Das Berufswahlmagazin 04/17

Schwerpunktthema "Du für andere - Engagement bringt dich weiter"

In der Ausgabe 4/2017 des Berufswahlmagazins dreht sich alles um das Thema freiwilliges Engagement. Sei es in Schule, Freizeit oder Ausbildung, bei einem der vielzähligen Freiwilligendienste oder in einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr. Die Jugendlichen erfahren, dass Engagement für andere Menschen nicht nur gesellschaftlich wichtig ist, sondern auch zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit beiträgt.

Begriffe wie Engagement und sozial werden auf ein Flipchartpapier geschrieben.
Helfende Hände sind in vielen Bereichen gefragt. Jugendliche, die sich in Schule oder Freizeit freiwillig engagieren, können bei der Bewerbung damit punkten.

Aktuelle Situation

Deutschland ist ein Land der Engagierten. Mehr als 30 Millionen Menschen ab 14 Jahren engagierten sich in Deutschland ehrenamtlich in ihrer Freizeit.  In den letzten 15 Jahren (bezogen auf 2014) ist die Engagementquote um insgesamt knapp 10 Prozent angestiegen. Mit am höchsten ist der Anteil freiwillig Engagierter in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen.  Die meisten der freiwillig Engagierten sind mit über 16 Prozent im Bereich Sport und Bewegung zu finden, gefolgt von den Bereichen Schule oder Kindergarten, Kultur und Musik sowie vom sozialen Bereich.

Kompetenzsteigerung durch freiwilliges Engagement

Unabhängig davon, in welchen Bereichen sich junge Menschen für andere einsetzen, eines haben sie gemeinsam: die Lernerfahrungen. Knapp drei Viertel der Engagierten geben an, soziale Fähigkeiten bei ihrer freiwilligen Tätigkeit erworben zu haben. Jeweils mehr als die Hälfte der Freiwilligen hat auch persönliche Fähigkeiten (z.B. Zeitmanagement) oder Fachkenntnisse im Engagement erlangt.

Stärkung von Demokratie- und Lern-Verständnis

Dass sich Engagement und Bildung im hohen Maße wechselseitig beeinflussen, bestätigt auch der Zweite Engagementbericht der Bundesregierung.  Wissenschaftliche Untersuchungen des ehrenamtlichen Engagements Jugendlicher haben ergeben, dass frühe ehrenamtliche Arbeit die Demokratiekompetenz der jungen Bürger/innen stärkt (Stichwort: Civic Education). Ein weiterer zentraler Gesichtspunkt ehrenamtlichen Engagements ist das Service Learning, d.h. das Lernen durch Engagement . Studien belegen, dass Service Learning dazu geeignet ist, bei Schülerinnen und Schülern Interesse an Engagement zu wecken und "persönliche und berufsbezogene Kompetenzen zu fördern".

Ziele und Inhalte der Ausgabe 04/2017

Die Ausgabe 04/2017 des Berufswahlmagazins zeigt die große Vielfalt freiwilligen Engagements Jugendlicher, die in der Schule, bei Freizeitaktivitäten und in der Ausbildung Verantwortung für andere Menschen übernehmen. Ziel des Magazins ist es, die vielzähligen Einsatzmöglichkeiten, z.B. internationale Freiwilligendienste, das Freiwillige Soziale oder Ökologische Jahr, vorzustellen. Außerdem sensibilisiert es die Jugendlichen dafür, dass sie durch ihren Einsatz nicht nur ihr Fachwissen erweitern, sondern auch ihre sozialen und organisatorischen Kompetenzen stärken - ein Pluspunkt nicht zuletzt in der Bewerbung. Erfahrungsberichte motivieren die Jugendlichen zu reflektieren, in welchen Bereichen sie sich in Zukunft selbst einbringen möchten.

Cover des Berufswahlmagazins 04/2017
Berufswahlmagazin, Heft 04, November 2017. Klick aufs Bild führt zur Heftübersicht.

Beiträge zum Schwerpunktthema:

Die folgenden Beiträge führen Leserinnen und Leser an das Thema freiwilliges Engagement in Schule, Freizeit und Ausbildung heran:

  • In der Klassenaktion überlegen die Schüler/innen gemeinsam, welche verschiedenen Möglichkeiten freiwilligen Engagements es bei ihnen in der Schule oder vor Ort gibt und fertigen dazu Infoplakate für eine Ausstellung in der Schule an (S. 2).

  • Der Bericht "Engagement vor Ort: Nachhilfe und Tutor/in" führt Beispiele auf, in denen sich die Schüler/innen in der Schule und in der Freizeit engagieren können. Außerdem stellt er einen Bezug zu möglichen Ausbildungsberufen in diesen Bereichen her (S. 6).

  • Philipp Michel, Lehrer für Sonderpädagogik an einer inklusiven Schule, stellt in dem Interview "Aktiv Verantwortung übernehmen" das SamS-Projekt "Schüler arbeiten mit Schülern" als inklusives Miteinander vor. Ein eigens konzipierter Raum namens SamS bietet einen festen Treffpunkt, bei dem sich Schüler/innen - mit und ohne Förderbedarf - gegenseitig unterstützen und auch Patenschaften übernehmen. Ein Infokasten informiert über den Begriff der Inklusion (S. 7).
  • In dem Job inside "Im Einsatz für das Leben" erzählt Rebecca, welche Erfahrungen sie in ihrem Schulsanitätsdienst gemacht hat, wie sie über diese freiwillige Tätigkeit zu der Ausbildung Notfallsanitäterin gekommen ist und wie ihr Berufsalltag aussieht (S. 8 und 9).

