Reportage: Im Untergrund

Saubere Rohre für schmutziges Wasser

Mit einem Glucksen verschwindet das schmutzige Spülwasser im Abflussrohr. Damit ist für uns die Sache erledigt - nicht jedoch für die Kanalbauer/innen. Denn diese sorgen dafür, dass unser Abwasser unterirdisch zur Kläranlage gelangt.

Josef auf der Baustelle.
Firmengruppe Max Bögl
Der 19-jährige Josef hat vor kurzem seine Ausbildung zum Kanalbauer abgeschlossen.

Josef ist hauptsächlich im Freien auf Baustellen unterwegs, hebt mit seinen Kollegen Baugruben aus und verlegt dann im Graben Rohre. "Ich wollte draußen arbeiten und etwas Handwerkliches lernen. Durch ein einwöchiges Praktikum bei der Firma Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG habe ich den Beruf kennengelernt. Das Praktikum hat mir richtig gut gefallen, deshalb habe ich mich für eine Ausbildung zum Kanalbauer bei dieser Firma beworben."

Drei Kanalbauer besprechen sich im Graben auf der Kanalbaustelle.
Auf der Kanalbaustelle ist Teamwork angesagt.

Teamarbeit auf der Baustelle

Gefragt, welche Stärken man für den Beruf mitbringen sollte, meint Josef: "Man muss gut im Rechnen sein, z.B. um Flächen zu berechnen. Und man braucht handwerkliches Geschick, denn ich arbeite beim Verlegen oder Sanieren der Rohre mit verschiedenen Werkzeugen. Ganz wichtig ist zudem Teamfähigkeit. Wir arbeiten den ganzen Tag im Team von fünf bis sechs Leuten. Auch das Wetter darf einem nichts ausmachen, man ist bei jedem Wetter draußen auf der Baustelle. Außer, wenn es im Winter zu kalt wird, um die Rohre zu verlegen."

Von den Römern bis zum Roboter

Ein Abwassersystem gab es übrigens schon im alten Rom, z.B. den Abwasserkanal "Cloaca Maxima". Heute werden die Gräben für die Abwasserrohre mit schweren Maschinen ausgehoben oder mit Vortriebsmaschinen unterirdisch gegraben, Inspektion und Sanierung erfolgen zum Teil mit Robotern. Trotz der Maschinen und Geräte muss man auf den Kanalbaustellen kräftig anpacken können. Das macht Josef nichts aus, er ist begeistert von seinem Beruf: "Das ist genau das, was ich immer machen wollte. Später möchte ich vielleicht eine Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Polier absolvieren, aber zunächst sammle ich erst einmal etwas Berufserfahrung."

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Kanalbauer/innen bauen Abwasserleitungen und Abwassersysteme, halten sie instand und sanieren sie.

Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Im Jahr 2015 besaßen über 50% der Ausbildungsanfänger/innen einen Hauptschulabschluss, ca. 30% hatten einen mittleren Bildungsabschluss.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.2 von 5. 12 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 30.11.2016