Rechte und Pflichten in der Berufsschule

Dein gutes Recht - und deine Pflicht

Wenn du Rechte in Anspruch nimmst, bist du auch immer an Pflichten gebunden. So ist es auch mit der Berufsschule. Du hast rund um deinen theoretischen Unterricht viele Rechte - und dadurch auch Verpflichtungen.

Drei Jugendliche sitzen in einem Klassenzimmer.
Als Auszubildender darfst du die Berufsschule besuchen - das ist dein wichtigstes Recht!

Deine Rechte

  1. Dein wichtigstes Recht als Auszubildender ist: Du darfst die Berufsschule besuchen. Der Betrieb muss dich für Unterricht, Prüfungen und Ausbildungsmaßnahmen von der Arbeit frei stellen. Dies gilt auch, wenn du aufgrund deines Alters oder der Regelung in deinem Bundesland nicht berufsschulpflichtig wärst, aber dennoch teilnehmen willst.
  2. Dein zweitwichtigstes Recht: eine gute und vollständige Ausbildung. Die Berufsschule muss zu diesem Zweck Klassen mit sinnvollen Schülerzahlen einrichten. Sie muss aktuelle Fachbücher ausgeben und die vorgesehenen Fächer unterrichten.
  3. Dein Betrieb muss für dich die Kosten der Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe, übernehmen bzw. dir diese zur Verfügung zu stellen, so dass du deine Zwischen- bzw. Abschluss- oder Gesellenprüfung ablegen kannst. Nicht zu den erforderlichen Ausbildungsmitteln zählen jedoch die Materialien, Lehrbücher und Unterlagen, die du für den begleitenden Berufsschulunterricht benötigst. Die Kosten für den Ausbildungsnachweis trägt der Ausbildungsbetrieb. Für das Bereitstellen der Fachbücher für den Unterricht sind die jeweiligen Berufsschulen zuständig. Sprich mit deinem Ausbildungsbetrieb, ob er sich an den Kosten für zusätzliches Lernmaterial beteiligt bzw. ob er Fachliteratur zur Verfügung stellt.
  4. Dir steht außerdem Urlaub während der Ferienzeit zu. Solange du unter 25 Jahre alt bist, hast du ein Recht auf zehn Tage Bildungsurlaub im Jahr.

Berufsschule - Betrieb

Der Unterricht in der Berufsschule darf neun Unterrichtsstunden nicht überschreiten. Dein Betrieb kann dich nach dem Unterricht noch zur Arbeit einbestellen - wenn dadurch deine tägliche Arbeitszeit nicht überschritten wird.

Für Minderjährige gilt dies nicht. Nach fünf Unterrichtsstunden müssen sie nicht mehr in den Betrieb.

Achtung: Die einzelnen Bundesländer bestimmen selbstständig die jeweiligen Regelungen.

Ein Mädchen sitzt am Schreibtisch und trägt etwas in ein Formular ein.
Über deine Berufsschultage musst du sorgfältig den Ausbildungsnachweis führen.

Deine Pflichten

Natürlich hast du nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Vor allem hast du die Pflicht, den Unterricht zu besuchen. Und nicht nur das: Du musst ihn auch ernst nehmen. Du musst an den Prüfungen teilnehmen und den Ausbildungsnachweis über deine Berufsschultage sorgfältig führen. Den Unterricht darfst du nicht stören. Die Schule und dein Ausbildungsbetrieb können dich abmahnen, wenn du dich nicht ordnungsgemäß verhältst.

Solltest du einmal nicht zur Schule erscheinen können, musst du dein Fernbleiben melden. Bei Krankheit musst du sogar ein Attest einreichen.

Wer geht auf die Berufsschule?

Die Berufsschule besuchen nicht nur Auszubildende in einem dualen Ausbildungsberuf. In den Fachklassen können auch Jugendliche unterrichtet werden, die an einem berufsvorbereitenden Angebot teilnehmen, z.B. einer Einstiegsqualifizierung oder einer Berufsvorbereitenden Maßnahme.

Schulische Ausbildungen finden an so genannten Berufsfachschulen statt. In dieser Schulart wird in manchen Bundesländern auch berufliche Grundbildung vermittelt.

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Stand: 05.07.2016