Interview: Schüler/innen ohne Ausbildungsplatz motivieren

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

"Auch nach dem Schulabschluss gibt es noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz", weiß Berufsberater Guido Lindges von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Im Interview erklärt er, was zu tun ist, um jetzt noch einen Ausbildungsvertrag zu ergattern.

Ein Personalchef begrüßt eine neue Auszubildende.
Auch nach Ausbildungsbeginn lohnt es sich noch, sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

planet-beruf.de: Wann sollte man generell mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnen?

Guido Lindges: Grundsätzlich gegen Ende des vorletzten Schuljahres. Je nach Berufsbereich oder Branche - z.B. bei kaufmännisch-verwaltenden Berufen oder im Industriebereich - sollte man aber bereits früher anfangen.

planet-beruf.de: Haben Jugendliche, die diesen Zeitpunkt versäumt haben, auch nach Beginn der Sommerferien noch Chancen auf dem Ausbildungsmarkt?

Guido Lindges: Ja, auf jeden Fall. Hat man diese Frist - Ausbildungsbeginn ist der 1. August jedes Jahres - überschritten, gibt es trotzdem noch freie Stellen und das durchaus auch bei lukrativen Unternehmen. Es sind also nicht immer nur die "schlechten" Stellen, die übrig bleiben.

planet-beruf.de: Warum gibt es jetzt noch unbesetzte Ausbildungsstellen?

Guido Lindges: Es gibt z.B. Unternehmen, denen Jugendliche abspringen, weil sie einen alternativen Ausbildungsplatz gefunden haben. Diese Stellen fallen dann wieder in die Ausbildungsstellenvermittlung zurück.

Darüber hinaus entscheiden sich v.a. kleinere Handwerksbetriebe erst nach den Abschlussprüfungen, die im Frühsommer stattfinden, ob sie neue Auszubildende einstellen. Besteht der/die Auszubildende/r die Prüfung nicht, muss diese/r mindestens ein halbes Jahr weiterbeschäftigt werden. Da halten sich die Betriebe lieber zurück. Diese Ausbildungsstellen kommen erst spät bzw. nach Schuljahresende auf den Markt. Es lohnt sich also, jetzt noch zu suchen.

Porträt von Guido Lindges
Privat
Guido Lindges, Berufsberater der Agentur für Arbeit Mönchengladbach

planet-beruf.de: Wer kann bei der Suche nach freien Ausbildungsplätzen helfen?

Guido Lindges: Eine gute Anlaufstelle ist die Berufsberatung der örtlichen Agentur für Arbeit. Hilfreich sind auch die Industrie-, Handels- und Handwerkskammern. Zusätzlich sollten die Jugendlichen in der JOBBÖRSE, in den Online-Lehrstellenbörsen der Kammern oder in den Bewerbungsportalen großer Unternehmen suchen. Wichtig ist, alle Kanäle gleichzeitig zu nutzen.

planet-beruf.de: Wie erhöhen die Jugendlichen ihre Chancen, jetzt noch genommen zu werden?

Guido Lindges: Ein guter Tipp ist, bei der Bewerbung den persönlichen Kontakt zum Arbeitgeber zu suchen. Also anrufen und ggf. sogar persönlich vorsprechen. Die Jugendlichen müssen aktiv werden und zeigen, dass sie Interesse haben. Dann hat man auch spät noch eine Chance.

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Stand: 01.07.2015