Job inside: Buchbinder/in

Ein Herz für Bücher

Es heißt, man solle ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen. Anna ist da anderer Meinung. Sie lernt den Beruf Buchbinderin bei der Buchbinderei Lehmann. Ob edler Ledereinband oder Sonderformat A0 - der Stuttgarterin ist kein Auftrag zu schräg.

Ein Auszubildender holt Papierrollen aus dem Lager.
Buchbinder/innen brauchen handwerkliches Geschick u.a. für die Arbeit mit Papier.
Porträt von Anna
Buchbinderei Lehmann
Anna macht eine Ausbildung zur Buchbinderin.

Anna hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. "Früher habe ich die halbe Bibliothek leer gelesen", lacht sie. Bereits in der Schule entdeckte sie ihre Liebe zum Buchbinden, nach ihrem Abschluss und einem Praktikum stand für sie fest: "Ich werde Buchbinderin!" Jetzt ist sie im dritten Ausbildungsjahr.

"Ich mag vor allem den Kundenkontakt, denn so kann ich die Reaktionen sehen", schwärmt Anna. "Das ist sehr schön, wenn man sich bei einem Auftrag besonders große Mühe gegeben hat!" Bis die Auszubildende das fertige Buch überreichen kann, ist es aber ein langer Weg.

Das kann sich sehen lassen!

Nachdem sie die Einzelseiten mittels Klebebindung oder Fadenheftung zusammengefügt und den Buchblock an drei Seiten geschnitten hat, geht es an den Einband: Hierfür muss sie u.a. Pappen für Vorder- und Hinterseite zuschneiden. "Das Überzugsmaterial kann Gewebe oder Papier sein, aber auch Leder - wenn’s aufwendiger werden soll", erklärt sie. Die Einzelteile werden auf den Überzug gelegt und eingeschlagen. Die Decke kann schließlich noch veredelt werden: "Hierfür benutze ich spezielle Prägestempel, z.B. für Logos." Am Ende klebt Anna den Buchblock in die Buchdecke.

Gestapelte Bücher
Buchbinder müssen auch schwere Bücher tragen.

Handwerkliches Geschick und Organisationstalent ...

… diese Stärken sollten Buchbinder/innen auf jeden Fall mitbringen. "Ich muss ja nicht nur mein Handwerk beherrschen, sondern auch die Übersicht bei parallel laufenden Aufträgen und Terminen behalten." Man sollte sich außerdem darauf einstellen, viel im Stehen zu arbeiten und mitunter schwer zu tragen - ein Stapel Bücher hat nämlich Gewicht. "Daran gewöhnt man sich aber mit der Zeit", weiß Anna.

Zukunftsangst ...

… kennt sie nicht. "E-Books sehe ich nicht als Buch-Ersatz, sondern als Erweiterung. Es wird immer Menschen geben, die zu Hause Bücher lesen, aber unterwegs ihr E-Book nutzen." Außerdem geht Annas Arbeit über das Binden von Büchern hinaus. Die Aufträge umfassen schließlich auch Produkte wie Schachteln oder Mappen. "Ich liebe diese Abwechslung", erklärt die Auszubildende. Nach ihrer Prüfung kann sie sich daher eine Weiterbildung zur Meisterin oder ein Studium im Bereich Buchrestaurierung vorstellen.

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Buchbinder/innen stellen Bücher, Schachteln, Mappen oder Alben her. Ein Spezialgebiet beinhaltet außerdem die Restaurierung von Büchern.

Ausbildungsform: Der Beruf wird dual in Betrieb und Berufsschule ausgebildet.

Dauer: Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen aber überwiegend Bewerber/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Nach der Ausbildung: Du kannst z.B. die Prüfung zum Buchbindermeister/zur Buchbindermeisterin oder zum/zur Techniker/in im Bereich Druck- und Medientechnik machen.

Stand: 08.05.2013
Berufe Entdecker
BWT

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Fachpraktiker/in für Buchbinderei (§66 BBiG/§42m HwO)

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