Job inside: Bestattungsfachkraft

Einfühlungsvermögen gehört dazu

Helena (23) machte eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft bei Bestattungen Burger in Fürth. Einen großen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Büro. Sie arbeitet aber auch in Versorgungsräumen und auf dem Friedhof, erzählt sie planet-beruf.de.

Eine männliche Bestattungsfachkraft beim Ausstatten eines Sarges mit Bestattungswäsche.
Bestattungsfachkräfte abeiten nicht nur im Büro - auch das Herrichten von Särgen in der Werkstatt gehört zum Berufsalltag.
Interviewpartnerin Helena Schleining
Helena berät und betreut Hinterbliebene in rechtlichen, sozialen und fachlichen Fragen rund um die Trauerfeier.

planet-beruf.de: Wie ist deine Ausbildung aufgebaut?

Helena: Sie wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt. Bei uns findet der Berufsschulunterricht in Blockform statt. Das bedeutet, ich arbeite sechs Wochen im Betrieb und bin dann für zwei Wochen in der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen. Einige praktische Ausbildungsinhalte werden in überbetrieblichen Maßnahmen vermittelt. Gemeinsam mit Azubis aus ganz Deutschland lerne ich im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in der Nähe von Bad Kissingen z.B. das Grabmachen.

planet-beruf.de: An welchen Arbeitsorten bist du beschäftigt?

Helena: Viel Im Büro! Hier führe ich Beratungsgespräche mit Hinterbliebenen und bearbeite Bestattungsaufträge. Verstorbene hole ich von dort ab, wo sie verstorben sind: aus dem Klinikum, den Privatwohnungen oder Heimen. Versorgt, z.B. gewaschen und angekleidet, werden sie in den Versorgungsräumen im Bestattungsinstitut. Die Formalitäten erledige ich bei den zuständigen Behörden und auf dem Friedhof bin ich, wenn ich Trauerfeiern betreue.

planet-beruf.de: Welche Voraussetzungen sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Helena: Im Umgang mit den Angehörigen muss man mit verschiedenen Situationen umgehen können. Man weiß nie, wie sie im nächsten Moment reagieren. Da muss man Einfühlungsvermögen zeigen. Gleichzeitig darf man sich aber dabei nicht zu sehr mitnehmen lassen. Außerdem sollte man mit Stress umgehen können: Ein Sterbefall muss in 2-3 Tagen organisiert sein. Die Zeitungsanzeige z.B. muss rechtzeitig aufgegeben werden, dem Pfarrer Bescheid gegeben werden. Laut Bestattungsgesetz sind wir verpflichtet, innerhalb von 96 Stunden zu bestatten. In dieser Zeit muss dann auch alles organsiert sein.

Das Wichtigste zum Beruf

Tätigkeiten: Bestattungsfachkräfte organisieren Bestattungen und Trauerfeiern. Sie kümmern sich um alle anfallenden Formalitäten, beraten und betreuen Angehörige und sorgen für einen würdevollen Abschied von Verstorbenen.
Ausbildungsform: Der Beruf wird dual in Betrieb und Berufsschule ausgebildet.
Dauer: 3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen aber überwiegend Bewerber/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

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Stand: 27.07.2016
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