Sozialer Ausbildungsberuf: Haus- und Familienpfleger/in

"Es gibt nichts, was es nicht gibt."

Simon sammelt bei seiner Arbeit als Haus- und Familienpfleger beim Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. viele unterschiedliche Erfahrungen. Den verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Beruf kann er nur weiterempfehlen.

Geschirr auf einem Tablett.
Haus- und Familienpfleger/innen haben vielfältige Aufgaben.
Porträt von Simon.
Simon hilft Familien, ihr Leben besser auf die Reihe zu kriegen.

planet-beruf.de: Simon, welche Aufgaben hast du als Haus- und Familienpfleger?

Simon: Bei uns gibt es zwei große Bereiche: die Haushaltshilfe und die Familienpflege im Auftrag des Jugendamts. Wenn z.B. ein Elternteil aus gesundheitlichen Gründen eine längere Zeit ausfällt, übernimmt man als Haushaltshilfe dessen Aufgaben in der Familie - bis zu acht Stunden am Tag: Das bedeutet, ich hole die Kinder von der Schule oder aus dem Kindergarten ab, koche Mittagessen, mache Einkäufe und andere Erledigungen und betreue die Kinder, bis der andere Elternteil nach Hause kommt und wieder übernimmt.

planet-beruf.de: Und was sind die Aufgaben im Bereich Familienpflege?

Simon: Im Bereich der Familienpflege steht insbesondere die Anleitung der Eltern bei der Versorgung ihrer Kinder im Vordergrund. Ich besuche pro Tag zwischen vier und sieben Familien, bei denen ich ganz unterschiedliche Aufgaben habe. Ich strukturiere den Haushalt und den Tagesablauf oder ich unterstütze die Eltern in Behördenangelegenheiten, z.B. gehe ich mit ihnen zum Jobcenter oder schaue, dass sie Anträge rechtzeitig stellen. Oder ich begleite Familien zum Kinderarzt, weil eine Vorsorgeuntersuchung ansteht. Es kann auch sein, dass ich einen Haushalt besuchen muss, um dort Ordnung und Sauberkeit zu kontrollieren, damit nicht überall Zigarettenkippen oder verderbliche Lebensmittel herumliegen.

Arbeitsorte – hier werden Haus- und Familienpfleger eingesetzt

Haus- und Familienpfleger sind z.B. bei sozialen Einrichtungen oder ambulanten sozialen Diensten angestellt. Meistens werden sie in privaten Haushalten eingesetzt und unterstützen Familien bei den täglichen Aufgaben.

Ein junger Mann räumt Geschirr ein.
Du sorgst für Ordnung in der Küche.

planet-beruf.de: Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Simon: Ich wollte gerne mit Menschen arbeiten, sie unterstützen und anleiten, ihr Leben besser auf die Reihe zu kriegen. Als Haus- und Familienpfleger kann ich mich da gut einbringen.

planet-beruf.de: Welche Stärken braucht man für deinen Beruf?

Simon: Man muss belastbar sein, weil man mit Menschen in schwierigen Lebenslagen zu tun hat. Man muss sich abgrenzen, aber auch immer wieder auf Neues einstellen können. Und man muss das Spannungsfeld aushalten können zwischen "Was ist mein Auftrag?" und "Welche Probleme gibt es noch in der Familie?" - ich muss wissen, wie viel ich helfen kann und darf, ohne mich oder die Familie zu überfordern und um die Privatsphäre der Familienmitglieder zu wahren.

Beim Einkaufen in einer Bäckerei.
Auch machst du Einkäufe.

planet-beruf.de: Würdest du die Ausbildung als Haus- und Familienpfleger anderen Jungen empfehlen?

Simon: Häufig fehlen in den Familien die männlichen Vorbilder, da sind Jungs auf alle Fälle erwünscht! Die Aufgaben bestehen ja nicht nur aus Kochen und Putzen. Es ist ein absolut vielseitiger, abwechslungsreicher Beruf, der echt Spaß macht und immer wieder neue Eindrücke und Erfahrungen mit unterschiedlichen Familienmodellen mit sich bringt. Es gibt nichts, was es nicht gibt! Man fördert die eigenen kommunikativen Kompetenzen und das Selbstbewusstsein und lernt, mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten, etwa mit Rechtsanwälten, den Mitarbeitern im Jobcenter oder Kinderärzten - jeder hat dabei eine andere Sichtweise. Dabei entwickelt man auch ein gutes Gespür für Menschen, das einem im Alltag hilft.

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Wer sich nach der Ausbildung zum Haus- und Familienpfleger weiterbilden möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen Lehrgängen zu unterschiedlichen Themen, z.B. Kochen, Hauswirtschaft und Haushaltsführung oder Erziehung und Pflege. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung hat, kann z.B. ein Studium im sozialen, medizinischen oder pflegerischen Bereich anschließen. Auch ohne Hochschulzugangsberechtigung ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Studium möglich.

Mehr Infos: www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Tätigkeit » Weiterbildung.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.5 von 5. 6 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 29.01.2014
Berufe Entdecker
BWT

Mehr Infos

Berufe von A-Z:

Haus- und Familienpfleger/in

Download

Den gesamten Beitrag aus "MINT/SOZIAL for you, Ausgabe 2014" als PDF-Datei herunterladen:

"Es gibt nichts, was es nicht gibt."