Wie soziale Netzwerke und Bewerbung zusammenhängen

Gut vernetzt

Soziale Netzwerke können auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle hilfreich sein. Stephan Stengel, Referent der EU-Initiative Klicksafe, klärt im Gespräch mit planet-beruf.de über die Chancen und Risiken von sozialen Netzwerken im Hinblick auf die Bewerbung auf.

Eine Mutter hilft ihrer Tochter bei der Bewerbung am Computer.
Es ist wichtig, dass Eltern darauf achten, dass sich ihr Kind in sozialen Netzwerken positiv darstellt.

planet-beruf.de: Soziale Netzwerke spielen eine immer größere Rolle bei der Personalbeschaffung. Wie können sich die Jugendlichen darauf einstellen?

Stephan Stengel: Die Eltern sollten darauf achten, dass sich ihr Kind  z.B. in sozialen Netzwerken oder im eigenen Blog positiv darstellt. Die Jugendlichen sollten soziale Netzwerke gezielt nutzen, um sich zu bewerben oder sich über das Unternehmen zu informieren. Um seine  Chancen zu erhöhen ist es ratsam, z.B. am Twitter-Stream oder der Facebook-Seite eines Unternehmens dran zu sein. Denn diese nutzen die sozialen Netzwerke oft, um Bewerber/innen direkt anzusprechen.

planet-beruf.de: Welche Risiken sind mit sozialen Netzwerken in Bezug auf die Bewerbung verbunden?

Stephan Stengel: Man muss sich klar machen, dass manche Unternehmen solche soziale Netzwerke oder Suchmaschinen verwenden, um sich z.B. über die Bewerber/innen nochmal ein genaueres Bild zu verschaffen.

Porträt von Stephan Stengel
Stephan Stengel, Referent der EU-Initiative "klicksafe", beschäftigt sich mit sozialen Netzwerken im Internet.

planet-beruf.de: Welche Chancen können sich hinsichtlich der sozialen Netzwerke in Verbindung mit Bewerbungen ergeben?

Stephan Stengel: Speziell bei Großunternehmen ist es mittlerweile üblich, dass Bewerbungen online erfolgen. Unabhängig davon nutzen sie auch Social Media Kanäle, um Stellenausschreibungen zu veröffentlichen (z.B. über Facebook oder Twitter). Interessant ist "Social Recruiting" für Leute, die gut vernetzt sind, z.B. bei Netzwerken wie Xing oder linkedin. Dort werden häufig von Bekannten oder Freunden Informationen über offene Stellen weitergereicht.

planet-beruf.de: Welche Punkte können sich in sozialen Netzwerken positiv auswirken?

Stephan Stengel: Vor allem die klassischen Pluspunkte. Dazu zählen z.B. soziales Engagement, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Fähigkeiten, die man unter Beweis stellt. Man kann soziale Netzwerke auch nutzen, um sich mit seinen Hobbys und Interessen zu zeigen.

planet-beruf.de: Wirkt es sich negativ aus, wenn die Jugendlichen nicht in sozialen Netzwerken aktiv sind?

Stephan Stengel: Für bestimmte Berufsgruppen würde ich das definitiv bejahen. Es stellt sich die Frage "Wie bin ich online auffindbar und sichtbar?" Vor etwa drei Jahren hat man gesagt, man solle online nicht negativ auffallen. In den nächsten Jahren wird es immer mehr darum gehen, dass man online auffindbar ist und sich dort positiv präsentiert.

planet-beruf.de: Worauf sollte man dabei besonders als Eltern achten?

Stephan Stengel: Eltern können beispielsweise über eine Suchmaschine im Internet nach ihrem Kind suchen und so herausfinden, was man von außen über sein Kind in Erfahrung bringen kann. Das Ergebnis kann man gemeinsam mit dem Kind anschauen und darüber sprechen, was für einen Eindruck die Kinder hinterlassen und evtl. handeln, indem man negative Inhalte, die das Kind selbst eingestellt hat, löscht bzw. löschen lässt.

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Stand: 02.07.2014