Job inside: Heilerziehungspflegehelfer

Von der Pflege bis zur Freizeitgestaltung

Tobias macht eine Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer. Alle zwei Wochen geht er für drei Tage in die Berufsfachschule, die anderen Tage ist er in seiner Praxisstelle. Im Interview erzählt er über die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.

Tobias sitzt mit einem Bewohner am Tisch und untrstützt ihn beim Essen..
Diakonie Kork
Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit und Durchsetzungsvermögen - das alles und mehr hat Tobias während seiner Ausbildung gelernt.
Porträt von Tobias.
Diakonie Kork
Tobias macht es glücklich, für andere Menschen da zu sein.

planet-beruf.de: Wie bist du zu der Ausbildung als Heilerziehungspflegehelfer gekommen?

Tobias: Über Umwege. Ich habe mich in unterschiedlichen handwerklichen Berufen probiert, war aber nie wirklich zufrieden. Durch ein Praktikum als Erzieher wusste ich, dass der soziale Bereich etwas für mich ist. Ich wollte also ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Ich wurde dann an ein Wohnheim der Lebenshilfe vermittelt, wo es mir sehr gut gefallen hat. Ich habe aber später von der Berufsfachschule erfahren, dass ich die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger mit meinem Hauptschulabschluss nicht machen kann. So wurde ich an die Ev. Fachschule für Heilerziehungspflege der Diakonie Kork vermittelt, die die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspflegehelfer/in anbietet, bei der ich unter bestimmten Voraussetzungen auch eine mittlere Reife erwerben kann. Und jetzt bin ich bereits im 2. Ausbildungsjahr.

Heilerziehungspflegehelfer: Viele Bezeichnungen - ein Beruf

Tobias macht seine Ausbildung in Baden-Württemberg, wo man den Beruf "Heilerziehungsassistent/in" nennt. Es gibt auch die Bezeichnungen "Heilerziehungspflegeassistent/in" oder "Sozialassistent/in, Schwerpunkt Heilerziehung".

Eine Gruppe junger Menschen steigt in einen Bus ein.
Sebastian Friedrich
Als Heilerziehungspflegehelfer/in planst du auch Freizeiten. Dazu gehört ganz schön viel Organisationstalent!

planet-beruf.de: Deine Praxisstelle hast du bei einer Einrichtung der Lebenshilfe. Was gehört zu deinen Aufgaben?

Tobias: Ich arbeite in einem Wohnheim, in dem Erwachsene mit vorwiegend geistigen Beeinträchtigungen leben. Es gibt verschiedene Gruppen, unsere hat beispielsweise zehn Bewohnerinnen bzw. Bewohner. Von morgens bis abends ist der Betreuungsdienst besetzt. Aber auch in der Nacht ist jemand da, der sich um die Bewohner/innen kümmert, die eine ständige Pflege benötigen, indem er nach ihnen sieht oder beispielsweise eine Inkontinenzunterlage wechselt. Meine Aufgaben unterscheiden sich je nach Schicht und Bewohner/in. Da gibt es zum Beispiel die morgendliche Pflege, Hilfe bei der Essenszubereitung oder Unterstützung bei der Freizeitgestaltung. Ich begleite unsere Bewohner/innen aber auch bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Manche haben auch eine Arbeit, da bin ich für die Vorbereitung und Begleitung zu den Werkstätten zuständig.

planet-beruf.de: Was macht dir denn am meisten Spaß?

Tobias: Die Freizeitgestaltung. Ich als Auszubildender darf auch selbst Ausflüge planen. Dabei ist es wichtig, alles gut zu durchdenken. Wie viele Betreuer/innen sind an dem Tag da? Wie kommen wir dorthin? Wer von den Bewohnerinnen und Bewohnern kann und will mit? Ein jährliches Highlight bei uns in Ludwigshafen ist beispielsweise der Herbstball. Die Veranstaltung selbst ist von Menschen mit Behinderungen geplant. Dieses Jahr bin ich mit zwei, drei Bewohnerinnen und Bewohnern bereits das zweite Mal dort.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Berufsfachschulen (landesrechtlich geregelt)

Dauer: 1–2 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel ein Hauptschulabschluss. Je nach Bundesland können weitere Zugangsvoraussetzungen gefordert werden, z.B. eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mehrjährige einschlägige Berufstätigkeit, ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung oder ein Führungszeugnis.

Alternativen z.B.:

  • Sozialpädagogische/r Assistent/in/Kinderpfleger/in

  • Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in

  • Fachkraft für Pflegeassistenz
  • Altenpflegehelfer/in

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Tobias möchte die Ausbildung fortsetzen und Heilerziehungspfleger werden. Möglich ist auch eine Weiterbildung als Fachwirt/in für Erziehungswesen oder Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen. Mehr Infos zu den verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten findest du auf

www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Perspektiven » Aufstiegsweiterbildung.

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Stand: 31.01.2018
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