefühlt unter den Mädels", betont er.

Voraussetzungen: Geduld und Mathe

Wer die PTA-Ausbildung machen möchte, braucht eine gewisse Neigung für die naturwissenschaftlichen Fächer. "Man muss ständig rechnen", sagt Vladi, "wenn man die Wirkstoffmengen bei unterschiedlichen Rezepturen bestimmt. Auch chemisches Verständnis gehört dazu. Daneben ist Geduld wichtig, sowohl bei der Arzneimittelherstellung als auch im Umgang mit den Kunden." All das lohnt sich, hat Vladi festgestellt: "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man jemandem helfen kann."

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Berufsfachschulen und Berufskollegs

Dauer: 2,5 Jahre (inklusive 6-monatigem Praktikum in einer Apotheke)

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss. Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus, z.B. anhand von Schulnoten oder einer Aufnahmeprüfung.

Alternativen z.B.:

  • Pharmazeutisch-kaufmännische/r
  • Angestellte/r
  • Pharmakant/in

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Nach der Ausbildung als Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in kannst du z.B. eine Weiterbildung machen und die Prüfung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Pharmazie oder zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Chemie ablegen.

Mehr Infos zu den verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten findest du auf BERUFENET.

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Stand: 25.01.2017
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