Dienst ohne Uniform - Zivile Ausbildungen bei der Bundeswehr

Als Zivilist bei der Bundeswehr

Von A wie Anlagenmechniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bis Z wie Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r: Innerhalb des zivilen Bereichs der Bundeswehr wird eine Vielzahl von anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet. Welche das sind und was die Besonderheiten dabei sind, erfahren Sie hier.

Ein junger Mann untersucht mit Taschenlampe und Schraubenschlüssel eine Hydraulikleitung am Fahrwerk eines Flugzeugs.
Fluggerätmechaniker/innen bei der Bundeswehr arbeiten z.B. an der Wartung und Instandhaltung von Militärflugzeugen.

Wer an Bundeswehr denkt, denkt i.d.R. an den Dienst an der Waffe. Zurzeit sind jedoch über 86.000 zivile Fachkräfte bei der Bundeswehr beschäftigt und jedes Jahr werden 1.300 Ausbildungsplätze an 400 Ausbildungsstätten in ganz Deutschland zur Verfügung gestellt.

In welchen zivilen Berufen wird ausgebildet?

Die Bundeswehr bildet in über 50 staatlich anerkannten Berufen aus. Neben gewerblich-technischen Ausbildungsberufen wie Fluggerätmechaniker/in oder Elektroniker/in, Verwaltungsberufen wie Kaufmann/-frau für Büromanagement oder Verwaltungsfachangestellte/r werden auch medizinische Berufe wie Medizinische/r Fachangestellte/r und sonstige Berufe wie Gärtner/in oder Tischler/in angeboten. Allerdings werden nicht alle Berufe an allen Ausbildungseinrichtungen und -orten der Bundeswehr gleichzeitig ausgebildet, ggf. ist also ein Umzug notwendig.

Wie und wo wird ausgebildet?

Wie in den zivilen Betrieben auch wird die Ausbildung in der Bundeswehr nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung durchgeführt. Sie findet im sogenannten "dualen System" statt. Das bedeutet, der Unterricht erfolgt in der Berufsschule, die theoretische und praktische Fachausbildung in bundeswehreigenen Ausbildungsstätten und Ausbildungswerkstätten in ganz Deutschland.

Was ist das Besondere an einer zivilen Ausbildung bei der Bundeswehr?

Die Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr befinden sich meistens auf dem Gelände von militärischen Liegenschaften wie z.B. auf den Flugplätzen oder in den Kasernen der Bundeswehr. Hier kann sich das hauptamtliche Ausbildungspersonal nahezu ausschließlich um die Auszubildenden kümmern. Trotzdem erhalten diese einen Einblick in das zivile Arbeitsumfeld außerhalb der Bundeswehr, denn die Ausbildung erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben.

Wie sehen Bewerbungsverfahren und Auswahl aus?

Zugangsvoraussetzung für eine Ausbildung ist i.d.R. ein Haupt- oder mittlerer Bildungsabschluss. Das Bewerbungsverfahren ist zweigeteilt: Überzeugt die schriftliche oder Online-Bewerbung, folgt das Auswahlverfahren, das aus schriftlichen und praktischen Tests, Sport- und Computertest, einer ärztlichen Untersuchung, einem Kurzvortrag und einem Auswahlgespräch besteht.

Wie kann es weitergehen?

Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss besteht die Möglichkeit für eine Übernahme entweder als zivile/r Mitarbeiter/in oder als Soldatin bzw. Soldat. Darüber hinaus bieten sich auch vielfältige Möglichkeiten für eine weiterführende Ausbildung - teilweise sogar mit integriertem Studium - in einer der technischen oder nichttechnischen Beamtenlaufbahnen.

Klaus, Azubi zum Tischler in der Luftwaffenkaserne Wahn

"Ich habe mich für eine Tischlerausbildung bei der Bundeswehr entschieden, weil man da eine gute und sichere Ausbildung machen kann. Außerdem kann ich hier die ganze Bandbreite des Tischlerberufes kennenlernen. Wir sind nämlich für die komplette Einrichtung der Bundeswehr zuständig, d.h. wir stellen Möbel wie Aktenschränke und Bücherregale her, bauen Küchen ein, reparieren Möbel, Türen und Fenster, sind aber auch in sogenannten geschützten Bereichen tätig. Hier wechseln wir z.B. Panzerglasscheiben aus. Dabei arbeiten wir aus Sicherheitsgründen zum großen Teil unter Begleitung eines Soldaten bzw. einer Soldatin."

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Stand: 19.01.2017