Job inside: Hauswirtschafter

Praktisch und kreativ für andere sorgen

Chris hat sich für eine Ausbildung zum Hauswirtschafter entschieden. Dabei verbindet er Arbeit im zwischenmenschlichen Bereich mit praktischen Tätigkeiten im Haushalt. Welche Vorteile dieser soziale Beruf sonst noch bietet, erzählt er hier.

Ein Auszubildender für Hauswirtschaft am Spülbecken.
Als Hauswirtschafter/in lernst du Fähigkeiten, die du auch zu Hause hervorragend nutzen kannst.

"Ich wusste schon immer, dass ich was im zwischenmenschlichen Bereich machen will. Der menschliche Kontakt war mir wichtig. Ich wollte nicht irgendwo allein für mich arbeiten", sagt Chris. Er macht seine Ausbildung in schulischer Form an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung in Nürnberg. In den
meisten Bundesländern findet die Ausbildung jedoch in dualer Form im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.

Praxisnah und vielseitig

Derzeit ist Chris im 2. Ausbildungsjahr. Er lernt, wie man die unterschiedlichsten Lebensmittel sachgemäß lagert und verarbeitet und wie man daraus Gerichte zubereitet. "Die Einhaltung von Hygienevorschriften und die sorgfältige Reinigung der Arbeitsgegenstände und auch der gesamten Küche gehört unbedingt dazu“, erklärt Chris. "Denn wenn Hygienevorschriften nicht eingehalten werden, ist das eine Gefahr für die Gesundheit der Personen, die man versorgt." Als Hauswirtschafter/
in sollte man also Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Außerdem gehört zur Hauswirtschaft die Wäschepflege: Chris wäscht Wäsche, bügelt und näht mit der Nähmaschine. Wichtig ist es zudem, den Umgang mit den Menschen zu erlernen, die in den Gemeinschaftseinrichtungen oder in den  Privathaushalten leben, in denen man als Hauswirtschafter/in arbeitet. Die Arbeit im Betrieb erlebt er als Herausforderung: "Hier lernt man das richtige Arbeiten. In der Ausbildung sind wir sehr selbstständig und erledigen viele Aufgaben bereits alleine."

Ein Hauswirtschafter an der Nähmaschine.
Nicht nur bei der Lebensmittelzubereitung, sondern auch bei der textilen Gestaltung sind flinke Hände gefragt.

Raum für Kreative

Beim Gestalten von Räumen und beim Zubereiten von Speisen geht es immer auch um eine ansprechende Präsentation: "Man kann natürlich einfach die Lebensmittel verarbeiten. Es geht bei unserer Arbeit aber auch darum, das Essen schön anzurichten. Dabei zählt vor allem Kreativität. Die Menschen, die man betreut, sollen sich schließlich wohlfühlen."

Einsatz für Klein und Groß

"Die Aufgabenpalette hängt sehr stark davon ab, wo man arbeitet", betont Chris. Oft ist man in diesem Beruf in privaten Haushalten tätig. Dann unterstützt man Personen unterschiedlichen Alters bei ganz alltäglichen Dingen. Hauswirtschafter/innen übernehmen zum Beispiel das Einkaufen, Kochen, Saubermachen, Bettenbeziehen, Wäschewaschen und Bügeln. Möglich ist auch der Einsatz im Großbetrieb, z.B. in einem Wohnheim oder Reha-Zentrum. Hier arbeitet man in einem Team für eine größere Gruppe. Aber immer geht es um die Betreuung und Versorgung von Menschen. Gut organisieren und auf Menschen eingehen zu können, sind deshalb wichtige Fähigkeiten in diesem Beruf.

Ein Hauswirtschafter führt einer Auszubildenden den sachgemäßen Umgang mit einem Küchengerät vor.
Bei der Speisenzubereitung erlernt man den Umgang mit nützlichen Küchengeräten.

Man lernt fürs Leben

Die Ausbildung erweist sich für Chris als überaus nützlich. Er verrät, wie gut es bei anderen ankommt, sich mit der Hauswirtschaft und der Haushaltsführung professionell und dienstleistend auszukennen. "Noch vor zwei Jahren hätte ich mir nicht einmal zugetraut, einen eigenen privaten Haushalt zu führen. Jetzt weiß ich auch, wie das funktioniert und bin darüber sehr froh." Er hat keine Probleme damit, dass in diesem Beruf mehr Frauen als Männer arbeiten. "Was man in dieser Ausbildung lernt, hängt nicht vom Geschlecht ab. Wenn jemand Lust darauf hat, mit Lebensmitteln zu arbeiten und zu lernen, wie man einen Haushalt gezielt und bedarfsorientiert nach ganz verschiedenen individuellen Belangen führt, dann empfehle ich diese Ausbildung auf jeden Fall."

Nach seiner Ausbildung will Chris das Abitur anschließen und eines Tages selbst Fachlehrer für berufliche Schulen werden.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: Chris macht die Ausbildung zwar in schulischer Form, es ist aber üblich, dass sie dual in Betrieb und Berufsschule stattfindet.

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen im Ausbildungsbereich Hauswirtschaft überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss ein, im Ausbildungsbereich Landwirtschaft überwiegend mit mittlerem Bildungsabschluss.

Alternativen z.B.:

  • Koch/Köchin

  • Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau

  • Haus- und Familienpfleger/in

Hier arbeiten Hauswirtschafter/innen

Chris arbeitet in der Küche eines Pflegeheims. Wohnheime, Kliniken usw. gehören zu den sozialen Großbetrieben, in denen Hauswirtschafter/innen tätig sind. Auch Betriebe wie Jugendherbergen, Cateringanbieter oder Tourismus- und Landwirtschaftsbetriebe stellen Hauswirtschafter/innen ein. Je nach Einrichtung versorgt man Erwachsene, Kinder oder Senioren. Zudem gehen Hauswirtschafter/innen häufig in privaten Haushalten hilfsbedürftigen Menschen zur Hand.

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Stand: 31.01.2018
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