Interview: Die Vielfalt der Laborberufe

Neugierde ist der Treibstoff der Forschung

An den Instituten der Max- Planck-Gesellschaft (MPG) arbeiten angesehene Wissenschaftler/innen Seite an Seite mit Auszubildenden. Zwei Ausbilderinnen geben im Interview einen Einblick in die faszinierende Welt der Labore.

Nahaufnahme mehrerer Reagenzgläser mit bunten Flüssigkeiten
Faszination Labor - Analysieren und Dokumentieren gehören dazu.
Porträt von Petra Wedemann
Max-Planck-Institut für Biochemie
Petra Wedemann ist am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr als Ausbildungsleiterin für die Berufe "Chemielaborant/in" und "Physiklaborant/in" zuständig.

planet-beruf.de: Frau Wedemann, was sind die Hauptaufgaben von Chemie- und Physiklaborantinnen bzw. -laboranten?

Petra Wedemann: Chemielaborantinnen und -laboranten stellen chemische Substanzen her, analysieren Stoffe und trennen Stoffgemische. Sie führen Versuchsreihen durch. Ihre Arbeit müssen sie dokumentieren und die protokollierten Ergebnisse auswerten. Die anschließende Untersuchung der Stoffe ist eher Aufgabe der Physiklaborantinnen und -laboranten. Sie ermitteln durch Versuche oder Messreihen die Eigenschaften von Werkstoffen. Sie dokumentieren, analysieren und interpretieren die Ergebnisse und bereiten sie für Physiker/innen auf. Außerdem warten sie die Versuchsapparaturen und halten sie instand. Chemie- und Physiklaborantinnen und -laboranten arbeiten bei uns eng zusammen - in den gleichen Laboratorien.

Porträt von Katrin Schultz im Labor
Max-Planck-Institut für Biochemie
Katrin Schultz ist Ausbildungsleiterin für Biologielaborantinnen bzw. Biologielaboranten am Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie in Martinsried bei München.

planet-beruf.de: Frau Schultz, was macht den Beruf der Biologielaborantin bzw. des Biologielaboranten aus?

Katrin Schultz: Der Beruf ist sehr vielfältig. Man arbeitet mit tierischen oder menschlichen Zellen. Man züchtet sie und führt Testverfahren mit ihnen durch. Wir untersuchen zum Beispiel das Erbgut von Modellorganismen, wie etwa Mäusen, um Krankheiten zu erforschen. Daher gehört auch das tierschutzgerechte Arbeiten mit Mäusen oder anderen Nagern zu den Aufgaben. Am MPI für Biochemie erforschen wir vor allem Eiweiße, die sehr vielfältige Aufgaben in den Zellen übernehmen.

planet-beruf.de: Was muss man für Laborberufe mitbringen?

Petra Wedemann: Für alle drei Berufe: mindestens einen mittleren Schulabschluss. Chemie- und Physiklaborantinnen und -laboranten brauchen ein gewisses räumliches Verständnis - man muss sich vorstellen können, wie eine chemische Struktur oder ein Kristall aussieht, nicht nur auf dem Papier. Für alle drei Berufe gilt: Wer mit der Mathematik auf Kriegsfuß steht, sollte keinen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen. Bei der Arbeit kommt es sehr auf Genauigkeit und Sorgfalt an. Die Dokumentation spielt in diesen Berufen eine große Rolle. Auch Sauberkeit ist in einem Labor sehr wichtig. Bei der Max-Planck-Gesellschaft geht außerdem nichts ohne Englischkenntnisse.

Katrin Schultz: Besonders in der Forschung sind Neugierde und Lernbereitschaft hilfreich. Nur so können neue Erkenntnisse gewonnen werden. Faszinierend ist, dass man als Auszubildende/r dabei sein kann, wenn sich Bahnbrechendes tut. Die MPG hat bereits 18 Nobelpreisträger/innen hervorgebracht - es kann durchaus sein, dass man als Azubi auch einmal mit einem oder einer von ihnen zusammengearbeitet hat.

Mehr als nur Laborberufe

Die Max-Planck-Gesellschaft besteht aus vielen Einzelinstituten. Dort werden nicht nur Laborberufe ausgebildet: Du kannst z.B. auch Industriemechaniker/in, Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen oder Tierpfleger/in der Fachrichtung Forschung und Klinik werden.

Hier findest du eine Auswahl:

Ausbildung bei der Max -Planck-Gesellschaft

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Stand: 24.03.2016