Job inside: Fachkraft - Kurier-, Express- und Postdienstleistungen

Die Post ist da!

Ein Flyer der Post in ihrem Briefkasten brachte Christine zu ihrem Beruf. Inzwischen hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen und ist selbst für die Briefzustellung verantwortlich. Warum es ihr dieser Beruf so angetan hat, lest ihr hier.

Eine Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen auf dem Fahrrad.
Manche Briefbezirke werden noch per Rad mit der Post beliefert.

"Ich habe nach dem Schulabschluss in der Gastronomie gearbeitet. Die dortigen Arbeitszeiten waren aber nichts für mich. Also habe ich mir eine Alternative gesucht", erinnert sich Christine. Ihre Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen bei der Deutschen Post in Freising hat sie gerade mit Erfolg zu Ende gebracht. "Eines Tages lag ein Flyer der Briefniederlassung Freising in meinem Briefkasten, in dem für den Beruf geworben wurde. Ich kannte schon einige Postmitarbeiter/innen und wusste, worauf ich mich da einlasse", fügt sie lachend hinzu.

Morgenstund hat Gold im Mund

Christines Arbeitstag beginnt früh: "Zwischen 6 und 7 Uhr werden zuerst die ganzen Briefe und Pakete für die Zustellbezirke sortiert. Man wird täglich für einen Bereich eingeteilt, für den man die einzelnen Sendungen, Briefe und Pakete zusammenstellt." Vieles davon erledigen dabei spezielle Maschinen, aber die Feinsortierung nach Zustellroute, also nach Straßen und Hausnummern, ist Christines Aufgabe. Darüber hinaus muss sie Einschreiben und Postzustellungsaufträge mit einem Scanner erfassen. „All das kommt dann in Postbehälter und anschließend ins Auto oder aufs Fahrrad."

Beim Einsortieren von Briefen.
Das Ordnen nach Zustellroute der Sendungen, Briefe und Pakete erfolgt hier per Hand.

Bei Wind und Wetter unterwegs

Während ihrer Ausbildung war Christine hauptsächlich im Außendienst in den verschiedenen Zustellbezirken Freisings unterwegs. Manchmal mit dem Fahrrad, meistens aber mit dem Auto. "Es war ein Vorteil, dass ich den Führerschein hatte. Es gibt inzwischen nicht mehr so viele Briefbezirke, die man mit dem Fahrrad erledigen kann. Das liegt daran, dass die Anzahl der Pakete zunimmt und man sie nicht alle aufs Rad bekommt", erklärt sie. Wenn sie Verbund zustellen muss, d.h. Briefe und Pakete gleichzeitig, ist Christine mit einem größeren Pkw oder dem Lieferwagen unterwegs. "Ich bin auch schon mit großen Paketwagen gefahren – mit so einem Auto muss man klarkommen können" meint sie.

Zeitmanagement und Kundenkontakt

Wenn sie zustellt, kann sich Christine die Arbeitszeit selbst einteilen. Das ist es, was ihr an ihrem Beruf besonders gefällt. "Man hat keinen Chef im Nacken und macht dann Pause, wenn man gerade will. Hauptsache ist, dass die Sendungen in einem gewissen Zeitraum zugestellt werden. Man kommt an die frische Luft , bewegt sich viel und wird wirklich fit. Selbst wenn man mit dem Auto unterwegs ist - ich muss oft Sendungen in jedes Stockwerk bringen." Kundenkontakt gehört in ihrem Beruf natürlich dazu – der Empfang der Sendungen muss schließlich quittiert werden. Christine unterhält sich gerne: "Die meisten Kunden sind nett und gehen auf einen zu. Natürlich gibt es auch Beschwerden. Nicht jeder kann seine Tageszeitung zum Frühstück lesen, die Touren sind nicht immer so aufgebaut. Ich versuche aber, geduldig zu bleiben und alles zu erklären. Man lernt mit der Zeit immer besser, mit Konflikten umzugehen."

Eine Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen wirft einen Brief ein.
Der Arbeitstag beginnt meistens recht früh.

Mehr als nur Briefe austragen

Christine wird oft an unterschiedlichen Orten und Bezirken eingesetzt und muss sich dann immer auf neue Gegebenheiten einstellen. Sie empfiehlt allen, die Interesse an ihrem Beruf haben, Flexibilität, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen mitzubringen. "Auch im Winter ist man bei Regen oder Schneematsch draußen unterwegs. Da sollte man nicht aus Zucker sein", sagt sie lachend. Beim Sortieren und Zustellen ist sorgfältiges Arbeiten Pflicht: Sendungen müssen fehlerfrei zusammengestellt und genau dokumentiert werden. Beim Umgang mit Geld, Schecks, Unterlagen und Brief- bzw. Paketsendungen zählt Verschwiegenheit, schließlich gilt das Post- und Briefgeheimnis. Psst!

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Fachkräfte für Kurier-, Express und Postdienstleistungen sortieren z.B. Briefe und Pakete, planen die Zustellfolge, stellen Sendungen zu und beraten Kunden.
Ausbildungsform: duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
Ausbildungsdauer: 2 Jahre
Zugangsvoraussetzungen: Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
Weiterbildung: Wer seine Ausbildung fortsetzen möchte, kann anschließend die Ausbildung zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen/zur Kauffrau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren oder z.B. die Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in für Güterverkehr und Logistik wählen.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.5 von 5. 4 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 11.05.2016
Berufe Entdecker
BWT

Download

Den gesamten Beitrag aus "Berufswahlmagazin 02/16" als PDF-Datei herunterladen:

Die Post ist da!