Interview: Inzwischen bin ich Feedbackprofi

"Jedes Feedback ist positiv"

Christian hat seine Ausbildung zum Fachlageristen fast abgeschlossen. Davor war er schon einige Zeit lang berufstätig. Er hat also schon viel Erfahrung im Arbeitsalltag mit Feedback geben und annehmen gemacht. Jetzt ist er Feedbackprofi.

Eine Hand zeigt den Daumen nach oben, die andere Hand zeigt den Daumen nach unten.
Mithilfe von Feedback kannst du dich verbessern, auch wenn es vielleicht manchmal schwer anzunehmen ist.
Porträt von Christian
Privat
Feedback annehmen und geben - darin ist Christian inzwischen geübt.

planet-beruf.de: Von wem erhältst du in der Ausbildung Feedback?

Christian: Von meinen Kolleginnen und Kollegen, meinem Vorgesetzten, von anderen Azubis und natürlich von meiner Ausbildungsleitung.

planet-beruf.de:  In welchen Situationen erhältst du dieses Feedback?

Christian: Zum einen gibt es ein halbjährlich stattfindendes Feedbackgespräch. Das Gespräch führt meine Ausbildungsleitung. Wir besprechen, ob ich noch etwas verbessern könnte, aber auch die Sachen, die bereits gut laufen. Zum anderen findet schnelles Feedback auch im Arbeitsalltag statt. Wenn ich zum Beispiel irgendwo einen Fehler gemacht oder wenn ich etwas besonders gut gemacht habe, wird mir das meistens gleich gesagt.

planet-beruf.de:
Wie war es für dich, als du das erste Mal kritisiert wurdest?

Christian: Es gab mal eine Situation bei meinem alten Arbeitgeber, da wurde ich sehr stark kritisiert. Ich habe das komplett abgeblockt und konnte mir selber gar nicht zugestehen, dass ich etwas falsch gemacht hatte. Ich habe damals nicht verstanden, dass die Kollegen, die mich kritisiert haben, eigentlich etwas Gutes wollten. Ihnen war wichtig, dass ich mich verbessere.

Zwei junge Männer reden mit einer jungen Frau, die in der Mitte steht und zu dem einen Gesprächspartner aufblickt.
Wenn du Feedback bekommst, solltest du immer versuchen positiv darauf zu reagieren.

planet-beruf.de: Und, wie ist es heute?

Christian: Heute sage ich mir, dass jedes Feedback positives Feedback ist. Jeder versucht sich ja zu verbessern und wenn ich auf etwas hingewiesen werde, das ich selber gar nicht auf dem Schirm hatte, dann bekomme ich eine tolle Möglichkeit daran zu arbeiten.
Wenn ich ein Lob bekomme, freue ich mich natürlich, weiß aber auch, dass ich mich nicht darauf ausruhen darf.   

planet-beruf.de: Gibt es Situationen, in denen du selber auch Feedback gibst?

Christian: Ja, ich betreue die Azubis aus dem ersten Lehrjahr mit. Wenn ich ihnen Feedback gebe, wende ich die Sandwich-Methode an. Bei dieser verpackt man Kritik, indem man erst etwas Positives sagt, dann den Kritikpunkt anspricht und im Anschluss ihnen wieder etwas Positives mitgibt. So nehmen sie die Kritik gut an und versuchen, sich schnell zu verbessern.
Auch privat klappt das. In meiner WG habe ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Als ich meinem Mitbewohner ein gut strukturiertes Feedback gegeben habe, war eine halbe Stunde später die Küche sauber (lacht).

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Stand: 12.12.2018