Job inside: Produktionsfachkraft Chemie

Mit Chemie in die Zukunft

Katharina ist im 2. Jahr ihrer Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie. Während der Ausbildung lernt sie die einzelnen Aufgabenbereiche in den unterschiedlichen Abteilungen ihres Ausbildungsbetriebes kennen. Was ihr an der Ausbildung besonders gefällt, erzählt sie im Interview.

Eine Frau mit Mundschutz prüft eine chemische Lösung.
Bei der Arbeit mit chemischen Lösungen, ist es wichtig, Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.
Eine Frau mit Mundschutz prüft die Rohrleitungen.
Als Produktionsfachkraft Chemie sorgt man z.B. dafür, dass Rohrleitungen keine Flüssigkeiten durchlassen und dicht sind.

planet-beruf.de: Wie bist du darauf gekommen, eine Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie zu machen?

Katharina: Nach der Schule habe ich erst einmal überlegt, welche Fächer mir liegen und was ich gut kann. Meine Stärken sind vor allem Mathematik und Chemie. Ich habe mich dann informiert, welche Firmen in meiner Nähe in diesen Bereichen eine Ausbildung anbieten. Dabei bin ich auf die Firma Merck KGaA aufmerksam geworden, die viele Ausbildungen im Bereich Chemie anbietet, u.a. auch die Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie. Dieser Beruf hat mich angesprochen und ich habe mich beworben.

planet-beruf.de: Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Katharina: Zu Beginn der Ausbildung bringt man uns die Grundkenntnisse in Chemie und Mathe bei. So kommen auch diejenigen, die vorher noch wenig Erfahrung in diesen Bereichen hatten, gut mit und alle sind auf dem gleichen Wissensstand. Wir führen praktische Aufgaben durch, wie z.B. das Destillieren und Lösen chemischer Stoffe. Außerdem erfahren wir, wie man die Produktionsmaschinen richtig bedient, kontrolliert und in Ordnung bringt. Dabei arbeiten wir anfangs immer noch mit einem erfahrenen Mitarbeiter zusammen. Als Nächstes werden wir in den Produktionsbereichen von Merck eingesetzt, jeweils drei bis sechs Monate lang. Ich habe insgesamt vier Praxiseinsätze in verschiedenen Abteilungen, um unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln und um möglichst viele Seiten des Berufs kennenzulernen. Denn nicht in jedem Bereich macht man das Gleiche.

planet-beruf.de: In welchem Bereich arbeitest du gerade?

Porträt der Interviewpartnerin Katharina  vor einer Produktionsmaschine
Merck KGaA
In der Ausbildung lernt Katharina auch den Umgang mit den Produktionsmaschinen.

Katharina: Zurzeit bin ich in einem Betrieb eingesetzt, der chemische Substanzen herstellt. Hier stelle ich Aufträge fertig und drucke Etiketten oder kontrolliere, ob die Etiketten richtig sind. Außerdem stelle ich chemische Lösungen her und fülle sie ab.

planet-beruf.de: Welche Herausforderungen gibt es in diesem Beruf für dich als Frau?

Katharina: Manchmal muss ich schwere Behälter transportieren. Darin befindet sich Lösemittel. Diese Behälter verbinde ich mit großen Schläuchen und schalte eine Pumpe ein, um z.B. etwas von der Lösung abzufüllen. Aber die männlichen Kollegen sind sehr hilfsbereit und unterstützen mich.

planet-beruf.de: Welche gesundheitlichen Anforderungen bringt der Beruf mit sich?

Katharina: Bevor ich eingestellt wurde, war ich bei unserem Werksarzt. Hier wurde geprüft, wie gut ich sehe und höre und ob bei mir Allergien vorliegen. Der Sehtest ist vor allem für das Führen von Kränen oder Staplern wichtig, die beim Transport von schweren Behältern zum Einsatz kommen. Es wird außerdem im Vorfeld getestet, ob man z.B. längere Zeit die Atemmaske bei den chemischen Arbeiten aufsetzen kann oder ob man Atemprobleme bekommt. Es wird nichts dem Zufall überlassen. Ich bin z.B. Brillenträgerin und bekomme daher eine Schutzbrille mit der passenden Stärke gestellt.

planet-beruf.de: Welche Stärken braucht man für den Beruf?

Katharina: Man sollte auf jeden Fall sorgfältig arbeiten. Es können schnell Fehler passieren. Aus diesem Grund sollte man möglichst genau und immer konzentriert arbeiten. Außerdem sind Vorkenntnisse in Mathe, Physik und Chemie ein Vorteil.

planet-beruf.de: Was sind deine Pläne nach der Ausbildung?

Katharina: Ich möchte gerne Chemikantin werden und plane daher im Anschluss eine Ausbildung in diesem Beruf. Das dauert noch einmal drei Jahre, aber ich kann es neben meiner Arbeit an zwei Tagen in der Woche machen. Dann bin ich umfassend ausgebildet.

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Nach der Ausbildung kannst du dich z.B. in einigen Bundesländern zum Chemikanten/zur Chemikantin weiterbilden oder eine mindestens zweijährige Weiterbildung mit dem Abschluss als Industriemeister/ in der Fachrichtung Chemie belegen. Mehr Infos zu den verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten findest du auf www.berufenet. arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Perspektiven » Aufstiegsweiterbildung.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 2 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit
mittlerem Bildungsabschluss ein.

Alternativen z.B.: 

  • Chemielaborjungwerker/in
  • Maschinen- und Anlagenführer/in

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Stand: 31.01.2018
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