Weiterbildung im sozialen Bereich: Erzieher

Vom Kinderpfleger zum Erzieher

Felix hat eine Ausbildung als Sozialpädagogischer Assistent/Kinderpfleger abgeschlossen. Darauf baut er jetzt auf und macht die Ausbildung zum Erzieher an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Höchstadt. So erweitert er seine pädagogischen Kenntnisse.

Angehender Erzieher Felix spielt mit einigen Kindern.
Kinder schätzen männliche und weibliche Erzieher/innen.

Nach dem Schulabschluss hat Felix zunächst in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) den sozialen Bereich kennengelernt. "Die Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen war mein erster Kontakt mit dem Thema Erziehung und Betreuung. Danach wollte ich den Ausbildungsweg Erzieher/in einschlagen", erzählt er. Auf diesem Weg lag für ihn zunächst der Berufsabschluss als Sozialpädagogischer Assistent/Kinderpfleger. Diese Ausbildung dauert in der Regel zwei Jahre und findet an Berufsfachschulen statt. Felix hat die Ausbildung in Bayern absolviert. Jedes Bundesland hat etwas andere Regelungen. "Bei mir war das so organisiert, dass man einen Tag in der Schule und vier Tage in einer Praktikumsstelle ist", berichtet Felix.

Pädagogische Ausbildung in Theorie und Praxis

Mit diesem Berufsabschluss in der Tasche absolviert der 24-Jährige jetzt als Fortsetzung die Erzieherausbildung. Dadurch erwirbt er mehr pädagogische Kompetenzen. Felix beschreibt den Ablauf: "Für mich bedeutet das zwei weitere Jahre Vollzeitunterricht. Die einzelnen Praktikumswochen finden in verschiedenen Einsatzstellen wie Hort, Kindergärten oder Jugend- und Betreuungsheimen statt." So lernt er die unterschiedlichen Berufsbereiche kennen. Um die Ausbildung abzuschließen, gilt es für den angehenden Erzieher erst die theoretischen Prüfungen zu bestehen. "Ich mache dieses Jahr im Frühsommer meine Prüfungen und im September 2018 startet mein Berufsanerkennungsjahr in einer Einrichtung. Dort bin ich dann in Vollzeit eingesetzt und lege am Ende eine praktische Prüfung ab", erklärt Felix.

Danach winkt mit etwas Glück eine feste Stelle, denn Felix fühlt sich im Beruf Erzieher gut aufgehoben: "Ich werde nach Abschluss der Ausbildung erst mal arbeiten. Später gibt es viele Möglichkeiten sich weiterzubilden, etwa als Traumapädagoge, in der Hospizarbeit oder der Erlebnispädagogik. Ob ich eine dieser Richtungen einschlage, das lasse ich auf mich zukommen."

Felix zeichnet mit einem Mädchen und einem Jungen am Tisch.
Felix fühlt sich im Beruf Erzieher gut aufgehoben.

Sozial – nicht nur für Mädchen!

Zum Thema Männer in diesem Beruf meint Felix: "Es stimmt, der Anteil an Jungs in der Ausbildung ist relativ gering, aber nicht so niedrig, wie man vielleicht denkt. Für die Kinder ist es das Tollste, männliche und weibliche Bezugspersonen zu haben. Spannend zu sehen ist auch, dass Eltern und Kolleginnen es sehr schätzen, wenn Männer im Betreuungsteam sind. Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen."

Weiterentwicklung erwünscht

Für Jungs, die sich für den Berufsweg interessieren, hat Felix Tipps: "Man muss bereit sein, sich pädagogische Handlungsweisen anzueignen und sich weiterzuentwickeln." Wie man in Konfliktsituationen angemessen reagiert oder Kinder und Jugendliche richtig fördert, ist ein großes Thema in der Ausbildung. Neben diesem fachlichen Wissen ist ein weiterer Lernbereich die eigene Persönlichkeitsschulung. Felix hat diese Erfahrung bereits gemacht: "Wie trete ich auf, wie entscheide ich, welche Haltung zeige ich. Da merke ich, wie ich mich immer weiterentwickeln kann – das ist spannend."

Abwechslung und Vielfalt

Empfehlen kann er den Beruf in jedem Fall: "Das Beste daran ist die tägliche Abwechslung. Kein Tag ist wie der andere – es wird nie langweilig!" Auch bei der Art der Arbeitsstellen ist die Vielfalt groß. Felix zählt auf: "Oft wird der Beruf Erzieher/in mit Kindergarten gleichgesetzt, was nicht stimmt. Es gibt vielfältige Bereiche und Einrichtungen, beispielsweise für Jugendliche oder Menschen mit Behinderungen. Da kann man sich in viele Richtungen orientieren."

Weiterkommen im sozialen Bereich

Weiterbildungen bieten dir Aufstiegsmöglichkeiten über deine Ausbildung hinaus. So erweiterst du deine Fähigkeiten und Kenntnisse und kannst die Karriereleiter erklimmen.

Infos über Weiterbildungsmöglichkeiten findest du in BERUFENET:

www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Perspektiven » Weiterbildung

Studium nach der Ausbildung?

Auch ohne Hochschulreife kannst du fachbezogen studieren. Hierfür ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung kombiniert mit einigen Jahren Berufserfahrung Voraussetzung.

Die genauen Bedingungen erfährst du direkt bei der jeweiligen Hochschule.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.5 von 5. 6 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 31.01.2018
Berufe Entdecker
BWT

Download

Den gesamten Beitrag aus "MINT/SOZIAL for you, Ausgabe 2018" als PDF-Datei herunterladen:

Vom Kinderpfleger zum Erzieher

Weitere Infos im Netz