FAQ Praktikum

Fragen und Antworten rund ums Praktikum

Du möchtest ein Praktikum machen und hast noch Fragen? Vielleicht findest du deine Antworten hier...

Wann bewerbe ich mich?

Bewirbst du dich auf eine Stellenanzeige in der Zeitung oder in einer Praktikumsbörse, dann steht darin meistens die Bewerbungsfrist. Bewirbst du dich aus eigenem Antrieb für ein Praktikum, kannst du das jederzeit tun. Hier gibt es keine offiziellen Fristen.

Grundsätzlich gilt aber: Bewirb dich so früh wie möglich, denn einige Betriebe haben eine lange Warteliste für Praktikumsinteressenten. Am besten bewirbst du dich schriftlich mit Anschreiben, unterschriebenem Lebenslauf und einer Kopie deines letzten Zeugnisses. Hilfe dazu findest du im Bewerbungstraining.

Wird das Praktikum bezahlt?

Einen rechtlichen Anspruch auf eine Vergütung hast du nicht, aber mancher Praktikumsbetrieb entlohnt seine Praktikanten trotzdem.

Welche Arbeiten sind im Praktikum nicht erlaubt?

Verboten sind Arbeiten, die dich körperlich und geistig überfordern, z.B. wenn du schwer heben, tragen oder dauernd stehen musst.  Auch Arbeiten in erzwungener Körperhaltung sind nicht erlaubt, z.B. wenn du eine Tätigkeit ständig in gebückter Haltung ausüben sollst. Aufgaben, für die du zu viel Verantwortung übernehmen musst oder die gefährlich sind, sind ebenfalls verboten.

Wie lange muss ich als Praktikant arbeiten?

Eine Wanduhr, die acht Uhr anzeigt.
Nach 20:00 Uhr dürfen Praktikantinnen und Praktikanten in der Regel nicht mehr arbeiten.

Wenn du unter 15 Jahre alt bist, darf deine Arbeitszeit nicht länger als 7 Stunden betragen. Bist du zwischen 15 und 18 Jahre alt, kannst du 8 Stunden arbeiten.

Wenn du noch vollzeitschulpflichtig bist, gelten für dich die Arbeitszeiten für Kinder. Du darfst dann also höchstens 7 Stunden arbeiten. Falls du dir unsicher bist, ob du noch vollzeitschulpflichtig bist, frage deine Lehrerin oder deinen Lehrer.

Bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden stehen dir 30 Minuten Ruhepause zu, bei einer Arbeitszeit von über sechs Stunden musst du mindestens 60 Minuten Pause machen.

Nach 20:00 Uhr darfst du als Praktikant/in nicht mehr arbeiten. Allerdings gibt es Ausnahmen: Wenn du über 16 Jahre alt bist, darfst du

  • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22:00 Uhr,
  • in Betrieben mit Schichtarbeit bis 23:00 Uhr,
  • in der Landwirtschaft ab 5:00 Uhr oder bis 21:00 Uhr sowie
  • in Bäckereien und Konditoreien auch morgens ab 5:00 Uhr (ab 17 Jahren ab 4:00 Uhr)

beschäftigt werden.

Samstags- und Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten. Allerdings ist Wochenendarbeit in bestimmten Bereichen - beispielsweise in Krankenhäusern, in Bäckereien oder im Friseurhandwerk - möglich. Als Ausgleich wirst du an einem anderen Wochentag derselben Woche von der Arbeit freigestellt.

Muss ich als Praktikant die Schweigepflicht einhalten?

Natürlich darfst du erzählen, in welcher Firma du ein Praktikum machst und welche Tätigkeiten du ausführst. Aber du darfst keine Betriebsgeheimnisse an Personen außerhalb der Firma weitererzählen. Machst du z.B. ein Praktikum in einer Arztpraxis oder bei einem Rechtsanwalt, darfst du keine Informationen über Patienten oder Klienten an Dritte weitergeben. Manche Betriebe verlangen, dass Praktikantinnen und Praktikanten eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Damit verpflichtet man sich dazu, geheime Daten und Informationen für sich zu behalten.

Was passiert, wenn ich als Praktikant/in Firmeneigentum kaputt mache oder selbst verletzt werde?

Für dein Schülerbetriebspraktikum schließt deine Schule eine Haftpflichtversicherung ab. Deine Erziehungsberechtigten müssen eventuell die Kosten für die Versicherung übernehmen. Schüttest du aus Versehen dein Getränk über die Computertastatur, muss deine Schule die entstehenden Kosten übernehmen. Machst du etwas absichtlich kaputt oder bist unvorsichtig und hältst dich nicht an die Sicherheitsvorschriften, musst du selbst für den Schaden aufkommen.

Ein umgestürztes Glas neben einer Tastatur, auf die Flüssigkeit gelaufen ist.
Wer unvorsichtig arbeitet, riskiert Firmeneigentum kaputt zu machen oder sich sogar selbst zu verletzen.

Machst du ein Ferienpraktikum, bist du nicht gesetzlich haftpflichtversichert. Dann wird je nach Schaden geklärt, ob deine eigene Versicherung, die deiner Eltern oder die des Praktikumsbetriebs den Schaden bezahlt.

Verletzt du dich während eines Schülerbetriebspraktikums, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem direkten Heimweg, stehst du unter dem Schutz der gesetzlichen Schülerunfallversicherung.
Dann übernimmt die gesetzliche Unfallkasse deine Behandlungskosten. Gehst du auf dem Weg nach Hause z.B. shoppen, gilt der gesetzliche Versicherungsschutz nicht mehr.

Leistest du ein freiwilliges Ferienpraktikum, stehst du in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis zum Betrieb und bist ebenfalls gesetzlich unfallversichert.

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Was mache ich, wenn ich während des Praktikums krank werde?

Dann musst du zuerst die Schule informieren und dich anschließend bei deinem Praktikumsbetrieb krank melden. Bist du längere Zeit krank, solltest du einen Arzt aufsuchen und dir ein ärztliches Attest ausstellen lassen.

Noch Fragen?

Hast du noch mehr Fragen zum Praktikum? Dann wende dich an die Berufsberatung deiner Agentur für Arbeit.

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Stand: 06.05.2009
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