Interview: Weiterbildung Techniker/in Fachrichtung Chemietechnik

"Man sollte nie aufhören zu lernen!"

Tagsüber arbeitet Jessica im Labor. Abends macht sie an einer Fachschule die Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Chemietechnik. Hier erfahrt ihr, warum sie sich dafür entschieden hat.

Jessica arbeitet mit Laborproben.
Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg
Jessica möchte ihre beruflichen Möglichkeiten nutzen und hat sich daher für eine Weiterbildung entschieden.
Eine junge Frau blickt in die Kamera.
Während einer Weiterbildung vertiefst du deine Kenntnisse.

Ihre Ausbildung zur Chemielaborantin hat Jessica in Paderborn gemacht. Hier hat sie u.a. gelernt, wie man chemische Stoffe analysiert und Versuchsreihen vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie bereits, dass sie eine Weiterbildung machen will. "Ich wollte einfach noch mehr Wissen erlangen und mich beruflich weiterentwickeln", erzählt sie. Doch zuerst stand auf dem Plan, einige Jahre berufliche Erfahrungen zu sammeln und Geld zu verdienen. Im September 2016 begann sie dann mit der Teilzeit-Weiterbildung zur Chemietechnikerin. An vier Abenden in der Woche lernt sie an der Fachschule für Technik alles über die Aufgaben einer Chemietechnikerin.

Tagsüber ist sie in Vollzeit als technische Mitarbeiterin am Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg tätig. Damit diese Aufteilung klappt, muss sie natürlich beide Bereiche gut koordinieren. "An den Tagen, an denen ich keinen Unterricht habe, baue ich Überstunden auf. So kann ich dann an den anderen Tagen früher gehen", erzählt sie.

Viel Berufserfahrung gesammelt

Die angehende Chemietechnikerin hat bereits in der Lebensmittelbranche gearbeitet und dort die Qualitätsanalyse von Fruchtsäften durchgeführt. Dazu hat sie Getränkeproben vorbereitet und geprüft, welche Inhaltsstoffe die Getränke haben. Später wechselte sie an das Institut für Hygiene und Umwelt.

Aktuell arbeitet sie in der Abteilung Elementaranalytik und ist zuständig für Bodenuntersuchungen auf Schwermetalle. "Ich analysiere im Labor Bodenproben, d.h., ich untersuche diese Proben, um herauszufinden, ob darin Schwermetalle wie z.B. Blei enthalten sind", erklärt Jessica. Mit diesen Umweltuntersuchungen wird festgestellt, wie stark der Boden belastet ist.

Sich beruflich weiterentwickeln

Warum sie sich verändern wollte, schildert Jessica so: "Als Laborant/in liefert man Ergebnisse. Da weiß man aber nicht, was mit diesen Ergebnissen passiert." Während ihrer Weiterbildung erfährt sie, wie sie die Ergebnisse der Analyse genau dokumentiert und auswertet. Als Technikerin der Fachrichtung Chemietechnik mit dem Schwerpunkt Laboratoriumstechnik wird sie die Reaktionen chemischer Verbindungen analysieren. Außerdem erlangt Jessica betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Sie bekommt einen Einblick in die Führung von Personal und in die Kosten, die ein Labor verursacht.

Mit Durchhaltevermögen zum Ziel

"Die Anforderungen einer Weiterbildung sind nicht zu unterschätzen", weiß Jessica aus eigener Erfahrung. So spielt Mathematik in der Weiterbildung zum/zur Chemietechniker/in eine große Rolle. "Das war für mich zunächst eine Umstellung. Nach meiner Ausbildung hatte ich mit diesem Fach wenig zu tun. Deshalb hat es etwas gedauert, bis ich mich in diesem Bereich zurechtgefunden habe", erinnert sie sich. "Man braucht auf jeden Fall Ausdauer und darf sich nicht unterkriegen lassen, wenn mal etwas nicht so gut läuft."

In vier Monaten macht Jessica ihren Abschluss. Danach will sie sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Mit ihrer Weiterbildung zur Chemietechnikerin hat sie auf jeden Fall viele neue berufliche Möglichkeiten. Wichtig ist ihr, sich auch nach ihrem Abschluss weiterzuentwickeln. "Man sollte nie aufhören zu lernen", sagt sie.

Die Zukunft für naturwissenschaftliche Berufe

Naturwissenschaftliche Berufe gibt es in vielen Branchen. Du kannst nach deiner Ausbildung im Bereich Medizinische Forschung, Chemieindustrie, Pharmazie, Umweltschutz oder Kosmetikindustrie arbeiten. Außerdem geht man hier mit der Zeit: Bereits in der Ausbildung lernst du die neuesten technischen Entwicklungen und Forschungsmöglichkeiten kennen. So bist du gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in, Meister/in oder Betriebswirt/in erhöht deine Chancen, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Mehr Infos ...

... über Weiterbildungsmöglichkeiten findest du im BERUFENET:

www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Perspektiven » Weiterbildung » Aufstiegsweiterbildung

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Stand: 08.05.2019
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