Wer ist der/die Richtige?

"Für Bewerbungsunterlagen sollte man sich Zeit nehmen!"

Nach welchen Kriterien entscheiden sich Personalverantwortliche für eine/n Bewerber/in? planet-beruf.de hat eine Expertin zu diesem Thema befragt. Andrea Ruppert, Leiterin Ausbildung bei Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH, gibt dir Tipps!

Eine Personlaverantwortliche liest in einer Bewerbungsmappe.
Personalverantwortliche prüfen Bewerbungsunterlagen auf Vollständigkeit.

planet-beruf.de: Wie viele Bewerbungen gehen bei Ihnen ein?

Andrea Ruppert: Wir haben im Jahr 150 Ausbildungsplätze zu besetzen. Dafür erhalten wir ca. 1.200-1.500 Bewerbungen. Aus dieser großen Anzahl treffen wir zuerst eine Vorauswahl, indem wir prüfen, ob die Unterlagen vollständig und ohne Flecken oder Eselsohren sind. Außerdem achten wir auf die Zeugnisnoten. Schön ist es auch, wenn weitere Bescheinigungen beiliegen, z.B. über Praktika.

planet-beruf.de: Worauf achten Sie bei den Bewerbungsunterlagen besonders?

Andrea Ruppert: Neben den Zeugnisnoten ist das Anschreiben sehr wichtig. Es passiert oft, dass zwar die Adresse der Firma richtig ist, aber der falsche Ansprechpartner angeschrieben wird. Hier merkt man schnell, dass bei der Erstellung viel kopiert und nicht richtig aufgepasst wurde. Man sollte sich bei den Bewerbungsunterlagen Zeit nehmen und diese auch beispielsweise von den Eltern gegenlesen lassen.

planet-beruf.de: Worauf achten Sie beim Vorstellungsgespräch?

Andrea Ruppert: Für mich ist es sehr wichtig, dass die Bewerber/innen pünktlich zum Gespräch kommen. Außerdem achte ich auf das Auftreten. Ich erwarte nicht unbedingt Anzug und Krawatte, aber zerrissene Jeans und Turnschuhe kommen nicht gut an. Die Kleidung sollte unserem Unternehmen angemessen sein.

Es ist positiv, wenn mich ein/e Bewerber/in im Gespräch anschaut und deutlich spricht. Falls man eine Frage nicht beantworten kann, ist es besser, dies ehrlich zu sagen. Ein natürliches Verhalten kommt besser an!

planet-beruf.de: Welche Kriterien führen schließlich zur Vergabe des Ausbildungsplatzes?

Andrea Ruppert: Sobald alle "harten" Fakten erfüllt sind, spielt natürlich auch die Sympathie eine Rolle. Es kann auch von Vorteil sein, wenn jemand z.B. im Sportverein ist oder in einem Orchester spielt. Das zeigt, dass man soziale Kontakte hat und sich in eine Gruppe einfügen kann. Auch freiwillige Praktika sind ein Pluspunkt. Man sollte sich diese auf jeden Fall bescheinigen lassen und den Bewerbungsunterlagen beilegen.

planet-beruf.de: Welche Tipps können Sie den Bewerbern und Bewerberinnen noch geben?

Andrea Ruppert: Es ist schön, wenn man merkt, dass sich der Bewerber/die Bewerberin mit dem Unternehmen beschäftigt hat. Toll ist es, wenn sich jemand vorher Fragen zur Ausbildung überlegt, z.B. zur Berufsschule oder zu den Arbeitszeiten im Unternehmen. Erlaubt ist auch die Frage, wie viel man während der Ausbildung verdient - die Bewerber/innen dürfen sich ruhig trauen, das zu fragen!

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Stand: 11.01.2013
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