Interview: Aufstieg mit Ausbildung im Handwerk

Perspektive Zukunft

Jörg Sydow ist Mitarbeiter der Handwerkskammer Potsdam. Im Interview berichtet er über die vielfältigen Chancen, die eine Ausbildung im Handwerk bietet. Dabei spricht er besonders die Möglichkeiten im Bereich der beruflichen Weiterbildung an.

Zwei junge Azubis
Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk gibt es viele. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

planet-beruf.de: Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es generell im Handwerk?

Jörg Sydow: Die anerkannteste Aufstiegsmöglichkeit im Handwerk ist die Meisterin bzw. der Meister. Mit einem Meisterbrief in der Tasche kann man Lehrlinge ausbilden, einen Betrieb leiten oder seinen eigenen Betrieb aufmachen. Voraussetzung dafür ist eine erfolgreich abgeschlossene Erstausbildung. Weitere Möglichkeiten zum Aufstieg im Handwerk sind Weiterbildungen zum/zur Fachwirt/in oder Techniker/in sowie verschiedene fachliche Spezialisierungen

planet-beruf.de: Gibt es formale und persönliche Voraussetzungen, die man erfüllen sollte, um auf der Karriereleiter nach oben zu klettern?

Jörg Sydow: Ja, die gibt es. So kann der Schritt zum Meisterbrief nur nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung erfolgen, mit der man im Handwerk als Geselle abschließt. Wesentliche persönliche Voraussetzungen sind aus meiner Sicht das fachliche Können und die Leidenschaft für das jeweilige Handwerk - in Kombination mit der Fähigkeit zum unternehmerischen Denken für alle, die einen eigenen Betrieb gründen wollen.

Proträt von Jörg Sydow
HWK Potsdam
Jörg Sydow, Projektleiter "Passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen" bei der Handwerkskammer Potsdam

planet-beruf.de: Kann man sich bereits während der Ausbildung weiterqualifizieren?

Jörg Sydow: Die Bildungsberater unserer Kammer empfehlen, sich voll und ganz auf die Ausbildung zu konzentrieren, es gibt hier viel zu lernen und zu üben. Wer sich dennoch schon während der Lehre weiterqualifizieren will, für den halten die Kammern vielfältige Angebote für Zusatzqualifikationen bereit. Unsere Bildungsberater helfen hier weiter, so etwas erfordert immer eine individuelle Betrachtung.

planet-beruf.de: Ist nach einer abgeschlossenen Weiterbildung als Meister/in, Techniker/in oder Fachwirt/in Schluss? Oder gibt es weitere Karrieremöglichkeiten?

Jörg Sydow: Nein. Es ist nicht Schluss mit der Karriere. Beispielweise kann sich die Meisterin oder der Meister zum/zur Betriebswirt/in des Handwerks weiterqualifizieren. Und wer noch höher hinaus will: Eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung bietet Interessierten die Möglichkeit eines fachgebundenen Hochschulzugangs. Auch die Weiterbildung als Meister/in ermöglicht ein Hochschulstudium. Weitere Informationen erteilen die gewünschten Hochschulen.

Darüber hinaus bestehen vielfältige technische und handwerkliche Fortbildungsmöglichkeiten, um sich weiter zu spezialisieren, z.B. die Weiterbildung zum/zur Restaurator/in für Bauberufe oder im Bereich der intelligenten Gebäudetechnik für Elektriker/innen. Hier gibt es innovative Entwicklungen, da spielt im Moment die Zukunftsmusik.

planet-beruf.de: Gibt es Fördermöglichkeiten, um sich weiterqualifizieren zu können?

Jörg Sydow: An erster Stelle möchte ich hier das Aufstiegs-BAföG nennen als eine Aufstiegsförderung des Bundes. Wer hier erfolgreich ist, bekommt sogar einen guten Teil der als Kredit gewährten Fördersumme erlassen. Darüber hinaus gibt es länderspezifische Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen. In Brandenburg gibt es z.B. den Bildungsgutschein, mit dem bis zu 70 Prozent der Lehrgangskosten als Zuschuss gewährt werden. Auch hier empfehle ich eine individuelle Beratung.

Wer hilft weiter?

Die Informationen zu den Weiterbildungsangeboten und Karrieremöglichkeiten im Handwerk findet man auf der Internetseite von handfest und bei den Beraterteams der Handwerkskammern. Sie können Ihr Kind individuell beraten und kennen zahlreiche Fördermöglichkeiten.

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Stand: 02.12.2015