Reportage: Mein erstes Ausbildungsjahr

Ein Klempner, der macht doch …

Reparaturen am Abflussrohr? Hast du das auch gedacht? Vor Beginn seiner Ausbildung konnte auch Deniz sich unter seinem Beruf nicht viel vorstellen. Nach seinem ersten Ausbildungsjahr weiß er: Klempner sein, ist aufregend.

Ein Geselle und Azubi Deniz stehen vor der Abkantbank.
Deniz (rechts) und ein Geselle an der Abkantbank. Diese große Maschine lernte er auch in seinem ersten Ausbildungsjahr kennen.

In der Werkstatt ist die Stimmung entspannt. Azubi Deniz und ein Geselle stehen an einem Tisch und besprechen Baustellenfotos. In Regalen liegen Metallbleche und ganze Stapel glänzender Metallrohrteile. Vom Dach über die Regenrinne über den Balkon bis zum Kellerfenster - Metallinstallationen aller Art an Gebäuden gehören zum Leistungsangebot der Spenglerei Höfler in Fürth. 

Per Zufall in die Ausbildung

Der Meisterbetrieb bildet zurzeit zwei Lehrlinge aus. Gerhard Höfler, Chef und Bauspengler-Fachgruppenleiter der Innung SHK Nürnberg-Fürth legt großen Wert auf die Ausbildung von jungen Leuten. "Ich wünsche mir, dass wir für diesen interessanten Beruf auch weiterhin gut ausgebildeten Nachwuchs haben", sagt er und schaut zu Deniz hinüber. Sein Azubi ist auf Umwegen auf den Ausbildungsberuf gekommen. "Ich habe eine Ausbildung im Bürobereich gewollt und dann eine Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing angefangen. Das war mir einfach zu eintönig", erinnert sich der 18-Jährige. Irgendwann fragte er in der Firma nach, in welcher sein Stiefbruder Kevin bereits eine Ausbildung zum Klempner machte - und hatte prompt einen Ausbildungsplatz.

Überraschender Beruf

Deniz kannte den Beruf zwar ein bisschen durch seinen Stiefbruder, hatte aber keine großen Erwartungen. Sein erstes Ausbildungsjahr war interessanter, als er dachte: "Am Anfang musst du erst einmal zuschauen. So erfährt man Stück für Stück mehr über den Beruf". Zuerst musste er einfache Metallarbeiten wie Schneiden, Biegen und Abkanten erlernen. "Mit einer Blechschere schneidet man ganz anders als mit einer normalen Schere", erklärt Deniz. Lebhaft erinnert er sich an seinen ersten Tag auf der Baustelle: "Der Geselle hat mir gleich die Metallsäge in die Hand gedrückt. Ich hatte sowas vorher noch nie angefasst und nun musste ich gleich Kupferrohre sägen …" Er lacht und fügt hinzu: "Das sieht zuerst einfach aus, hat es aber in sich. Man weiß nie, wie sich die Säge verhält ..."

Deniz steht auf dem Dach eines Hauses und lehnt an einem metallverkleideten Kamin.
Über den Wolken: Deniz hat gerade einen Kamin verkleidet.

Gute Aussichten

Wenn Deniz seinen Freunden erklärt, was ein Klempner macht, fängt er so an: "Also, man arbeitet auf dem Dach …und macht z.B. Regenrinnen." Das führe meist zu erstaunten Blicken, grinst er. Er selbst schätzt die Arbeit an der frischen Luft - besonders bei seiner Lieblingstätigkeit: "Es macht mir richtig Spaß, Kamine auf dem Dach mit Blech zu verkleiden. Dabei muss ich mich mit einem Fallgurt absichern. Zum Glück habe ich keine Höhenangst und bin schwindelfrei. Und der Blick von da oben, der ist echt gut."  

Hättest du´s gewusst?

Klempner/in, Blechner/in, Flaschner/in oder Spengler/in - das sind alles Bezeichnungen für ein und denselben Beruf.

Und um kaputte Abwasserrohre kümmern sich Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

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Stand: 10.09.2014