Job inside: Altenpfleger

Körperlich und psychisch stark

Tony ist im ersten Ausbildungsjahr als Altenpfleger und von seiner Arbeit begeistert. Dabei wollte er ursprünglich einen ganz anderen Weg einschlagen. Warum sich seine Pläne geändert haben, hat er planet-beruf.de verraten.

Ein Altenpfleger geht mit zwei Senioren spazieren.

planet-beruf.de: Die Ausbildung als Altenpfleger ist nicht deine erste?

Tony: Ja, nach dem Abschluss der Wirtschaftsschule habe ich eine Ausbildung als Bürokaufmann begonnen und abgeschlossen. Dabei habe ich immer mehr gemerkt, dass mir Büroarbeit einfach nicht gefällt. Eine Bekannte, die eine eigene Pflegeeinrichtung führt, hat mir ein Praktikum angeboten. Nach vier Wochen war mir klar, dass ich in diesem Bereich arbeiten will.

planet-beruf.de: In deinem Beruf sind Männer unterrepräsentiert. Wie hat dein Umfeld auf deine Wahl reagiert?

Tony: Meine Freunde haben mir einen sozialen Beruf erst einmal nicht zugetraut. Ich war nie besonders sozial engagiert. Im Laufe der Zeit haben sie jedoch gemerkt, dass ich in diesem Beruf genau richtig bin. Jetzt fragen sie mich oft um Rat, wenn es um ältere Angehörige geht.

Tony misst bei einer Bewohnerin den Blutdruck.
Bei vielen Bewohnern muss täglich der Blutdruck kontrolliert werden.

planet-beruf.de: Hast du gleich mit der Ausbildung begonnen?

Tony: Nein, ich habe fast zwei Jahre als Hilfskraft gearbeitet. Seit einem knappen Jahr bin ich beim Seniorenpflegeheim Gustav Adolf in Zirndorf, meiner jetzigen Ausbildungseinrichtung. Ich wollte mehr Verantwortung und habe daher im September 2015 mit der Ausbildung als Altenpfleger begonnen. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Dank meiner Erfahrung konnte ich gleich ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen.

planet-beruf.de: Wie ist deine Ausbildung organisiert?

Tony: Ich habe zwei Wochen Schule und zwei Wochen Praxis im Wechsel. In der Theorie lernen wir z.B., wie wir als Altenpfleger die ärztliche Therapie unterstützen können. In der Praxis auf Station setzten wir das Gelernte um. Wir geben zunächst unter Anleitung Medikamente oder spritzen Insulin. Dabei handelt es sich um die sogenannten behandlungspflegerischen Maßnahmen, die ungelernte Kräfte nicht ausüben dürfen.

Tony spielt ein Brettspiel mit zwei Seniorinnen.
Bei gemeinsamen Spielen haben Pfleger und Senioren viel Spaß.

planet-beruf.de: Was gefällt dir an deiner Arbeit und was vielleicht etwas weniger?

Tony: Am meisten Freude bereitet mir der Umgang mit alten Menschen. Sie strahlen und freuen sich, wenn sie Hilfe bekommen. Im Moment bin ich auf einer gemischten Station mit dementen und nicht dementen Menschen eingesetzt. Grundsätzlich behandle ich jeden Bewohner gleich. Bei dementen Menschen kommt es z.B. vor, dass sie sich nach ihren Eltern erkundigen, die lange tot sind. Ich muss dann wissen, wie ich mit solchen Äußerungen umgehe. Schwierig ist natürlich immer auch, wenn jemand stirbt.

planet-beruf.de: Im Bereich Altenpflege ist Schichtdienst üblich?

Tony: Ja, wir haben im Wechsel eine Woche Frühschicht (6:15–13:45 Uhr) und eine Woche Spätschicht (12:30–20:00 Uhr). Die Nachtschicht übernehmen bei uns spezielle Nachtwachen. Ich habe ein kleines Kind. Im Moment ist meine Frau zu Hause, aber später muss ich sehen, wie sich Wechselschichten mit der Kinderbetreuung vereinbaren lassen.

planet-beruf.de: Was rätst du anderen, die sich für den Beruf interessieren?

Tony: Man sollte körperlich fit und psychisch belastbar sein, denn die Arbeit ist anstrengend. Und ganz wichtig: Die Freude am Umgang mit alten Menschen. Um das herauszufinden, sollte man ein Praktikum von ungefähr zwei bis vier Wochen Dauer machen. Danach kann man das einschätzen.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: an Berufsfachschulen für Altenpflege

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss.

 

Ausbildungsalternativen z.B.:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Heilerziehungspfleger/in

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Tony möchte nach seiner Ausbildung eine Weiterbildung zum Stationsleiter in der Kranken-/Alten-/Kinderkrankenpflege oder zum Pflegedienstleiter machen.

Möglich ist auch die Weiterbildung als Fach- oder Betriebswirt/in, z.B. Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen.

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Stand: 27.01.2016
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Körperlich und psychisch stark