Bericht: Projekt JUGEND STÄRKEN im Quartier

Persönliche Perspektiven durch gezielte Unterstützung

Nicht immer und nicht bei allen liegen geradlinige Lebensverläufe und klar definierte Ausbildungsstationen vor. Das ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" hilft jungen Menschen in problematischen Lebenslagen, eine neue Zukunft aufzubauen.

Ein Mädchen in Arbeitskleidung feilt an einem Werkstück.
Das Programm unterstützt Jugendliche dabei, sich beruflich zu orientieren.

Zielsetzung

Die Initiative "JUGEND STÄRKEN im Quartier" (JUSTiQ) hilft Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei, trotz einer Beeinträchtigung oder Benachteiligung (wieder) Perspektiven für eine Berufslaufbahn zu entwickeln. Das Programm ermöglicht eine intensive sozialpädagogische Betreuung, bei der die individuelle Ausgangssituation sowie spezielle Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Ein Ausbilder erklärt einem Jugendlichen etwas.
Viele junge Menschen konnten mithilfe des Programms eine Berufsausbildung absolvieren.

Zielgruppen

Adressaten des Programms sind junge Menschen zwischen 12 und 26 Jahren mit schwierigen Ausgangsbedingungen, z.B. Schulverweiger/innen, Abbrecher/innen von Arbeitsmarktmaßnahmen, Menschen mit Migrationshintergrund, neu Zugewanderte und andere Personen mit biografischen Brüchen. In Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern werden diese Personen auf die (Wieder-)Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Bildung vorbereitet.

Akteure

Die Initiative führt die Erkenntnisse aus Vorgängerprogrammen zusammen:

  • zum einen aus der Initiative "JUGEND STÄRKEN" des Bundesfamilienministeriums inkl. der Jugendmigrationsdienste und des Projekts "JUGEND STÄRKEN: 1000 Chancen"
  •  zum anderen aus dem ESF-Programm "BIWAQ" ("Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier") des Bundesumweltministeriums

Die Besonderheit ist die Flexibilität des Konzepts. Entsprechend der Bedarfslage entwickeln die Kommunen selbst passgenaue Maßnahmen vor Ort. Das Modellprogramm nimmt so an jedem Standort ein eigenes Profil an. Die Steuerung des Programms obliegt der öffentlichen Jugendhilfe, die mit weiteren Netzwerkpartnern wie freien Jugendhilfeträgern, Jobcentern, Agenturen für Arbeit, Schulen, Eltern, Betrieben usw. zusammenarbeitet.

Beispiele und Erfolge

Etwa 178 Modellkommunen entwickeln und erproben zurzeit lokale Projekte. Bisher wurden ca. 30.000 Jugendliche und junge Erwachsene erreicht: Etwa 17.000 haben das Programm bereits beendet und knapp 60 Prozent davon haben eine schulische oder berufliche Bildung absolviert oder einen Arbeitsplatz gefunden. Auf der Projektseite können einzelne Standorte gefunden werden.

Unterstützungswege

  • Zentraler Baustein der sozialpädagogischen Betreuung ist das individuelle Case Management, d.h. eine intensive Begleitung des Einzelfalls über einen längeren Lebensabschnitt hinweg (meist 12-18 Monate). Aufbauend auf der Ausgangssituation und Motivation der jungen Menschen werden Unterstützungsmaßnahmen analysiert und eingeleitet.
  • Das Programm bedient sich mitunter der aufsuchenden Jugendsozialarbeit, z.B. mittels Streetwork oder mobiler Beratung. Dabei werden die jungen Menschen direkt in ihrer Lebenswelt aufgesucht, um sie an weitere Unterstützungsmöglichkeiten heranzuführen.
  • Eine "niedrigschwellige Beratung bzw. Clearing" ist in Form einer ersten Anlaufstelle möglich. In dieser wird einfache Unterstützung wie kurzfristige Beratung, Begleitung zu Terminen oder Hilfe bei Bewerbungsschreiben angeboten. Der weitere Unterstützungsbedarf und zuständige Ansprechpersonen werden durch die Betreuer/innen geklärt, bei intensivem sozialpädagogischem Unterstützungsbedarf z.B. wird der/die Jugendliche in das Case Management übergeben, bei allgemeinerem Berufsorientierungsbedarf wird z.B. ein/e Berufseinstiegsbegleiter/in als Ansprechpartner/in festgelegt.
  •  Als Gruppenmaßnahmen zum Motivations- und Vertrauensaufbau dienen Mikroprojekte mit Quartiersbezug. Im Austausch unter Gleichgesinnten werden soziale Kompetenzen gefördert. Ein zusätzlicher Mehrwert entsteht durch die Aufwertung des eigenen Wohnumfelds (z.B. Pflanzen von Bäumen) oder der sozialen Gemeinschaft (z.B. Organisation eines Stadtteilfestes, Theateraufführungen).

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Stand: 02.11.2017