  • Der Beitrag "Sinnvolle Auszeit gesucht? Du hast die Wahl!" informiert Schüler/innen über Einsatzmöglichkeiten, Teilnahmevoraussetzungen und Einsatzdauer bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), einem Freiwilligen Ökologische Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD), der auch mit Flüchtlingsbezug möglich ist (S. 10).

  • Laleh hat bei ihren freiwilligen Einsätzen in Frankreich so positive Erfahrungen gemacht, dass sie nun ein Freiwilliges Soziales Jahr dort plant. Dies berichtet sie in dem Beitrag "Erfahrungen im Ausland sammeln", der außerdem die Merkmale von internationalen Freiwilligendiensten und Organisationen zusammenfasst und die jeweiligen Webadressen nennt. Wo Leser/innen weitere Organisationen in einer Übersicht finden, ist ebenfalls aufgeführt (S. 11).

  • "Engagement zeigen und seinen Beruf finden" thematisiert das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Hinblick auf mögliche Ausbildungsberufe, die sich daran anschließen können. Die Jugendlichen lernen ausgewählte Berufe aus den Berufsfeldern Landwirtschaft, Natur, Umwelt bzw. Soziales und Gesundheit kennen (S. 14 und 15).

  • In dem Interview "Freiwilliges Engagement - ein Pluspunkt in der Bewerbung" erläutert der Personalverantwortliche Ertan Günther, welche Vorteile die Ausübung eines Ehrenamts für den Bewerbungsprozess hat. Er gibt auch Hinweise darauf, wie man seinen freiwilligen Einsatz im Vorstellungsgespräch und im Lebenslauf erwähnen sollte (S. 16 und 17).

  • "Soziales Engagement während der Ausbildung kennt nur Gewinner" - dieser Bericht stellt Projekte vor, in denen sich Azubis mit Unterstützung vom Arbeitgeber in verschiedenen Bereichen engagieren können. Lisa-Vanessa engagiert sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich als Tanzlehrerin und beschreibt, wie ihr das in ihrem Berufsalltag als Sportfachfrau hilft (S. 18 und 19).

  • Auf dem Arbeitsblatt "Welcher Beruf passt zu welchem Ehrenamt?" bekommen die Schüler/innen einige Berufe genannt. Diese sollen sie bestimmten ehrenamtlichen Tätigkeiten zuordnen und ihre Auswahl begründen. (S. 20).

  • In dem Quiz "FSJ, BFD, FÖJ - was macht man da?" beantworten die Jugendlichen Fragen zu freiwilligen Diensten und Jahren. Die Fragen in der Printausgabe werden um weitere Fragen und Antworten im Portal ergänzt (S. 22).

Stars im Mittelpunkt: German LifeStyle (GLS)

In diesem Berufswahlmagazin wird der YouTube-Kanal German LifeStyle (GLS) von und mit Allaa Faham und Abdul Abbasi vorgestellt. Die zwei jungen Männer sind als Geflüchtete aus Syrien nach Deutschland gekommen. Auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlichen Allaa Faham und Abdul Abbasi als German LifeStyle Videos in deutscher Sprache mit arabischen Untertiteln, in denen sie u.a. die deutsche Kultur erklären. Mit viel Humor stellen sie Vorurteile und Stereotype zwischen Nationen vor und beleuchten die Unterschiede der beiden Kulturen. Im Interview berichtet Allaa Faham über seinen Werdegang und die Integration in Deutschland sowie über "Life back home", ein Projekt, in dem die beiden mitmachen (S. 12 und 13).

Kernbotschaften

  • Freiwilliges Engagement ist für die Gesellschaft von großer Bedeutung

Ehrenamt und freiwilliges Engagement sind sehr wichtig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Wer sich für andere engagiert, kann das Zusammenleben aktiv mitgestalten und seine Mitmenschen unterstützen.

  • Freiwilliges Engagement dient der Persönlichkeitsentwicklung

Wer sich engagiert und anderen Menschen hilft, entwickelt sich dadurch selbst weiter. Das Kennenlernen von und Auseinandersetzen mit Lebensbereichen und Kulturen, die man vorher noch nicht kannte, ist spannend und bietet neue Denkansätze.

  • Freiwilliges Engagement hilft bei der Berufsfindung und im Bewerbungsprozess

Durch den freiwilligen Einsatz für andere lernen die Jugendlichen viel über ihre eigenen Interessen. Sie können ihre Stärken festigen bzw. neu finden. Sie kommen aber auch mit einzelnen Berufsfeldern und Berufen in Kontakt. Zudem wird in Bewerbungen immer mehr auf Soft Skills geachtet. Mit freiwilligem Engagement im Lebenslauf können junge Menschen Stärken wie Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein nachweisen.

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 3.8 von 5. 4 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 08.11.2017