Topstory: Schauspielerin Katrin Heß

"Ich bin sehr organisiert und strukturiert."

Gefährliche Stunts, rasante Verfolgungsjagden - so geht’s im echten Leben einer Polizeivollzugsbeamtin selten zu. Katrin Heß, bis vor kurzem als Jenny Dorn in "Alarm für Cobra 11" im Streifenwagen unterwegs, verrät planet-beruf.de, warum sie einen Plan B neben der Schauspielerei verfolgt.

Porträt von Katrin Heß.
Nadine Dilly
Katrin Heß

planet-beruf.de: Du hast bis vor kurzem in "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" mitgespielt, der erfolgreichsten Actionserie Deutschlands. Daneben bist du in verschiedenen anderen Fernsehfilmen und -serien wie "SOKO Köln" zu sehen. Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?

Katrin Heß: Während meines Abiturs habe ich mich an einer Schauspielschule beworben. Als die Zusage kam, habe ich meine Pläne, Medizin zu studieren, über den Haufen geworfen. Die Ausbildung bestand aus verschiedensten Fächern und ich hatte von Montag bis Freitag Unterricht. An den Wochenenden wurde zusätzlich für anstehende Aufführungen geprobt. Neben Bewegungstraining wie Yoga, Tanzen oder Kampftraining gab es noch Stimmtraining, Gesangs- und Darstellungsunterricht und Kameratraining sowie theoretische Prüfungsfächer wie Theatergeschichte.

planet-beruf.de: Bei "Alarm für Cobra 11" spielst du die junge Polizistin Jenny Dorn. Wie kam es dazu?

Katrin Heß: Durch eine Ausschreibung vor sieben Jahren, bei der alle jungen Frauen Anfang 20 ein E-Casting einreichen konnten. Das bedeutet, dass man die Szene zunächst selbst filmt und als "Bewerbung" online einschickt. In einer zweiten Runde wurde ich dann zum Casting im Studio eingeladen, bei dem auch der Regisseur und mein späterer Kollege anwesend waren. Dabei habe ich mich dann gegen die anderen Schauspielerinnen durchgesetzt und die Rolle der Jenny bekommen.

planet-beruf.de: Oft geht es ganz schön zur Sache in "Alarm für Cobra 11": Verfolgungsjagden, Explosionen, Stunt-Szenen. Was war die schwierigste Szene, die du mal gedreht hast?

Katrin Heß: Die größte Herausforderung war eine Unterwasserszene, bei der ich gefesselt und ohne Sauerstoffflasche zehn Meter in die Tiefe sinken musste. Obwohl ich einen Tauchschein habe, war das nochmal eine ganz andere Erfahrung und ziemlich aufregend.

planet-beruf.de: Polizistinnen und Polizisten im echten Leben müssen körperlich fit sein. Wie hältst du dich fit? Hast du ein spezielles Training für deine Rollen?

Katrin Heß: Ich mache tatsächlich sehr viel Sport. Bei den Dreharbeiten müssen wir oft spontan lossprinten, uns abrollen oder von Mauern herunterspringen. Da muss man schon ein bisschen sportlich sein. Neben Laufen habe ich auch Boxtraining und bereite mich für manche Szenen mit einem Personal Trainer vor. Die Kampfszenen in der Serie werden vorher speziell mit unseren Stuntleuten einstudiert.

STARFRAGEBOGEN

Mein Vorbild ist ...
...die Schauspielerin Lisa Wagner.

Sicherheit im Job ...
...ist schön, aber nicht das Wichtigste.

Aufregend ...
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Schauspielerei bedeutet für mich ...
...Herausforderung, Leidenschaft und Grenzerfahrungen.

Katrin Heß alias Jenny Dorn in der Fernsehserie "Alarm für Cobra 11".
MG RTL D / Guido Engels
Studium und Schauspielerei: Katrin Heß bringt alles unter einen Hut.

planet-beruf.de: Was gefällt dir an deiner Rolle als Polizistin in der Serie?

Katrin Heß: Der Polizeieinsatz bei "Alarm für Cobra 11" hat wenig mit der Realität zu tun. Ich mag besonders den Actionanteil in der Serie, der im Alltag eines normalen Autobahnpolizisten so wohl ziemlich selten vorkommt.

planet-beruf.de: Neben deiner Schauspielerei machst du gerade ein Studium. Erzählst du uns etwas davon?

Katrin Heß: Neben den Dreharbeiten habe ich Sprachtherapie studiert. Da die Schauspielerei ein sehr unsicherer Job ist, wollte ich immer einen Plan B und eine Alternative haben. Auch wenn mein Beruf als Schauspielerin immer noch meine größere Leidenschaft ist, habe ich aus diesem Studium sehr viel mitgenommen. Es schadet nie, sich weiterzubilden.

planet-beruf.de: Wie koordinierst du Studium und Dreharbeiten?

Katrin Heß: Derzeit schreibe ich nur noch meine Abschlussarbeit. Das mache ich an meinen drehfreien Tagen. Während des Studiums war es zeitweise ein Jonglierakt. Ich bin in meinem Berufsleben sehr organisiert und strukturiert. Manchmal bin ich an einem Tag zum Set UND zur Uni, für Klausurtermine habe ich mir die Tage gesperrt. Die meisten meiner Hausarbeiten habe ich wohl während der Wartezeiten am Set in meinem Wohnwagen geschrieben.

planet-beruf.de: Was rätst du Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen?

Katrin Heß: Ich rate dazu, auf sein Herz zu hören und zu überlegen, was einem selbst langfristig Freude macht. Weder ein Job mit viel Sicherheit, der aber keinen Spaß macht, noch ein Beruf, der nur Spaß macht, aber gar keine Absicherung bietet, machen auf Dauer glücklich. Junge Menschen, die Schauspieler werden möchten, sollten ihren Traum so früh wie möglich erst einmal als Hobby ausprobieren, z.B. in einer Theatergruppe oder einer AG an der Schule. Wer danach immer noch davon überzeugt ist, das auch beruflich machen zu wollen, soll sich an einer staatlichen Schule bewerben. Dort ist die beste Ausbildung garantiert.

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Stand: 20.09.2017
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