Das Berufswahlmagazin 01/2017

Schwerpunktthema "Azubis gesucht! Berufe mit guten Einstellungschancen"

In der Ausgabe 01/2017 des Berufswahlmagazins der Bundesagentur für Arbeit dreht sich alles um Berufe mit guten Einstellungschancen. Den Jugendlichen werden einige dieser Berufe vorgestellt und sie erfahren, welche Aufstiegs- und Veränderungsmöglichkeiten sie dort jeweils haben. Darüber hinaus erhalten sie vielfältige Informationen darüber, welche Unterstützung sie bei der Berufswahl annehmen können.

Eine junge Frau serviert Bestellungen.
Für eine Ausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe bestehen gute Einstellungschancen.

Aktuelle Situation

Bei der Berufswahl konzentriert sich die Mehrzahl der Jugendlichen auf wenige Berufe. Die Liste der Ausbildungsberufe mit den meisten Vertragsabschlüssen wird angeführt von Kaufmann/-frau für Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel sowie Verkäufer/in. Aber daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer Berufe, für die jährlich Auszubildende gesucht werden.

Erhebungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben ergeben, dass es sowohl Berufe mit Versorgungsproblemen als auch solche mit Besetzungsproblemen gibt. Ein Beruf mit Versorgungsproblem ist hier ein Ausbildungsberuf, für den sich mehr junge Menschen interessieren, als Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen. Im Gegensatz dazu haben Berufe wie Restaurantfachmann/-frau, Fleischer/in oder Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk mit erheblichen Besetzungsproblemen zu kämpfen. In allen drei Berufen konnten im Jahr 2015 nur rund zwei Drittel der angebotenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Andere Berufe mit Besetzungsproblemen sind Klempner/in, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Bäcker/in, Gerüstbauer/in, Gebäudereiniger/in sowie Koch/Köchin. Auch in der Baubranche bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

Besetzungsprobleme und Fachkräfteengpass

Für Ausbildungsbetriebe hat es nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig negative Auswirkungen, wenn Ausbildungsplatzangebote ungenutzt bleiben. Aus aktuellen Besetzungsproblemen kann sich im Laufe der Jahre zunächst ein Fachkräfteengpass, in der Folge dann sogar ein Fachkräftemangel entwickeln.

Momentan sind laut aktueller Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen zu verzeichnen. Ein Mangel oder Engpass ergibt sich, wenn das Angebot die Nachfrage nicht decken kann. So suchen bspw. Arbeitgeber bundesweit in den Bereichen Energietechnik, Aus- und Trockenbau oder Altenpflege Fachkräfte, um ihre vakanten Stellen zu besetzen. Im Beruf Berufskraftfahrer/in liegt derzeit z.B. ein regional begrenzter Fachkräfteengpass vor. Von Engpass wird dann gesprochen, wenn die Besetzung einer offenen Arbeitsstelle länger dauert als "üblich" oder wenn die Suche mangels Erfolgsaussichten aufgegeben wird. Solche Engpässe werden durch die sogenannte Vakanzzeit erfasst: Die abgeschlossene Vakanzzeit misst die Zeit vom geplanten Besetzungstermin bis zur Abmeldung einer Stelle und erfasst so die Zeit, in der Besetzungsmöglichkeiten verloren gehen. Im Bereich der Altenpflege beträgt die Vakanzzeit bspw. 182 Tage. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Vakanzzeit in allen Berufsgruppen beträgt 90 Tage.

Zu geringe Bewerberzahlen und Fachkräfteengpässe sind ernst zu nehmende Probleme auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Eine Möglichkeit, sie zu lösen, ist, jungen Menschen die Vielfalt der Berufe in Deutschland aufzuzeigen und gleichzeitig für Ausbildungsberufe mit Besetzungsproblemen bzw. Fachkräfteengpass zu gewinnen. Auch die Arbeitgeber sind aufgefordert, Bewerberinnen und Bewerber für diese Berufe zu gewinnen.

Cover des Berufswahlmagazins 1/17
Berufswahlmagazin, Heft 01 März 2017. Klick aufs Bild führt zur Heftübersicht.

Ziele und Inhalte der Ausgabe 01/2017

In der aktuellen Ausgabe des Berufswahlmagazins dreht sich alles um das Thema Berufe mit guten Einstellungschancen. In Reportagen und Informationstexten werden den Jugendlichen verschiedene Berufe vorgestellt, bei denen gute Einstellungschancen bestehen. Das Ziel dieses Magazins ist es, Schülerinnen und Schülern Berufe vorzustellen, in denen verstärkt Auszubildende gesucht werden. Die Jugendlichen sollen die Vorteile von Berufen kennenlernen, die sie vielleicht noch nicht auf ihrer Wunschliste haben. Auch werden ihnen Aufstiegs- und Veränderungsmöglichkeiten in den jeweiligen Berufen aufgezeigt.

