Interview: Wie wichtig ist die Fachsprache in Prüfungen?

Keine Angst vor dem Abschluss

Thomas Tauwald ist IHK-Prüfer und begleitet angehende Automobilkaufleute während ihrer Ausbildung. Die Prüflinge sollten seiner Meinung nach ihr Fachwissen direkt aus dem Berufsalltag beziehen und in den mündlichen Abschlussprüfungen anwenden.

Vier junge Leute sitzen jeweils an einem Laptop.
Für deine Abschlussprüfungen solltest du die gängigen Fachbegriffe kennen.

planet-beruf.de: Herr Tauwald, Sie prüfen Auszubildende zum/zur Automobilkaufmann/ -frau? Wie läuft diese Prüfung ab?

Thomas Tauwald: Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen - der schriftlichen und der mündlichen Prüfung. Im schriftlichen Teil werden die Auszubildenden an einem Tag in drei Bereichen geprüft. Die mündliche Prüfung dauert 45 Minuten. Der Prüfungsausschuss besteht aus einer Berufsschullehrkraft und mindestens zwei Prüfern aus dem gewerblichen Bereich. Der Ausschuss überlegt sich Fälle, die im täglichen Betriebsablauf des/der Auszubildenden vorkommen können. Dem Prüfling werden dann zwei Situationsaufgaben vorgestellt. Er hat Zeit, sich beide durchzulesen und eine davon auszuwählen. Diese bearbeitet er dann und trägt sie vor.

planet-beruf.de: Welche Fachbegriffe sind beispielsweise in der Automobilbranche wichtig?

Thomas Tauwald: Es gibt z.B. die Zusatzfrage, welche Unterlagen man für die Kfz-Zulassung eines Gebrauchtwagens benötigt. Diese Dokumente sind vielen unter dem Namen "Kfz-Schein und Kfz-Brief" geläufig. In der Fachsprache bezeichnet man sie aber als "Zulassungsbescheinigung Teil 1 und Teil 2". Der im allgemeinen Sprachgebrauch verwendete "TÜV2 ist offiziell eine "HU" - eine Hauptuntersuchung. Diese und andere Begriffe möchten wir gerne in der richtigen Verwendung in der Prüfung hören.

planet-beruf.de: Welche Tipps geben Sie Auszubildenden, die sich auf ihre mündliche Prüfung vorbereiten?

Thomas Tauwald: Die Lehrkräfte achten bereits im Vorbereitungsunterricht darauf, dass die Auszubildenden die wesentlichen Schlüsselbegriffe kennen und in der mündlichen Prüfung auch verwenden können. In der Prüfung ist es uns wichtig, dass der Prüfling etwas aus seinem Berufsalltag zu sagen weiß. Es geht darum, was er in einem Autohaus gelernt hat, welche Alltagsaufgaben er hatte. Es besteht daher kein Grund, Angst vor gemeinen oder abstrakten Fragen zu haben.
Für die Prüfung gebe ich den Tipp, zunächst einmal gut zu überlegen und nicht zu kompliziert zu denken. Die Antwort sollte anschaulich und strukturiert sein, sodass wir uns genau vorstellen können, wie der Prüfling vorgehen würde.

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Stand: 09.01.2017