Tipps: Mit negativer Bewertung umgehen

Kritik annehmen und umsetzen

Vielen Menschen fällt es schwer, mit Kritik umzugehen. Für Jugendliche ist es oft besonders frustrierend, die ersten Absagen nach Bewerbungsgesprächen oder Kritik während der Ausbildung zu bekommen. Es gibt aber Wege damit umzugehen.

Ein Streitgespräch zwischen zwei Azubis.
Nicht jeder Mensch kann Kritik an der eigenen Arbeit einstecken. Der richtige Umgang lässt sich aber trainieren.

Eine negative Bewertung der eigenen Arbeit ist kein schönes Gefühl. Junge Menschen, die gerade erst ins Arbeitsleben starten, haben damit noch wenig Erfahrung. Ihnen setzt es oft mehr zu, wenn sie Kritik von Vorgesetzten oder Kollegen bekommen. Dabei ist es wichtig, Kritik professionell anzunehmen, um zukünftige Fehler zu vermeiden.

Das gelungene Ausbildungsgespräch

Ein Auszubildender führt ein Beurteilungsgespräch mit seiner Ausbilderin.
Bei Beurteilungsgesprächen ist es unter anderem wichtig, kein wertendes, sondern neutrales Feedback zu geben.

Ausbildungsbetriebe führen zu Beginn der Ausbildung oder spätestens vor dem Ende der Probezeit ein Beurteilungsgespräch mit den Auszubildenden. Das dient dazu, dem/der Azubi seine bzw. ihre Entwicklung während der ersten Zeit aufzuzeigen und ihn/sie in dem zu bestärken, was er/sie kann und gut gemacht hat. Es werden aber auch Fehler besprochen, aus denen er/sie lernen kann.

Konstruktive Kritik motiviert dazu, aus Fehlern zu lernen und sich insgesamt zu verbessern. Auch wenn Ausbilder/innen oder Vorgesetzte den Jugendlichen beurteilen, sollte dieses Urteil nicht wertend ausfallen, sondern möglichst neutral bleiben. Es geht nicht darum, sich vollkommen zu verändern, sondern im Rahmen des Möglichen zu verbessern.

Ruhig bleiben trotz Kritik

Häufig geht die kritisierte Person davon aus, dass die Bewertung ungerechtfertigt ist und möchte ihren persönlichen Standpunkt klar machen. Deshalb ist die erste Reaktion auf Kritik sich zu rechtfertigen. Während man sich im Kopf bereits überlegt, welche Antwort passend ist, hört man schon nicht mehr richtig zu. Doch bei Kritikgesprächen ist genau das wichtig: Einen kühlen Kopf bewahren und richtig zuhören.

Der Feedbackgeber will das Verhalten des anderen nicht schlecht machen. Bei konstruktiver Kritik hat er/sie sich genau überlegt, welche Punkte angesprochen werden. Dem Anderen zuzuhören zeugt daher von Respekt und ist höflich.

Nachfragen - nicht rechtfertigen

Statt sich zu rechtfertigen, kann der Jugendliche nach dem Gespräch Fragen stellen. Während des Gesprächs kann er/sie sich bereits Notizen machen und anschließend ansprechen, was unklar war.

Wenn auf einen Kritikpunkt kein Verbesserungsvorschlag gemacht wurde, kann der Jugendliche an dieser Stelle noch mal nachhaken. Dazu wird oft eine Zielvereinbarung getroffen. Das bedeutet, dass nach einer bestimmten Zeit überprüft wird, ob die Verbesserungsvorschläge umgesetzt wurden.

Kritikfähigkeit üben

Stellen Sie gemeinsam ein Feedbackgespräch nach.

Eine Kurzpräsentation über ein beliebiges Thema kann ein Anlass sein. Möglich ist aber auch eine fiktive Situation, in der Sie als Ausbilder/in dem Jugendlichen Rückmeldung zum ersten Ausbildungshalbjahr geben.

Gehen Sie zunächst darauf ein, was besonders gut war. Anschließend zählen Sie auf, an welchen Stellen er/sie sich noch verbessern kann. Sobald der Jugendliche sich rechtfertigen möchte, heben Sie die Hand und unterbrechen ihn. Machen Sie in regelmäßigen Abständen solche Feedbackgespräche.

Die Jugendlichen sollen sich die Kritikpunkte notieren. So können sie beim nächsten Mal für sich selbst kontrollieren, ob sie die Kritik umgesetzt haben.

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Stand: 12.12.2018