Von der Ausbildung zum Studium

Wer sich engagiert, kommt weit

Neben ihrem Studium ist Yvonne als Mitarbeiterin des Ada-Lovelace-Projektes der Universität Mainz aktiv. Sie möchte Mädchen für MINT-Berufe und -Studiengänge motivieren. Als Vorbild dient dabei ihr eigener Lebenslauf.

Porträt von Yvonne
Privat
Als Mentorin versucht Yvonne, Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern.

Nur noch ein Semester, dann hat Yvonne es geschafft: Sie kann sich Bachelor of Engineering nennen. Die 23-Jährige studiert an der Fachhochschule Bingen Wirtschaftsingenieurwesen in der Vertiefungsrichtung Automobiltechnik. "Wirtschaftsingenieurwesen, das ist in meinem Fall eine Kombination aus Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Automobiltechnik. In BWL dreht sich alles um Finanzen und Wirtschaft, in der Automobiltechnik geht es hauptsächlich um Technik, z.B. um technische Mechanik", erklärt Yvonne ihr Studium. Es ist genau die Mischung, die sie wollte. "Als ich nach meiner Ausbildung als Physiklaborantin noch eineinhalb Jahre gearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass man in der Industrie beides braucht: den wirtschaftlichen und den technischen Aspekt."

Ausbildung als Grundlage für das Studium

An ihrem Studium schätzt Yvonne besonders den hohen Praxisanteil, z.B. die Arbeit in Laboren. Ihr letztes Semester wird sie, ähnlich wie während ihrer Ausbildung, in einem Betrieb absolvieren. "Die Themen, die ich in der Ausbildung kennengelernt habe, z.B. Optik, Elektrotechnik oder Informatik und Wärmelehre, kommen alle im Studiengang wieder und werden nun vertieft", erläutert Yvonne. Sie ist froh, durch die Ausbildung eine Grundlage für ihr Studium bekommen zu haben.

Nach ihrem mittleren Bildungsabschluss hat Yvonne 2005 eine Ausbildung zur Physiklaborantin bei der Schott AG in Mainz begonnen. Ihren Ausbildungsberuf und ihren Ausbildungsbetrieb hat sie auf einer Berufsmesse kennengelernt. In ihrer Ausbildung führte sie physikalische Versuche und Messungen durch, um z.B. die physikalischen Eigenschaften von Spezialgläsern zu bestimmen. Nebenbei machte Yvonne ihre Fachhochschulreife nach. "Mir war schon bald klar, dass ich später noch studieren möchte", erinnert sie sich.

Zwei Physiklaborantinnen arbeiten im Labor an einem Versuch.
Im Labor führen Physiklaboranten und -laborantinnen physikalische Messungen durch.

Mädchen für Technik begeistern

Ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb ist sie bis heute verbunden: Yvonne arbeitet dort während der vorlesungsfreien Zeit bei der Ausbildung der angehenden Physiklaboranten und Physiklaborantinnen mit. Die benötigte Ausbildereignungsprüfung hat sie im März 2012 gemacht.

Außerdem ist sie als Mentorin, also Betreuerin, für das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen und Frauen für MINT-Studiengänge und -Berufe zu begeistern. Auch die Schott AG sucht jedes Jahr nach Mädchen, die eine naturwissenschaftliche Ausbildung machen wollen. "In den Ferien oder am Girls'Day laden wir Schülerinnen in die Firma ein. Dort erleben sie Physik zum Anfassen", erläutert Yvonne und fügt hinzu: "So erfahren die Mädchen spielerisch, dass Physik Spaß machen kann und bekommen einen Einblick in technische Berufe."

Zusammen mit anderen ALP-Mentorinnen ist Yvonne auch in Schulen oder auf Berufsmessen unterwegs. "Ich erzähle den Mädchen, wie ich zu meiner Ausbildung und meinem Studium gekommen bin", schildert Yvonne den Ablauf. "Für viele Schülerinnen und deren Eltern ist mein Lebenslauf besonders interessant, weil er bestätigt, dass man auch als Mädchen und mit mittlerem Bildungsabschluss bis zu einem naturwissenschaftlichen Studium kommen kann. Man muss einfach engagiert sein und es klappt!"

Weiterbilden in MINT-Berufen

Blick in einen Hörsaal während einer Vorlesung.
Im Studium kannst du die Kenntnisse aus deiner Ausbildung vertiefen.

Mädchen haben in vielen MINT-Berufen sehr gute Chancen, eine Beschäftigung zu finden. Auch die Karrieremöglichkeiten in den Berufen sind gut. Wenn du dir neue Aufgabenbereiche erschließen willst, dann lohnt sich eine Weiterbildung. Dafür kannst du finanzielle Unterstützung, z.B. das sogenannte Meister-BAföG, beantragen. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung kannst du - auch ohne Hochschulreife - ein Studium beginnen. Die genauen Voraussetzungen erfährst du an der jeweiligen Universität oder Fachhochschule. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten es für die einzelnen Berufe gibt, kannst du im BERUFENET nachlesen: Gib dort einen Beruf ein und gehe dann in der Rubrik "Tätigkeit" auf "Weiterbildung".

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 2.9 von 5. 10 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 06.02.2013
Berufe Entdecker
BWT

Mehr Infos

Berufe von A-Z:

Physiklaborant/in

Weitere Infos im Netz

Mehr Informationen zum Ada-Lovelace-Projekt findest du hier:

www.mainz.ada-lovelace.com

Download

Den gesamten Beitrag aus "MINT/SOZIAL for you, Ausgabe 2013" als PDF-Datei herunterladen:

Wer sich engagiert, kommt weit