MINT-Weiterbildung: Technikerin - Fachrichtung Farb- und Lacktechnik

Vom Handwerk in die Industrie

Vivien ist gelernte Malerin und Lackiererin. Derzeit macht sie eine Vollzeit-Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik und steht kurz vor dem Abschluss am Adolph-Kolping-Berufskolleg in Münster.

Eine Wissenschaftlerin bespricht mit einem Kollegen ein Versuchsergebnis.
Als Technikerin für Farb- und Lacktechnik ist man Ansprechpartner für Kollegen und Kunden.

Vivien hat ihren Wunschberuf über Umwege gefunden: "Ich habe zuerst Praktika beim Tierarzt und im Kindergarten gemacht. Dort konnte ich mir aber keine berufliche Zukunft vorstellen", erzählt sie. Die Idee, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen, kam ihr in einem Gespräch mit ihrem Vater über ihre Stärken und Interessen: Sie hat schon immer gern bei Renovierungen und Reparaturen geholfen. Das Praktikum in einem Malerbetrieb passte dann gut. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie eine duale Ausbildung zur Malerin und Lackiererin der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung.

Vielfältige Tätigkeiten

Ihre Aufgaben waren von der jeweiligen Baustelle abhängig. Sie führte Malerarbeiten aus, verlegte Bodenbelege und dämmte Fassaden. Die Abwechslung und die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, gefielen Vivien besonders. Beispielsweise beriet sie Kunden bei der Farb- oder Tapetenwahl. Kreativität, die Freude am Umgang mit den Kunden und die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren, sind daher für den Beruf von Vorteil.

Mit Durchhaltevermögen ans Ziel

Portrait von Vivien
Foto-Studio Rausch
Mit der Weiterbildung wird sich Viviens Aufgabenbereich verändern.

Zur Techniker-Weiterbildung hat Vivien der Wunsch motiviert, etwas Neues zu machen. Auf die Fachrichtung Farb- und Lacktechnik ist sie durch einen Bekannten aufmerksam geworden. Nach einem Informationsabend und eingehender Internetrecherche stand ihre Entscheidung fest. Mit der Weiterbildung wird sich Viviens Aufgabenbereich verändern. Im Schwerpunkt industrielle Beschichtungstechnik stehen neben betrieblichem Management auch Anlagen- und Fertigungstechnik sowie Beschichtungstechnik auf ihrem Lehrplan. Hier lernt sie etwa, wie sich verschiedene Additive (Zusatzstoffe, die einem Anstrichstoff hinzugegeben werden) auf das Fließverhalten beim Lackauftrag oder den Härtungsprozess auswirken. "Der Lernstoff ist nicht immer leicht", gibt Vivien zu. Ihr Durchhaltevermögen zahlt sich jedoch aus: "Wenn man die Lehrinhalte verstanden hat, werden auch die Zusammenhänge klar. Dann macht der Unterricht Spaß." Ihre mehrjährige Berufserfahrung auf der Baustelle kommt ihr hier zugute. Sie kann das Gelernte mit der Arbeit verknüpfen und weiß, welche Anforderungen z.B. an verschiedene Lackbeschichtungen gestellt werden.

Die Techniker-Weiterbildung an der Fachschule dauert in Teilzeit 4 Jahre. Vivien hat sich für die Alternative entschieden: eine zweijährige schulische Vollzeit-Weiterbildung. Während einer dreimonatigen Projektphase arbeitet Vivien auch im Betrieb. Dort führt sie z.B. verschiedene Tests mit Lacken durch. Mit der Dornbiegeprüfung wird etwa getestet, ob und ab welchem Radius eine Beschichtung beim Biegen reißt und/oder abplatzt.

Berufliche Veränderungen nach der Weiterbildung

Eine Farbprobe wird mit einer Pipette entnommen.
Vivien kennt sich mit den unterschiedlichen Anforderungen an Lackbeschichtungen aus.

Nach dem Abschluss ihrer Weiterbildung möchte Vivien in der Farben- und Lackindustrie als Anwendungstechnikerin oder Qualitätskontrolleurin arbeiten. Dadurch werden sich ihr Arbeitsumfeld und ihr Aufgabenbereich ändern. Sie wäre dann z.B. für die Entwicklung und die Überprüfung von Farben und Lacken zuständig, bevor diese auf die Baustelle oder an den Kunden geliefert werden. Außerdem wäre sie Ansprechpartnerin für Betriebe bei Fragen oder Problemen. Auf die zusätzliche Verantwortung und die neuen Herausforderungen in der höheren Position freut sich Vivien schon.

Weiterbildungen finden

Über Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du dich hier informieren:

www.berufenet.arbeitsagentur.de

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung qualifizierst du dich auch ohne Hochschulreife für ein Studium. Die genauen Voraussetzungen erfährst du an der jeweiligen Hochschule.

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Stand: 30.01.2019
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