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Ausbildung mit Kind

Nicht immer einfach, aber machbar

Betty und Kathy sind beide Auszubildende in Teilzeit. Hier berichten sie darüber, wie sie es geschafft haben, ihre Ausbildung und die Erziehung ihrer Kinder unter einen Hut zu bringen, und wie ihr Alltag zwischen Betrieb, Berufsschule und Spielplatz funktioniert.

Betty macht eine Teilzeitausbildung zur Industriekauffrau bei der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH. Sie hat einen fünfjährigen Sohn, den sie alleine erzieht.

"Ich bin mit 17 Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen und musste hier ganz neu anfangen. Ich habe erst die Hauptschule, dann die Realschule nachgeholt und dann meine Fachhochschulreife am Wirtschaftsgymnasium gemacht. Als ich nach meinem Schulabschluss schwanger wurde, bin ich zuerst zu Hause geblieben.

Porträt von Betty
Ohne Fleiß und Motivation schafft man es nicht, Ausbildung und Kindererziehung zu stemmen, sagt Betty.

Als mein Sohn zweieinhalb Jahre alt war, beschloss ich, eine Ausbildung zu machen. Ich wollte meinen Schulabschluss, für den ich so viel gelernt hatte, nutzen und meinem Kind etwas für die Zukunft bieten. Ich habe bei der Handwerkskammer Flensburg angerufen und mit deren Hilfe zuerst ein Praktikum und schließlich sogar einen Ausbildungsplatz in Teilzeit bekommen.

Ich arbeite 30 Stunden pro Woche, dadurch verlängert sich meine Ausbildung nicht. Während ich arbeite, ist mein Sohn im Kindergarten. Eine Krippe zu finden, war anfangs gar nicht so einfach.
Wenn ich für Prüfungen lernen muss, kann ich das erst, wenn mein Kind schläft. Meist bin ich dann selbst schon sehr müde. Dann reiße ich mich zusammen und ziehe es trotzdem durch. Finanziell würde es ohne Berufsausbildungsbeihilfe, Kindergeld und Wohngeld mit meinem Azubi-Gehalt nicht reichen. Aber mithilfe meiner Familie kann ich am Wochenende manchmal sogar ausgehen".

Ausbildung in Teilzeit

Das Projekt "Ausbildung in Teilzeit" wird seit 2005 von den Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein durchgeführt. Es richtet sich an junge Eltern, die wegen der Geburt eines Kindes oder der Pflege von Angehörigen ihre Ausbildung unterbrochen oder noch gar keine begonnen haben. Das Projekt versucht, Eltern dabei zu unterstützen, Teilzeitarbeitsmodelle zu schaffen und Teilzeitausbildungsplätze zu finden. Mehr Infos findest du hier: www.teilzeit-ausbildung.de

Eine Ausbildung in Teilzeit kannst du natürlich bundesweit machen. Erkundige dich bei deiner Agentur für Arbeit, welche Unternehmen in deiner Umgebung sie anbieten.

Kathy ist im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Vertriebsmarketing-Agentur GRUNWALD Kommunikation und Marketingdienstleistungen GmbH & Co. KG. Ihr Kind ist dreieinhalb Jahre alt.

Zwei Kinder spielen mit Bausteinen.
Einen Krippen- oder Kindergartenplatz zu bekommen, ist nicht immer einfach. Ohne diesen könnten Kathy und Betty ihre Ausbildung nicht absolvieren.

"Nach meinem mittleren Bildungsabschluss habe ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau angefangen. Diese habe ich, als ich dann schwanger wurde, abgebrochen. Ich wollte unbedingt meine Ausbildung machen und habe mich deshalb auf eine Ausbildungsstelle in Vollzeit beworben. Mein heutiger Arbeitgeber hat mich beim Bewerbungsgespräch auf die Ausbildung in Teilzeit aufmerksam gemacht und mir diese angeboten. So arbeite ich dreißig Stunden pro Woche: Mein Kind war zuerst in einer Krippe und ist jetzt in einem Kindergarten untergebracht. Diesen kann ich von meinem Geld eigentlich nicht bezahlen. Da ich mit dem Ausbildungsgehalt noch unter einer bestimmten Einkommensgrenze liege, muss ich aber nur für die Verpflegung aufkommen. Meine Eltern unterstützen mich, so gut es eben geht. Außerdem trägt ja auch mein Freund, der Vater des Kindes, zum Unterhalt unserer 'Kleinfamilie" bei."

Ausbildung und Arbeit mit Kind

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Stand: 05.03.2014