Interview: Erzieher/in in einer Kinderkrippe

Kinder ein Stück begleiten

Brigitte Friedlein ist Regionalleitung und leitende Erzieherin der CHAMPINI Sport- & Bewegungskita in Geretsried. Im Interview erzählt sie, warum u.a. die Freude am Umgang mit Kindern für sie ausschlaggebend für die Arbeit in einer Kinderkrippe ist.

Eine junge Frau liest vier Kindern vor.
In dem Beruf Erzieher/in brauchst du viel Geduld und musst dich in die Gedanken und Gefühle der Kinder hineinversetzen können.
Die Erzieherin Brigitte Friedlein
CHAMPINI Sport- & Bewegungskita
Brigitte Friedlein ist als leitende Erzieherin einer Kindertagesstätte auch für die Ausbildung der Erzieher/innen zuständig.

planet-beruf.de: Welche Aufgaben hat ein/e Auszubildende/r zum/zur Erzieher/in?

Brigitte Friedlein: Der/die Auszubildende muss verschiedene Praktika während seiner/ihrer Ausbildung machen. Die Aufgaben reichen über die Arbeit im Kindergarten, im Hort, in Heimen oder Kinderkrippen über die Beschäftigung mit Jugendlichen bis hin zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Im letzten Ausbildungsjahr übernehmen die Auszubildenden einen dieser Bereiche und sind dort hauptverantwortlich für die Betreuung. Sie werden jedoch von einer Fachkraft unterstützt.

Ein/e Erzieher/in hat die Aufgabe herauszufinden, welche Fertigkeiten ein Kind hat. Im Zuge der pädagogischen Ausbildung unterstützen Erzieher/innen das Kind dabei, sich zu einem individuellen, starken und gesellschaftsfähigen Menschen zu entwickeln. Zusätzlich führen sie regelmäßig Gespräche mit den Eltern und dokumentieren die Entwicklung des Kindes.

Ein junger Mann sitzt mit Kindern am Tisch und isst.
Ein/e Erzieher/in in der Krippe verbringt viel Zeit mit den Kleinkindern und hilft ihnen bei den ersten Entwicklungsstufen.

planet-beruf.de: Welche Stärke benötigt ein/e Erzieher/in?

Brigitte Friedlein: Ein/e Erzieher/in braucht auf jeden Fall Geduld, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren. Ich denke jeden Tag darüber nach, wie ich mich verhalte und wie dieses Verhalten auf ein Kind wirkt. Nur dann ist es möglich, sich auf Kleinkinder einzulassen und sie dabei zu unterstützen, sich zu entwickeln.

Das Wichtigste an diesem Beruf ist die Freude und die Bereitschaft, sich mit Kindern zu beschäftigen. Denn dann bringt man bereits ein Bauch- und Herzgefühl mit, das für diesen Beruf notwendig ist.

 

planet-beruf.de: Worin besteht der Unterschied zu der Arbeit in einer Kindertagesstätte oder einem Hort?

Brigitte Friedlein: Eine Kindertagesstätte besteht, je nach Bundesland, aus einer Krippe, einem Kindergarten und/oder einem Kinderhort. Die Einrichtungen haben den ganzen Tag, von 7 bis 18 Uhr, geöffnet.

In einer Kinderkrippe beschäftigt sich der/die Erzieher/in mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren. In einem Kindergarten sind die Kinder bis fünf oder sechs Jahre alt. In einen Hort gehen Kinder im Grundschulalter, wenn sie eine Betreuung über die Mittagszeit hinaus brauchen, da ihre Eltern z.B. berufstätig sind.

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Stand: 07.09.2016