Beiträge zum Schwerpunktthema

Folgende Beiträge zum Thema zeigen den Leserinnen und Lesern, welche vielfältigen beruflichen Möglichkeiten sich ihnen bieten:

  • Die Klassenaktion Betriebserkundung gibt Schüler/innen Tipps, wie sie eine Betriebserkundung organisieren können. Dadurch sollen sie Einblicke in Berufe mit guten Einstellungschancen bekommen. Außerdem können sie Soft Skills wie Organisations- und Kommunikationsfähigkeit trainieren.
  • In der Initiative Girl’s Day und Boy’s Day werden die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day vorgestellt. Sowohl in technischen als auch in sozialen Berufen gibt es gute Einstellungschancen. Der Girls’Day und der Boys’Day dienen dazu, Mädchen für MINT-Berufe und Jungen für soziale Berufe zu begeistern.
  • Im Beitrag "Mit Power ins Praktikum" beschreibt Anton in Tagebuchform, welche Erfahrungen er während eines Praktikums als Elektroniker gesammelt hat. Er erzählt dabei von seinen Aufgaben und welche Tätigkeiten ihm besonders Spaß gemacht haben.
  • In Form eines Interviews gibt Berufsberaterin Anke Schütze im Beitrag "Zeit für deine Fragen" Tipps für die Vorbereitung auf das erste Gespräch mit dem/der Berufsberater/in. Außerdem erklärt sie den Ablauf eines Beratungsgesprächs.
  • Freba, Auszubildende zur Fachkraft im Gastgewerbe, berichtet im Beitrag "Menschenscheu sollte man nicht sein" über ihre Ausbildung. Sie geht dabei darauf ein, was sie dazu motiviert hat, diesen Beruf zu wählen, und welche Stärken man im Gastgewerbe braucht. Zudem gibt es einen Infokasten mit Fakten zur Ausbildung und Weiterbildungsoptionen.
  • Der angehende Berufskraftfahrer Tobias erzählt im Beitrag "Mit Abwechslung durch den Verkehr" von seinem Ausbildungsalltag. Er beschreibt, welche Aufgaben er hat und warum ihm seine Arbeit so viel Spaß macht. Zusätzlich gibt es einen Infokasten mit den wichtigsten Fakten zur Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Bastian, angehender Gebäudereiniger, stellt im Job inside "Wenn alles blitzt und blinkt …" seine Ausbildung vor. Er erzählt, wieso er sich für diesen Beruf entschieden hat und warum er so abwechslungsreich ist. Ein Infokasten mit Fakten zur Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten rundet den Beitrag ab.
  • Im Beitrag "Die Arbeit mit Holz begeistert mich" geht es um Christophs Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter. Er spricht über Ausbildungsinhalte und welche Interessen und Stärken für diesen Beruf wichtig sind. Ergänzend werden wichtige Fakten zur Ausbildung in einem Infokasten dargestellt.
  • Mithilfe des Arbeitsblatts "Talente gesucht!" sollen die Jugendlichen den im Magazin vorgestellten Berufen verschiedene Stärken zuordnen und die Zuordnung begründen. Dadurch werden Kombinations- und Argumentationsfähigkeit gefördert.
  • In dem Bericht "Azubis helfen bei der Berufswahl" wird die Initiative IHK-Ausbildungsbotschafter vorgestellt. Zusätzlich kommt Ausbildungsbotschafterin Jeannine zu Wort und berichtet in einem kurzen Statement über ihre Aufgabe.

Star im Mittelpunkt: Sybille Schönberger

In diesem Berufswahlmagazin gibt es ein Starinterview mit der Sterneköchin Sybille Schönberger. Sie berichtet, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist und welche Stärken sie für ihre Arbeit braucht.

Kernbotschaften

  • Den Horizont für die Berufswahl erweitern

Jeder der über 300 Ausbildungsberufe in Deutschland hat seine Vorteile und seine Reize. Vielfältige Leidenschaften, Berufungen und Hobbys können in diese Berufe eingebracht werden. Auch Berufe, die nicht so bekannt oder anscheinend nicht beliebt sind, können sehr interessant und vielfältig sein. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu angehalten, sich umfassend zu informieren und auch auf den ersten Blick eher uninteressante Berufe in die nähere Auswahl der Ausbildungsmöglichkeiten miteinzubeziehen.

  • Duale Ausbildung ist eine gute Sache

Die Anzahl der Ausbildungsanfänger/innen nimmt von Jahr zu Jahr ab, da sich viele junge Menschen für ein Studium entscheiden. Da die Zahl der Studienabbrüche immer mehr zunimmt, ist auch vor Studienbeginn eine ausführliche Berufsorientierung sehr wichtig. Dieser Umstand trägt teilweise zur Verstärkung des Fachkräfteengpasses in einigen Berufsgruppen bei. Jugendliche sollen motiviert werden, eine Ausbildung, gerade in Berufen mit guten Einstellungschancen, zu absolvieren.

  • Geh deinen eigenen Weg

Es gibt Berufe mit vielen Ausbildungsstellen und Berufe mit wenigen Ausbildungsstellen. Es gibt Ausbildungen, für die sich viele Bewerber interessieren, und solche, für die sich nur wenige interessieren. Bei der Berufswahl ist es wichtig, dass jede und jeder seinen eigenen Weg geht, einen Beruf nach seinen Talenten und Stärken auswählt und sich nicht von der Masse beeinflussen lässt.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 1 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 08.03.2017