Rollenklischees aufarbeiten

Rollenklischees

Ziele:

  • Die Schüler/innen setzen sich mit Rollenklischees auseinander
  • Das Leistungsvermögen von Frauen und Männern wird überdacht
  • Erkennen von geschlechtsbezogenen Vorurteilen in Bezug auf die Berufswahl
  • Reflexion über die beruflichen Möglichkeiten von Frauen und Männern
  • Erweiterung des Berufswahlspektrums durch Kennenlernen neuer Berufe

Beschreibung:

In der Unterrichtsidee setzen sich die Jugendlichen mit Rollenklischees auseinander. Sie erarbeiten sich, welche Rollenbilder über das eigene und das andere Geschlecht bestehen. Sie durchdenken, wie sich diese Einschätzungen auf die eigene Wirksamkeit im Beruf auswirken.

1. Vorbereitung:

Tafelanschrift vorbereiten bzw. Text auf Folie kopieren (siehe Punkt 3)

2. Typisch Mädchen, typisch Junge:

Zeichnen Sie zu Beginn der Stunde auf die Außenseite der Tafel eine Tabelle mit zwei Spalten. Überschreiben Sie die linke Spalte mit "Typisch Mädchen", die rechte mit "Typisch Junge". Lassen Sie Ihre Schüler/innen Stereotypen und Klischees über ihr eigenes bzw. das andere Geschlecht sammeln und halten Sie die Ergebnisse auf der Tabelle fest.

Damit die Tabelle am Ende Klischees aus der Alltagswelt und zur typischen Aufgabenverteilung zeigt, helfen Sie mit den Fragen nach: "Wie sind Mädchen / Jungen?" bzw. "Was ist ein typisches Verhalten von Mädchen / Jungen?", "Was tun Mädchen / Jungen gern?"

Lassen Sie die gesammelten Ergebnisse ins Arbeitsblatt "Typisch Mädchen, typisch Junge" übertragen.

3. Leistungen von Frauen und Männern:

Öffnen Sie dann die Tafel. Sie trägt als Anschrift folgende acht Stichpunkte, die Sie vor der Stunde angeschrieben haben. Sie können den Text auch auf Folie kopieren und nun die Folie auflegen (siehe komplette Unterrichtsidee in der Marginalie):

1. Die erste "Programmiersprache" für einen Vorläufer des Computers entwickelte
A ein Mann
B eine Frau

2. Die Radioaktivität und die chemischen Elemente Polonium und Radium entdeckte
A ein Mann
B eine Frau

3. Den ersten deutschen Kindergarten gründete
A ein Mann
B eine Frau

4. Den Fallschirm zusammengerollt in ein Paket erfand
A ein Mann
B eine Frau

5. Das erste tragbare Telefon entwickelte
A ein Mann
B eine Frau

6. Das bekannte Parfum "Kölnisch Wasser" (Eau de Cologne) schuf
A ein Mann
B eine Frau

7. Die Sicherheitsnadel, wie wir sie heute kennen, erfand
A ein Mann
B eine Frau

8. Das mp3-Format zur Musikübertragung entwickelte
A ein Mann
B eine Frau

Lassen Sie Ihre Schüler/innen per Handzeichen abstimmen, welchem Geschlecht sie zutrauen würden, das jeweils Genannte geleistet zu haben.

Halten Sie die Abstimmungsergebnisse an der Tafel / auf der Folie fest. Erst nachdem über alle Fragen abgestimmt wurde, findet die Auflösung statt, indem Sie die richtigen Antworten an der Tafel / auf der Folie farbig markieren.

4. Reflexion über die Ergebnisse:

Die Tafel / die Folie zeigt nun einen Abgleich zwischen den Vorstellungen der Jugendlichen und der Realität. Lassen Sie die Klasse alle Beispiele ermitteln, in denen die Diskrepanz zwischen Einschätzung und Wirklichkeit besonders hoch war.

Verweisen Sie nun auf die Anschrift auf der Außenseite der Tafel. Fragen Sie, ob und was die Diskrepanz mit den gesammelten Stereotypen zu tun hat. Suchen Sie mit der Klasse Berufe / Aufgaben, in denen man eher Frauen und solche, in denen man eher Männer erwartet. Fordern Sie die Klasse auf, Gegenbeispiele aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis zu nennen.

Zeigen Sie anschließend als Gegenbeispiel das Themenheft "MINT & SOZIAL for you": Erklären Sie Ihren Schüler/innen, dass darin weibliche und männliche Auszubildende in Berufen vorgestellt werden, die für das jeweilige Geschlecht eher untypisch sind. Geben Sie die Lektüre eines Berufes als Hausaufgabe auf: Dabei sollen Mädchen die Berufsvorstellungen im MINT-Teil nachlesen, Jungen die Berufsvorstellungen im SOZIAL-Teil.

Nach der Lektüre sollen Mädchen und Jungen die Stereotypen auf dem Arbeitsblatt "Typisch Mädchen, typisch Junge" durchgehen und  kennzeichnen, welche davon sich als unhaltbare Vorurteile erwiesen haben. In der nächsten Stunde stellen die Schülerinnen und Schüler einige der Berufe vor.

Hinweise:

Texte:

MINT for you: Berufsvorstellungen:

  • Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Elektronikerin für Automatisierungtechnik
  • Fluggerätmechanikerin
  • Orthopädiemechanikerin und Bandagistin

SOZIAL for you: Berufsvorstellungen:

  • Ergotherapeut
  • Fachangestellter für Arbeitsförderung
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
  • Heilerziehungspfleger

Auf einen Blick:

Zusammenfassung: Unterrichtsidee: Rollenklischees
ArbeitsaufträgeErgebnisse / Zuwachs an HandlungskompetenzenMedien / Material
  • Bearbeiten des Arbeitsblattes "Typisch Mädchen, typisch Junge"
  • Lösen der Abstimmungs-
    aufgabe "Leistungen von Frauen und Männern"
  • Reflexion über geschlechtsbezo-
    gene Vorurteile in Bezug auf berufliche Leistungen / Berufswahl

 

  • Ermittlung von Geschlechterstereo-
    typen
  • Einschätzen der Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern
  • Erkennen geschlechtsbezo-
    gener Vorurteile in Bezug auf die Berufswahl
  • Erweiterung des Berufswahl-
    spektrums
  • Verbesserung der Berufswahl-
    kompetenz
  • Arbeitsblatt: Typisch Mädchen, typisch Junge (Download mit der Unterrichtsidee, siehe Marginalie)
  • Folienvordruck: Leistungen von Frauen und Männern (Download mit der Unterrichtsidee, siehe Marginalie)

 

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Stand: 23.02.2011
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